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Dtsch Arztebl 2018; 115(50): A-2365

aam; KJD; RF; SH

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Yescarta® bei rezidiviertem oder refraktärem aggressiven B-Zell-Lymphom – Mit der Zulassung der CAR-(Chimärer-Antigen-Rezeptor-)T-Zelltherapie Yescarta® (Axicabtagen Ciloleucel, Gilead) zur Behandlung von Erwachsenen mit einem rezidivierten oder refraktären, diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) beziehungsweise primär mediastinalen B-Zell-Lymphom (PMBCL), die 2 oder mehrere systemische Vorbehandlungen erhalten haben, wurde ein deutlicher Fortschritt in der Therapie dieser schwer behandelbaren Patientenpopulation erreicht.

In der Zulassungsstudie sprachen 72 % der insgesamt 101 Patienten mit refraktären oder rezidivierten aggressiven NHL auf eine einmalige Infusion von Yescarta an; 51 % erzielten ein komplettes Ansprechen. Nach 12-monatiger Nachbeobachtungszeit waren noch 60,4 % der Patienten am Leben; das mediane Gesamtüberleben war nicht erreicht. An schwerwiegenden Ereignissen wurden Zytokin-Freisetzungssyndrome, neurologische Toxizitäten und Zytopenien berichtet. Für die Herstellung von Yescarta werden dem Patienten durch eine Leukapherese T-Zellen entnommen, gentechnisch mit einer Anti-CD19-CAR-Domäne ausgestattet, expandiert und nach einer lymphodepletierenden Chemotherapie reinfundiert. aam

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„Yescarta® (Axicabtagen Ciloleucel) – die neue Therapieoption beim rezidivierten oder refrak-tären diffus großzelligen B-Zell-Lymphom (DLBCL) und primär mediastinalen B-Zell-Lymphom (PMBCL) nach zwei oder mehreren vorangegangenen systemischen Therapien“, DGHO-Kongress, Veranstalter: Gilead

Medizinischer Einsatz von Cannabinoiden – Cannabinoide bieten eine zusätzliche Behandlungsoption bei therapierefraktären Beschwerden und werden in den meisten Fällen als Add-on eingesetzt. Zu den häufigsten Indikationen zählen chronische neuropathische Schmerzen, Tumorschmerzen, Spastik, Appetitmangel, Übelkeit und Erbrechen (z. B. im Rahmen einer Krebstherapie), Angst, Depression und deren Kombinationen in komplexen pallia-tiven Situationen.

Wichtig zur Verordnungsfähigkeit zulasten der GKV ist die Beachtung der gesetzlichen Regelung. Dazu gehört die positive Beantwortung der Fragen: Ist die Erkrankung schwerwiegend (lebensbedrohlich oder Lebensqualität auf Dauer nachhaltig beeinträchtigt)? Wurden Standardtherapien ausgeschöpft oder sind sie nicht anwendbar? Besteht die begründete Aussicht auf Symptombesserung? Bei Anwendung einer oralen Rezeptur werden definierte Reinsubstanzen bevorzugt. KJD

„Cannabinoide in der Schmerzmedizin – von den Einsatzmöglichkeiten bis zur Antragstellung“, Deutscher Schmerzkongress 2018, Veranstalter: Bionorica ethics

Kombination mit CDK4/6-Inhibitor verlängert progressionsfreies Überleben – Bei einem fortgeschrittenen Mammakarzinom, das Hormonrezeptor-positiv, aber HER2-negativ ist (HR+/HER2−) ist, hat eine First-Line-Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor wie Palbociclib zusammen mit einem Aromatasehemmer (AI) die längste PFS-(progressionsfreie Überlebens-)Zeit aufzuweisen, wie Prof. Dr. Massimo Cristofanilli, Chicago, berichtete. Dies geht aus einem indirekten Vergleich hervor, in dem für diese Kombination eine Zeit bis zur Progression von 25,3–27,6 Monaten dokumentiert wurde. Für Fulvestrant waren es 16,6 Monate, für einen AI allein 10–14 Monate, jeweils abhängig von verschiedenen Studienergebnissen.

„CDK4/6-Inhibitoren sind effektiv, und zwar unabhängig davon, ob bereits zuvor eine endokrine Therapie (ET) verabreicht worden ist oder nicht.“ Cristofanilli belegt dies mit Daten aus der PALOMA-2-Studie, in der Palbociclib (Ibrance®, Pfizer) plus Letrozol auch bei vorheriger ET die Wahrscheinlichkeit einer Krankheitsprogression oder des Todes (PFS) um 46 % senken konnte (p < 0,0001) – versus Letrozol allein. Wurden die Patientinnen während oder nach einer ET progredient, konnte eine Folgetherapie mit Palbociclib plus Fulvestrant in der PALOMA-3-Studie das mediane PFS gegenüber einer Fulvestrant-Mono-Behandlung von 4,6 auf 11,2 Monate mehr als verdoppeln (p < 0,0001). Ein signifikanter Vorteil wurde ebenfalls beim Vorliegen viszeraler Metastasen gesehen. rf

„Scaling new heights in breast cancer care“, ESMO-Kongress 2018, Veranstalter: Pfizer Oncology

Gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Nusinersen bei SMA – Spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine schwerwiegende neurodegenerative, autosomal-rezessive Erkrankung, von der neben Säuglingen und Kleinkindern auch Jugendliche und Erwachsene betroffen sind. Unbehandelt kann es zu einem schweren Krankheitsverlauf und Folgeerkrankungen wie respiratorischer Insuffizienz oder gastrointestinalen und orthopädischen Komplikationen kommen. Seit Mitte 2017 kann die 5q-assoziierte SMA mit Nusinersen (Spinraza®, Biogen) behandelt werden. Bei Erwachsenen könne mit Nusinersen eine Stabilisierung oder sogar Besserung motorischer Einschränkungen erzielt werden, berichtete PD Dr. Tim Hagenacker, Essen. Aktuelle Studien zur Behandlung von Säuglingen (N Engl J Med 2018; 377 (7): 1723–32.) und Kleinkindern (N Engl J Med 2017; 378 (7): 625–35.) mit Nusinersen verdeutlichten, dass der Erkrankungsverlauf umso besser beeinflussbar sei, je früher die Krankheit erkannt und behandelt werde, erklärte Prof. Dr. Andreas Hahn, Gießen. Die Experten sprachen sich daher dafür aus, das Krankheitsbild „SMA“ ins generelle Neugeborenen-Screening aufzunehmen. Bisher erfolgt die Diagnose oft erst spät. Ein Gentest kann bei einem Anfangsverdacht die Zeit bis zur Diagnosestellung verkürzen. sh

„Ein Jahr Nusinersen zur Behandlung der Spinalen Muskelatrophie – Erfahrungsberichte aus dem neurologischen und neuropädiatrischen Bereich“, Neurowoche 2018, Veranstalter: Biogen

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