ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2018Reanimationen: „Red flags“
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Die Bemühungen des interdisziplinären Simulatorzentrums Medizin in Dresden zur notfallmedizinischen Schulung von Personal am Uniklinikum Dresden sollten der Standard und nicht die Ausnahme sein. Nach wie vor ist das Patientenoutcome von innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillständen in Deutschland desaströs und nicht wenige der innerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstände sind bei sich zunehmend verschlechterndem Patientenzustand mehr oder weniger vorhersehbar. Die vom ERC und der AHA geforderten Medical Emergency Teams (MET) mit umfassender intensiv- und notfallmedizinischer Expertise, welche bereits im Vorfeld vor dem Eintritt einer Reanimationssituation aufgrund von bedrohlichen Vitalparameterabweichungen (red flags) alarmiert werden sollen, werden meines Wissens nach bisher kaum in deutschen Kliniken vorgehalten. Reanimationsteams werden erst alarmiert, wenn bereits die (oftmals viel zu spät erkannte) Reanimationssituation eingetreten ist.

Meiner Meinung nach sollte es ein ganz wesentliches Anliegen aller Klinikbetreiber sein, dass sich verschlechternde Patientenzustände bereits im Vorfeld einer Reanimationssituation klar identifiziert werden und umgehend ein erfahrenes Notfallteam hinzugezogen wird. Das setzt voraus, dass insbesondere im Normalstationsbereich red flags bei den Vitalparametern (beispielsweise die Atemfrequenz) definiert und vor allem eben diese Vitalparameter auch regelmäßig überprüft werden. Vor allem das Pflegepersonal auf Normalstationen sollte hierfür sensibilisiert werden.

Dr. med. Marcel Richter, 10247 Berlin

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