ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2018Kulturkalender: Versteckt und unsichtbar

KULTUR

Kulturkalender: Versteckt und unsichtbar

PP 17, Ausgabe Dezember 2018, U3

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von wichtigen Ausstellungen vor. Bitte beachten Sie die Sonderöffnungszeiten zu Weihnachten und Silvester.

BERLIN

Bis 7. Januar 2019:

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The World on Paper

© Raqib Shaw
© Raqib Shaw

Noch einen Monat sind 300 ausgewählte Papierarbeiten zu sehen, die die ganze künstlerische Vielfalt und Attraktivität zeigen, die auf diesem Material möglich ist (Bild: Raqib Shaw, Ohne Titel, 2003). Die erste Ausstellung des neu eröffneten „PalaisPopulaire“ der Sammlung Deutsche Bank in Berlin präsentiert 133 Künstlerinnen und Künstler aus 34 Ländern, darunter Maria Lassnig, Sigmar Polke, Dieter Roth und Atsuko Tanaka. Sie greifen auf Papier wichtige Aspekte der Gegenwartskunst auf: von der Abstraktion über den Blick auf Körper und Identität des Menschen bis hin zu Zukunftsfragen wie der zunehmenden Urbanisierung.

PalaisPopulaire, Unter den Linden 5, Mo. und Mi.–So. 10–19, Do. 10–21 Uhr

DRESDEN

Bis 3. März 2019:

Gegen die Unsichtbarkeit

Kunstakademien in Deutschland nahmen Frauen bis 1919 nur ausnahmsweise auf. Die Gründung der Deutschen Werkstätten Hellerau 1898 in Dresden ermöglichte ihnen aber immerhin eine Karriere etwa als Möbeldesignerin, Innenarchitektin, Produkt- oder Textilgestalterin. Die Ausstellung präsentiert 19 Design-Pionierinnen mit ihren spannenden Biografien und mehr als 270 Entwürfen, die im frühen 20. Jahrhundert zu einer neuen Ästhetik beitrugen – und stellt aus heutiger Sicht die Frage: „Wie konnten diese Frauen unsichtbar werden?“

Japanisches Palais, Palaisplatz 11, Di.–So. 10–18 Uhr

KARLSRUHE

Bis 2. Juni 2019:

Mykene

Die erste europäische Hochkultur rund um die griechische Stadt Mykene erlebte ihre Blüte zwischen 1600 und 1200 vor Christus. 1876 begann Heinrich Schliemann seine Ausgrabungen der mit Goldbeigaben reich bestückten Gräber der Region und entdeckte die berühmte Goldmaske des Agamemnon. Mehr als 400 Objekte, die Griechenland zum Teil noch nie verließen und aus den wichtigsten Museen dort stammen, sind in dieser weltweit größten Ausstellung über die mykenische Kultur zu bewundern. Als Lektüre empfiehlt sich der 400-seitige wissenschaftliche Begleitband mit seinen hervorragenden Abbildungen.

Badisches Landesmuseum, Schloss Karlsruhe, Di.–So. 10–18 Uhr

MÜNCHEN

Bis 31. März 2019:

LAND_SCOPE – Fotoarbeiten

Die Landschaftsdarstellung in der zeitgenössischen Fotokunst ist das Thema der Ausstellung, die mehr als 130 Werke aus der DZ BANK Kunstsammlung umfasst. Zu den vorgestellten Künstlern gehören so bekannte Namen wie William Eggleston, Jochen Gerz, Carsten Höller, Roni Horn, Axel Hütte, Robert Longo und Thomas Ruff. Der Titel „LAND_SCOPE“ (Aussicht) spielt auf „Landscape“ (Landschaft) und die von den Fotokünstlern hinterfragte Rolle der Landschaft in einer globalisierten, digitalisierten Welt an.

Münchner Stadtmuseum, St.-Jakobs-Platz 1, Di.–So. 10–18 Uhr

WIESBADEN

Bis 10. März 2019:

Eduardo Chillida – Retrospektive

Seine monumentalen Außenskulpturen aus Stahl, Stein und Beton etwa in seiner Heimatstadt San Sebastián oder vor dem Bundeskanzleramt Berlin sind legendär. Das Werk des Bildhauers Eduardo Chillida (1924–2002) umfasst neben Objekten für den Innen- und Außenraum aber auch riesige Wandbilder aus Keramik, Zeichnungen, Druckgrafik und Buchprojekte. Mit der Werkschau holt Wiesbaden den wichtigsten Künstler seiner Partnerstadt San Sebastián nach Hessen.

Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, Mi./Fr. 10–17, Di./Do. 10–20, Sa./So.10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Kunst aus Schweizer Psychiatrien

© StASH DJ 39/5427
© StASH DJ 39/5427

Was es um 1900 bedeutete, als geisteskrank zu gelten, führen 160 Kunstwerke ehemaliger Patientinnen und Patienten aus der Schweiz eindrucksvoll vor Augen (Bild: Heinrich L., Zeichenheft, undatiert, Ölfarben auf Papier). In vielen Psychiatrien wurde damals kreativ gearbeitet, aber lange waren die mit Hingabe und oft großer technischer und fachlicher Kompetenz angefertigten Bilder und Objekte in Akten oder Abstellräumen versteckt. Erst zwischen 2006 und 2014 wurden sie als Teil eines Forschungsprojekts der Zürcher Hochschule der Künste erstmals in einer Bilddatenbank erfasst. Die fesselnde Ausstellung ist noch bis zum 20. Januar in Heidelberg zu Gast, danach in der Schweiz im Kunstmuseum Thun und in Österreich im Lentos Kunstmuseum (Termine siehe Sammlung Prinzhorn).

„Extraordinaire!“, Sammlung Prinzhorn, Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Universitätsklinik Heidelberg, Voßstr. 2, Heidelberg, Di. + Do.–So. 11–17, Mi. 11–20 Uhr (bis 20. Januar 2019 sowie weitere Stationen).

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