ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Langzeitsauerstofftherapie

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Langzeitsauerstofftherapie

Gegenwärtige Datenlage und alltagsrelevante, praktische Aspekte

Long-term oxygen therapy—current evidence and practical, day to day consideration

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(51-52): 871-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0871

Koczulla, Andreas Rembert; Schneeberger, Tessa; Jarosch, Inga; Kenn, Klaus; Gloeckl, Rainer

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Hintergrund: Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) ist eine etablierte Therapiemaßnahme bei Patienten mit chronischer Hypoxämie. Die wissenschaftliche Grundlage bezieht sich primär auf zwei Studien aus den frühen 1980er Jahren, die einen Überlebensvorteil der LTOT bei Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) nachgewiesen haben. Für andere Erkrankungen, die mit einer Hypoxämie einhergehen, sind keine belastbaren Daten verfügbar.

Methode: Diese Übersichtsarbeit beruht auf einer selektiven Literaturrecherche in PubMed.

Ergebnisse: Der Einsatz einer LTOT über 15–16, besser 24 Stunden/Tag bei chronischer Hypoxämie (PaO2 < 55 mmHg) wird in den aktuell gültigen Leitlinien aufgrund einer geringeren Mortalitätsrate (55 % versus 33 %, p < 0,05) von Studien aus den frühen 1980er Jahren empfohlen. Kurzfristig kann eine Sauerstoffgabe bei Hypoxämie neben einer Verbesserung der Sauerstoffsättigung um neun Prozentpunkte zudem eine klinisch relevante Leistungssteigerung (6-Minuten-Gehtest + 37 m, p < 0,001) bewirken. Der Einsatz einer LTOT bei Normoxämie sollte aufgrund der verfügbaren Daten nicht erwogen werden. Die Indikationsstellung sollte streng leitlinienkonform erfolgen und die Verordnung die für die Betroffenen geeignete Versorgungsform berücksichtigen. Hautverbrennungen durch Kontaktexplosion mit Feuer jeglicher Art können als Nebenwirkungen einer LTOT auftreten.

Schlussfolgerung: Die Erhebung weiterer belastbarer Daten, besonders in Hinblick auf patientenrelevante Outcomeparameter, wie Lebensqualität, Leistungsfähigkeit und Mortalität, wären wünschenswert. Ebenso bedarf es einer Aktualisierung der Deutschen Leitlinien zur Sauerstofftherapie.

Zitierweise

LNSLNS

In einer ersten Pilotstudie von Levine und Kollegen aus dem Jahr 1967 konnte durch eine Sauerstoffgabe bei hypoxämischen Patienten mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) eine Besserung der pulmonalen Hypertonie und eine Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit nachgewiesen werden (1). Daraufhin entwickelte sich die Sauerstoffgabe als therapeutische Maßnahme bei chronischer Hypoxämie. Heute steht der Sauerstofftherapie noch immer eine unzureichende Evidenz gegenüber, die sich im Wesentlichen auf zwei Arbeiten aus den frühen 1980er Jahren begründet (2, 3).

Dieser Übersichtsartikel liefert einen Überblick über die gegenwärtige Datenlage und soll alltagsrelevante, praktische Aspekte der Langzeitsauerstofftherapie („long-term oxygen therapy“, LTOT) beleuchten.

Methoden

Dieser Artikel basiert auf einer selektiven Literaturrecherche in PubMed. Dabei wurden Publikationen aus den Jahren 1980 bis April 2018 zu den Suchbegriffen „long-term oxygen therapy“, „ambulatory oxygen therapy“, „nocturnal oxygen therapy“ und „supplemental oxygen“ verwendet. Zusätzlich wurden aktuelle deutschsprachige und internationale Leitlinien einbezogen.

Ergebnisse

Langzeitsauerstofftherapie

Nationale Leitlinien empfehlen für chronisch hypoxämische Patienten mit einem arteriellen Sauerstoffpartialdruck (PaO2) < 55 mmHg die Gabe einer LTOT von mindestens 15 Stunden pro Tag (4) beziehungsweise 16 Stunden pro Tag (5), die zur Steigerung der Effektivität auf 24 Stunden erweitert werden sollte (siehe Abschnitt „Indikationskriterien für LTOT“) (4, 5). Dies schließt die gezielte Sauerstoffsubstitution bei körperlicher Belastung und in der Nacht ein. Studien betrachten diese unterschiedlichen Sauerstoffmangelsituationen nicht getrennt, sodass sich die Effekte dieser drei Therapieansätze nicht abgrenzen lassen. Ziele der LTOT sind eine Verbesserung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit sowie eine Reduktion von Morbidität und Mortalität (5).

