ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2018Hüftprothesen: Implantatmodell wichtiger als OP-Methode

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Hüftprothesen: Implantatmodell wichtiger als OP-Methode

Dtsch Arztebl 2018; 115(50): A-2377 / B-1943 / C-1913

Hillienhof, Arne

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Spätestens ein Jahr nach der OP zeigen Untersuchungen keine Unterschiede zwischen minimalinvasivem und klassisch offenem Eingriff. Foto: Alexandr Mitiuc/stock.adobe.com
Spätestens ein Jahr nach der OP zeigen Untersuchungen keine Unterschiede zwischen minimalinvasivem und klassisch offenem Eingriff. Foto: Alexandr Mitiuc/stock.adobe.com

Das Implantatmodell spielt für ein gutes Langzeitergebnis nach einem Hüftgelenksersatz eine größere Rolle als die Wahl der OP-Methode zwischen einem offenen Verfahren und einer minimalinvasiven Operation. Darauf weist die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik hin und rät, der Wahl des optimal geeigneten Implantats den Vorrang vor einer OP-Methode zu geben.

Hintergrund ist, dass viele Patientinnen und Patienten für die Implantation ihres künstlichen Hüftgelenks einen minimalinvasiven Eingriff wünschen. Tatsächlich zeigten Studien Vorteile des Verfahrens vor allem in den ersten sechs Wochen nach der Operation. Positiv für den Patienten seien dabei das geringere Muskeltrauma und der kleinere Schnitt, sodass die Heilung zügiger verlaufen und der Patient dementsprechend früher mit der Rehabilitation beginnen könne, heißt es aus der Fachgesellschaft. Aber dieses Verfahren passt nicht immer: „Die Hüftgelenksgeometrie muss passen, der Patient sollte nicht zu kräftig bemuskelt und auch nicht zu adipös sein“, erläutert Prof. Dr. med. Dieter Christian Wirtz, Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonnaus.

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Bei den minimalinvasiven Verfahren nutzten Operateure die natürlichen Lücken zwischen den Muskeln, um zum Hüftgelenk zu gelangen. Muskeln, Sehnen, Gefäße und Nerven werden zur Seite geschoben, anstatt sie zu durchtrennen und nachher wieder zu vernähen. Dies schone auch wichtige Nervenrezeptoren, die am Sehnen-Knochen- sowie am Sehnen-Muskel-Übergang sitzen. Bleiben die Strukturen dieser sogenannten Mechanorezeptoren bei der Prothesenimplantation intakt, könnten Patienten nach dem Eingriff früher mit der Rehabilitation beginnen. Nach spätestens einem Jahr zeigten Untersuchungen jedoch keine Unterschiede mehr zwischen minimalinvasivem und klassisch offenem Eingriff.

Hüftimplantate stehen aktuell aufgrund der durch investigative Journalistinnen und Journalisten veröffentlichten „Implant Files“ im medialen Fokus (http://daebl.de/AZ14). hil

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