ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2018GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der Akupunktur (II)

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GOÄ-Ratgeber: Abrechnung der Akupunktur (II)

Dtsch Arztebl 2018; 115(50): A-2376 / B-1942 / C-1912

Hoppe, Sandra

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Die Gebührenpositionen für die Abbildung der Akupunktur auf der Grundlage der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) werfen immer wieder Fragen auf. Anmerkungen zu dem Unterschied der Nr. 269 a und der Nr. 269 GOÄ können im GOÄ-Ratgeber im Deutschen Ärzteblatt, Heft 35–36 vom 4. September 2017, nachgelesen werden. Wie bereits unter dieser Rubrik erläutert, unterscheidet sich die Leistung nach Nr. 269 a GOÄ von der Nr. 269 GOÄ nur durch die Anforderung an die Mindestdauer von 20 Minuten.

Darüber hinaus ist zum Beispiel aber auch immer wieder strittig, wann eine analoge Berechnung der Akupunktur notwendig ist, ob die Nrn. 269 oder 269 a GOÄ mehrfach und/oder nebeneinander berechnungsfähig und ob entsprechende Auslagen für die Akupunkturnadeln abrechenbar sind. Hierzu ist auf Folgendes aufmerksam zu machen:

Die Nr. 269 ist begrenzt auf die Akupunktur mittels Nadelstichtechnik (z. B. Körperakupunktur, Ohrakupunktur, Schädelakupunktur). Entscheidend für die originäre Abrechnung der Nr. 269 GOÄ ist zudem, dass es sich um die Behandlung von Schmerzen (beispielsweise Spannungskopfschmerz, Rückenschmerzen, Migräne) handelt. Damit kommt für andere Arten der Akupunktur oder auch, wenn andere Erkrankungen behandelt werden, nur der analoge Ansatz der Nr. 269 GOÄ (oder 269 a GOÄ) gemäß § 6 Abs. 2 GOÄ in Betracht.

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Nicht möglich ist jedoch ein zusätzlicher analoger Abgriff beispielsweise der Nr. 829 analog GOÄ für die Abrechnung der Akupunkturpunktsuche. Die Akupunkturpunktsuche ist methodisch erforderlicher Bestandteil der Akupunktur. Eine Berechnung der Akupunkturpunktsuche neben den Akupunkturleistungen nach den Nrn. 269 oder 269 a GOÄ verstößt gegen § 4 Abs. 2 a GOÄ und ist nicht zulässig.

Die Gebührennummern 269 und 269 a sind im Rahmen eines Arzt-Patienten-Kontaktes nicht nebeneinander berechnungsfähig. Die Abrechenbarkeit einer Leistung nach den Nrn. 269 oder 269 a GOÄ ist auf die Sitzung beschränkt. Dies bedeutet, dass unabhängig von der Zahl der gesetzten Nadeln die Nrn. 269 oder 269 a GOÄ nur einmal berechnungsfähig sind.

Die Kosten der Akupunkturnadeln sind, falls es sich nicht um Kleinmaterial gemäß § 10 Abs. 2 Nr. 1 GOÄ handelt (hierunter fallen laut der Rechtsprechung Nadeln mit einem Einzelpreis von weniger als 1,57 Euro), neben den Nr. 269 und 269 a gesondert berechnungsfähig.

Bei anderen Verfahren als der Nadelstichtechnik sollten die Patienten gemäß § 630 c BGB in Textform auf eventuell zu erwartende Erstattungsschwierigkeiten hingewiesen werden. Für gesetzlich versicherte Patienten gilt, dass diese laut § 8 Abs. 8 Bundesmantelvertrag-Ärzte vor Erbringung einer Wunschleistung schriftlich zustimmen müssen. In dem Behandlungsvertrag sollten die voraussichtlichen Kosten benannt werden, am besten in Form der zur Abrechnung gelangenden GOÄ-Positionen, zusammen mit dem Steigerungsfaktor und dem Endbetrag. Sandra Hoppe

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