Effekte einer LTOT

LTOT bei chronischer Hypoxämie

Die aktuell gültige Evidenz für die Verordnung von LTOT beruht auf zwei randomisiert kontrollierten Studien, die Anfang der 1980er Jahre publiziert wurden (2, 3). In der sogenannten MRC(Medical Research Council)-Studie wurden 87 COPD-Patienten (FEV1: 0,6 Liter) mit ausgeprägter chronischer Hypoxämie (PaO2 = 51 mmHg) und Hyperkapnie (PaCO2 = 54 mmHg) in Ruhe eingeschlossen und in eine LTOT-Gruppe mit einer Sauerstoffgabe für mindestens 15 Stunden/Tag und eine Kontrollgruppe, die keine LTOT erhielt, randomisiert (3). Innerhalb des 5-jährigen Untersuchungszeitraums konnte die Überlebenswahrscheinlichkeit in der LTOT-Gruppe signifikant verbessert werden (55 % versus 33 %, p < 0,05) (Grafik 1), wobei die hyperkapnischen Patienten den größten Überlebensvorteil hatten (6). In der zweiten Studie („nocturnal oxygen therapy trial“ [NOTT]) konnte im Vergleich zu einer rein nächtlichen Sauerstoffsubstitution über 12 Stunden für eine 24-stündige Sauerstoffgabe über 2 Jahre bei chronisch hypoxämischen COPD-Patienten ebenfalls ein Überlebensvorteil (87 % versus 59 %, p < 0,05) gezeigt werden (2). Bei COPD-Patienten mit geringerer Krankheitsausprägung (PaO2: 56–65 mmHg) (7) beziehungsweise Sauerstoffsättigung 88–93 % (8) konnte bisher keine Mortalitätsreduktion nach 6 Jahren nachgewiesen werden (mit O2: 18 % versus Kontrolle: 20 %, p = 0,53).

Effekte einer Langzeitsauerstofftherapie bei hypoxämischen COPD-Patienten aus den „Medical Research Council (MRC)“ und „Nocturnal Oxygen Therapy Trial (NOTT)“-Studien
Effekte einer Langzeitsauerstofftherapie bei hypoxämischen COPD-Patienten aus den „Medical Research Council (MRC)“ und „Nocturnal Oxygen Therapy Trial (NOTT)“-Studien
Grafik 1
Effekte einer Langzeitsauerstofftherapie bei hypoxämischen COPD-Patienten aus den „Medical Research Council (MRC)“ und „Nocturnal Oxygen Therapy Trial (NOTT)“-Studien

Bei Patienten mit isolierter nächtlicher Hypoxämie zeigte eine doppelblind randomisierte Studie, dass sich der pulmonal-arterielle Druck durch nächtliche O2-Gabe (3 Liter/Minute) nach 3 Jahren signifikant reduzierte, unter Raumluft jedoch signifikant anstieg. Ein Einfluss auf die Mortalität war nicht nachweisbar (9). Es gibt Hinweise, dass sich durch O2-Gabe bei nächtlicher Hypoxämie die Schlafdauer und die mittels EEG gemessene Schlafqualität verbessern (10).

LTOT bei belastungsinduzierter Hypoxämie

Es gibt Hinweise darauf, dass eine isolierte, belastungsinduzierte Hypoxämie bei COPD-Patienten ein unabhängiger Prädiktor für ein erhöhtes 5-Jahres-Mortalitätsrisiko ist (relatives Risiko 2,63 [95-%-Konfidenzintervall (KI): 1,53; 4,51], p < 0,001) (11). Zumeist wird ein Abfall der Sauerstoffsättigung unterhalb eines Bereichs von 88 % bis 90 % beziehungsweise ein relativer Abfall der Sauerstoffsättigung zwischen 2 und 5 % unter Belastung als klinisch relevant erachtet (12). Eine retrospektive Analyse betrachtete 471 COPD-Patienten mit ausschließlich belastungsinduzierter Hypoxämie (13). Dabei zeigte sich kein signifikanter Unterschied bezüglich der Mortalität, unabhängig von kontinuierlicher LTOT, intermittierender oder fehlender O2-Gabe.

