ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2018Transplantationsmedizin: Sichtbarer Strukturwandel

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Transplantationsmedizin: Sichtbarer Strukturwandel

Dtsch Arztebl 2018; 115(50): A-2346 / B-1918 / C-1891

Richter-Kuhlmann, Eva

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Die für die Prüfung der Transplantationszentren in Deutschland zuständigen Kontrollgremien von Bundes­ärzte­kammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen konnten bei der Vorstellung ihres Jahresberichts eine positive Bilanz ziehen.

Ein optimistisch stimmendes Fazit zogen in diesem Jahr die Prüfungskommission und die Überwachungskommission (PÜK), die mit der Kontrolle der deutschen Transplantationszentren betraut sind. „In den Zentren hat in den vergangenen Jahren ein wahrer Struktur- und Kulturwandel stattgefunden“, betonte Prof. Dr. med. Hans Lippert, Vorsitzender der Überwachungskommission, bei der Vorstellung des PÜK-Jahresberichtes 2017/2018 am 6. Dezember in Berlin. Anders als noch vor Jahren arbeiteten die Zentren bis auf wenige Ausnahmen richtlinienkonform.

Zweite Prüfperiode beendet

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Die Prüfungskommission und die Überwachungskommission haben Ende dieses Jahres ihre zweite Prüfperiode abgeschlossen. Alle deutschen Transplantationsprogramme wurden somit bereits zweimal von den Kommissionen unter die Lupe genommen. Eine Ausnahme bildet lediglich das Lungen­trans­plan­ta­tionsprogramm der Uniklinik Hamburg-Eppendorf, wo wegen Auffälligkeiten derzeit noch Akten von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und daher nicht prüfbar sind.

Die meisten Transplantationszentren in Deutschland halten sich den wiederholten Prüfungen der Gremien zufolge an die Richtlinien der Bundesärztekammer zur Organvergabe. Foto: Science Photo Library/Dr. Barry Slaven
Die meisten Transplantationszentren in Deutschland halten sich den wiederholten Prüfungen der Gremien zufolge an die Richtlinien der Bundes­ärzte­kammer zur Organvergabe. Foto: Science Photo Library/Dr. Barry Slaven

Die zweite Prüfperiode bezog sich auf den Zeitraum von 2013 bis 2015 – also eine Zeit nach den 2012 erfolgten gesetzlichen Änderungen in der Transplantationsmedizin. Dies sei deutlich spürbar, erläuterte die Vorsitzende der Prüfungskommission, Anne-Gret Rinder, Vorsitzende Richterin am Kammergericht i. R.: Während die Kommissionen im ersten Prüfzeitraum 2010 bis 2012 noch Auffälligkeiten bei 13 Zentren gefunden hätten, seien im Zeitraum 2013 bis 2015 nur drei Zentren auffällig gewesen. „Die Gefahr systematischer Falschangaben bei Anträgen zur Transplantation ist zu großen Teilen gebannt“, betonte sie. Zudem sei ein Trend zu übersichtlicheren Verfahrensordnungen und vermehrter Dokumentation zu erkennen.

60 Transplantationsprogramme untersuchten die Kommissionen in diesem Jahr: Im Bereich der Nieren-, Pankreas- und kombinierten Nieren-Pankreastransplantation gab es gar keine Auffälligkeiten. Auch im Bereich der Herz-, Lungen- und Lebertransplantationen sei weitgehend ordnungsgemäß gearbeitet worden, sagte Rinder. Mitunter käme es aus bloßer Unkenntnis oder aufgrund von Missverständnissen zu ungewollten Richtlinienverstößen, ergänzte Lippert. „Deshalb ist es uns so wichtig, im ständigen Dialog mit den Transplantationszentren zu bleiben.“ Dies verbessere sichtbar die Prozessqualität.

Verstöße in Köln und Frankfurt

Systematische Unregelmäßigkeiten beanstandeten die Kommissionen in diesem Jahr bei den Prüfungen des Herztransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Köln-Lindenthal und des Leber­trans­plan­tations­pro­gramms am Universitätsklinikum Frankfurt/Main. Dies führte bereits zu Konsequenzen: Die Kommissionen informierten die Lan­des­ärz­te­kam­mern, die zuständigen Landesbehörden sowie die Staatsanwaltschaften.

Bedeutsam seien die aktuellen Prüfergebnisse auch für die Richtlinienarbeit der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundes­ärzte­kammer (StäKo), sagte Prof. Dr. jur. Hans Lilie, Vorsitzender der StäKo. Die Kommission habe mittlerweile alle Richtlinien zur Transplantation nach § 16 Transplantationsgesetz überarbeitet und präzisiert. „Wir lernen aus der Praxis für die Praxis“, betonte der Jurist. Die StäKo stehe dabei in einem engen Kontakt zum Bundesministerium für Gesundheit (BMG), das alle Richtlinien genehmigt habe. „Dadurch haben die Richtlinien ein juristisches Gütesiegel erhalten.“

Ruth Rissing-van Saan, Leiterin der Vertrauensstelle Transplantationsmedizin, berichtete ebenfalls über einen positiven Trend: Im vergangenen Jahr seien 40 Eingaben bei der Vertrauensstelle eingegangen, nur sehr wenige tatsächlich anonym, betonte sie. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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