ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2018Randnotiz: Tätowiermittel wandern
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Vielen Menschen ist bewusst, dass es durch Tattoos zu Infektionen und Allergien kommen kann und dass Tätowieren während der Schwangerschaft nicht unproblematisch ist. Dennoch schätzt knapp die Hälfte aller Befragten das gesundheitliche Risiko durch Tattoos als niedrig ein; unter den Tätowierten sind es 87 Prozent, wie eine Umfrage unter 1 000 Bürgern in Deutschland vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zeigt. Das Institut wollte wissen, ob sich die Menschen möglichen Gefahren bewusst sind. Das ist nicht immer der Fall. So glaubt etwa ein Drittel aller Befragten, dass die Inhaltsstoffe von Tätowierfarben vollständig an der tätowierten Stelle bleiben. Laut BfR ist das allerdings nicht richtig. Ein Forschungsprojekt des BfR habe gezeigt, dass sich Farbpigmente aus Tattoos als Nanopartikel dauerhaft in Lymphknoten ablagern könnten. Die Pigmente könnten je nach chemischer Struktur und durch Verunreinigungen – etwa mit Metallen – gesundheitsgefährdend sein. Wenn diese Pigmente durch das Lymphsystem zu anderen Organen transportiert würden, könnten Stoffwechselprodukte entstehen, die möglicherweise wiederum eigene gesundheitsgefährdende Eigenschaften haben könnten. Wie die Umfrage weiter zeigt, hat ein Drittel aller Befragten auch kaum gesundheitliche Bedenken im Hinblick auf Laserentfernungen. Tätowierte sind skeptischer. Unter ihnen halten 47 Prozent das Lasern für unsicher. Dem BfR zufolge kann die Entfernung mittels Lasertechnik Risiken bergen, da gesundheitlich bedenkliche Substanzen freigesetzt werden können. Dem Institut zufolge haben oder hatten zwölf Prozent der Befragten eine Tätowierung.

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