Dennoch erscheint eine O2-Gabe bei belastungsinduzierter Hypoxämie zum Beispiel im Rahmen eines körperlichen Trainingsprogrammes sinnvoll und vorteilhaft. Mehrere „cross-over“-Studien konnten nachweisen, dass eine O2-Gabe bei COPD-Patienten zu einer Reduktion von Atemfrequenz und auch von dynamischer Lungenüberblähung führt und zu einer signifikanten Erhöhung der aktuellen Belastungstoleranz beiträgt (14, 15). Eine aktuelle Arbeit zeigt, dass bei COPD-Patienten mit belastungsinduzierter Hypoxämie trotz Gabe von 2 Litern O2 pro Minute ein relevanter Anteil (76 %) während eines 6-Minutengehtests einen Sauerstoffsättigungsabfall unter 88 % beziehungsweise ≥ 4 %-Punkte aufwiesen (Grafik 2) (15).

76 % der COPD-Patienten mit belastungsinduzierter Hypoxämie zeigen während des 6-Minuten-Gehtests bei fixer Gabe von 2 L Sauerstoff einen relevanten Abfall der SpO2 (15)
76 % der COPD-Patienten mit belastungsinduzierter Hypoxämie zeigen während des 6-Minuten-Gehtests bei fixer Gabe von 2 L Sauerstoff einen relevanten Abfall der SpO2 (15)
Grafik 2
76 % der COPD-Patienten mit belastungsinduzierter Hypoxämie zeigen während des 6-Minuten-Gehtests bei fixer Gabe von 2 L Sauerstoff einen relevanten Abfall der SpO2 (15)

LTOT während körperlichen Trainings bei Normoxämie

Der Einsatz einer LTOT bei Normoxämie ist bisher wenig untersucht. Zwei doppelblinde, randomisierte Studien, die den Einsatz einer O2-Gabe im Vergleich zu komprimierter Raumluft während Training bei Patienten mit schwerer normoxämischer COPD (FEV1: 36–44 % pred.) auch unter Belastung untersuchten, kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. In der Arbeit von Emtner und Kollegen (16) konnten die COPD-Patienten nach einem 7-wöchigen Ergometer-Trainingsprogramm mit O2-Gabe ihre Ausdauerleistungsfähigkeit um 38 % steigern, verglichen mit Patienten, die unter Raumluft trainierten. In einer doppelblinden randomisierten Studie von Spielmanns et al. (17) konnten im Rahmen eines 6-monatigen Trainingsprogrammes mit 4 L/Minute O2-Gabe beziehungsweise komprimierter Raumluft keine Unterschiede im Hinblick auf die Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit oder Lebensqualität nachgewiesen werden. Dementgegen konnte in einer kleinen doppelblinden „cross over“-Studie im Rahmen eines 6-wöchigen Ergometertrainings bei 29 COPD-Patienten (FEVi 46 % pred.) eine Verbesserung der Ausdauerleistung mit unüblich hoher Flussrate (10 L/Minute O2) 12 Watt und ohne O2 5 Watt erreicht werden (18).

Diagnostik und Verordnung von LTOT

Indikationskriterien für LTOT

Die Indikation zu einer LTOT besteht, wenn Patienten trotz adäquater Therapie der Grunderkrankung noch eine chronische Hypoxämie in Ruhe/und oder Belastung beziehungsweise nachts aufweisen. Diese liegt vor, wenn während einer stabilen Krankheitsphase (circa vier Wochen) der arterielle Sauerstoffpartialdruck (PaO2) unter Ruhebedingungen mindestens dreimal ≤ 55 mmHg gemessen wurde. Bei sekundärer Polyglobulie und/oder Cor Pulmonale mit/ohne Rechtsherzinsuffizienz ist die Indikation zur LTOT schon bei ≤ 60 mmHg gegeben (5).

Eine isolierte nächtliche Hypoxämie sollte eine schlafmedizinische Abklärung nach sich ziehen (5) (Grafik 3).

Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) – a) Blutgasanalyse in Ruhe und b) Blutgasanalyse unter Belastung (19)
Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) – a) Blutgasanalyse in Ruhe und b) Blutgasanalyse unter Belastung (19)
Grafik 3
Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) – a) Blutgasanalyse in Ruhe und b) Blutgasanalyse unter Belastung (19)

Die verfügbaren Leitlinien zur Langzeitsauerstofftherapie, die im Wesentlichen auf der NOTT- beziehungsweise MRC-Studie an COPD-Patienten beruhen, übertragen die in Grafik 3 dargestellte Empfehlung zur Langzeitsauerstofftherapie auch auf Patienten mit Hypoxämie anderer Genese. LTOT-Kontraindikationen sind bislang nicht definiert. Eine bestehende asymptomatische Hyperkapnie vor LTOT-Initiierung oder eine Entwicklung während einer LTOT stellt keine zwangsläufige Kontraindikation dar (5). Eine kritische klinische Evaluation erscheint jedoch ratsam, um gegebenenfalls die Indikation zur nicht-invasiven Beatmungstherapie (NIV) zu erkennen (19). Morgendliche Kopfschmerzen können zum Beispiel Symptome einer zunehmenden Hyperkapnie darstellen.

Eine im Jahr 2017 publizierte Übersichtsarbeit, die die britische und deutsche Leitlinie zur Langzeitsauerstofftherapie verglich, konnte Übereinstimmungen in der Applikationsdauer feststellen, allerdings identifizierte diese auch Unterschiede bei den Indikationsstellungen (Tabelle).

Übersicht identifizierter Unterschiede zwischen der BTS- (British Thoracic Society) und DGP- (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin) Leitlinien für LTOT (nach Magnet et al. [20])
Übersicht identifizierter Unterschiede zwischen der BTS- (British Thoracic Society) und DGP- (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin) Leitlinien für LTOT (nach Magnet et al. [20])
Tabelle
Übersicht identifizierter Unterschiede zwischen der BTS- (British Thoracic Society) und DGP- (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin) Leitlinien für LTOT (nach Magnet et al. [20])

Es bleibt festzuhalten, dass die für Deutschland gültige Leitlinie von 2008 (mit einem ergänzendem Statement von 2014 [21]) in vielen Punkten einer bereits angestoßenen Aktualisierung bedarf.

Diagnostik einer hypoxämisch respiratorischen Insuffizienz

Hypoxämie wird mittels arterieller Blutgasanalyse (ABG), kapillärer Blutgasanalyse (KBG) oder Pulsoxymetrie (SpO2) diagnostiziert. Die ABG wird als Goldstandard zur Messung der Hypoxämie angesehen. In der deutschen Leitlinie werden die kapilläre Blutgasanalyse und die arterielle Blutgasanalyse zwar als äquivalent angesehen (5), jedoch legen aktuelle Daten nahe, dass eine kapilläre Blutgasanalyse den tatsächlichen Oxygenierungsgehalt im Blut überschätzt (22). Je nachdem, ob man einen Grenzwert für eine LTOT bei 55 mmHg oder 60 mmHg setzt, würde es bei 21 % beziehungsweise 30 % der Patienten zu einer nicht indizierten LTOT-Verordnung und somit zu einer Überverordnung kommen (22). Nach Bestätigung der Hypoxämie in Ruhe und/oder unter Belastung beziehungsweise nachts sollen die notwendigen Sauerstoffflussraten zur Erreichung eines PaO≥ 60 mmHg titriert werden. Die Blutgasanalyse sollte nach einer Ruhezeit von ≥ 15 Minuten erfolgen (5). Bei einem PaO2 ≤ 55 mmHg sollte nach einer ≥ 5-minütigen Applikation von zunächst 2 L/Minute O2 über eine Nasensonde die kapilläre Blutgasanalyse als Erfolgskontrolle durchgeführt werden (5). Erfolgt kein suffizienter Anstieg des PaO2, so sollte die Flussrate weiter gesteigert werden (4, 5). Ein ausbleibender Anstieg erfordert weitergehende Diagnostik (5). Für aktive Patienten sollte eine solche O2-Titration zudem unter einer standardisierten Belastungssituation (zum Beispiel 6-Minuten-Gehtest) (5) mit einem mobilen O2-Device erfolgen.

Verordnung einer LTOT

Bei der Verordnung einer LTOT sollten neben der Diagnose, das Ausmaß von Hypoxämie und Hyperkapnie, die benötigte Sauerstoffflussrate zum Erreichen eines PaO≥ 60 mmHg (Ruhe/Belastung/nachts), die Mobilität des Patienten, aber auch das gewünschte Applikationssystem berücksichtigt werden (5). Noch rauchende Patienten sollten dokumentiert über die Explosions-/Verbrennungsgefahr (61 Fälle pro 100 000 Patientenjahre [23]) bei Rauchen während LTOT aufgeklärt werden (19). Des Weiteren können Nasenbluten, Schwindel sowie eingeschränkter Geschmacks- und Geruchssinn als potenzielle Nebeneffekte einer LTOT auftreten (24).

Applikationssysteme

Sauerstoffquelle

Im häuslichen Umfeld kann LTOT über Konzentratoren, Stahldruckflaschen oder als Flüssig-Sauerstoff appliziert werden. Alle Formen sind in stationären oder mobilen Versionen verfügbar. Die Wahl der Sauerstoffquelle sollte idealerweise zusammen mit dem Patienten in Abhängigkeit seiner Bedürfnisse wie Aktivitätsradius, Allgemeinzustand und Geräteeigenschaften (Gewicht, Abgabestufen, Nutzungsdauer) gewählt werden.

Konzentratoren

Am häufigsten werden zur Sauerstoffversorgung Konzentratoren als stationäre und mobile Geräte eingesetzt. Konzentratoren filtern den Stickstoffanteil aus der Raumluft und geben eine O2-Reinheit von 85–95 % ab (4). Die Geräteeigenschaften wie Akku-Laufzeit, Gewicht, Lautstärke und Sauerstoffabgabeleistung von mobilen Konzentratoren verschiedener Hersteller schwanken deutlich (4).

Flüssigsauerstoff

Die Anwendung von Flüssigsauerstoff ist die zweithäufigste Form der LTOT. Der größte Nachteil im Vergleich zu den Konzentratoren besteht in der begrenzten Nutzungsdauer mobiler O2-Geräte und dem zwingend notwendigen Zugang zu einer Flüssigsauerstoff-Nachfüllstation.

Stahldruckflaschen

Stahldruckflaschen mit gasförmig komprimiertem Sauerstoff werden aufgrund ihrer unhandlichen Größe und des Gewichts heute kaum mehr verwendet. Sie gelten als wenig probat und schränken die Mobilität von Patienten ein.

Art der Sauerstoffgabe

Die nasale O2-Applikation ist die mit Abstand häufigste LTOT-Anwendungsform (4). In seltenen Einzelfällen können auch Sauerstoffmasken oder die Gabe von O2 über eine Trachealkanüle indiziert sein.

Neben Geräten mit einem kontinuierlichen Sauerstofffluss gibt es Geräte, bei denen durch einen Unterdruck in der O2-Nasenbrille bei Inspiration ein O2-Bolus freigesetzt wird (Demandsystem). Dadurch kann die Nutzungsdauer von mobilen Sauerstoffgeräten deutlich verlängert werden (25). Jedoch sind nicht alle Patienten für solche Demand-Geräte geeignet. Vor allem bei Belastung und bei Patienten, die bevorzugt durch den Mund atmen, kann es zu einer eingeschränkten beziehungsweise unzureichenden Oxygenierung kommen, da die Sauerstofffreigabe unter Umständen nicht mehr getriggert wird (26). Insofern sollte immer eine individuelle Testung der Oxygenierung (in Ruhe, wie auch unter Belastung) erfolgen, bevor ein Patient ein Demandsystem verwenden kann (27).

Verlaufskontrolle einer LTOT

Patienten, die mit einer LTOT versorgt sind, sollten regelmäßig nachuntersucht werden. Bei Patienten im stabilen Zustand empfiehlt die deutsche Leitlinie dreimonatliche fachärztliche Kontrollen (5). Diese dienen neben der Dokumentation des klinischen Zustands des Patienten der Indikationsüberprüfung wie auch der Effizienzkontrolle der verordneten Sauerstoffflussraten sowie der Abschätzung der Therapiecompliance (4, 5).

Vor allem bei COPD-Patienten, bei denen während eines exazerbationsbedingten Kranken­haus­auf­enthaltes eine LTOT eingeleitet wurde, kann im Verlauf durch Besserung des Zustands die Indikation zur LTOT wegfallen (28). Um einer kostenintensiven Sauerstoffüberversorgung bei den bekannten psycho-sozialen Folgen dieser Therapieform (zum Beispiel soziale Isolation, Depression, Angst vor Abhängigkeit) vorzubeugen, sollte die LTOT-Indikation nach acht Wochen erneut überprüft werden (4). Im Kasten sind praxisrelevante Aspekte zur Umsetzung einer LTOT für den klinischen Alltag skizziert.

Alltagsrelevante Aspekte für die Praxis
Alltagsrelevante Aspekte für die Praxis
Kasten
Alltagsrelevante Aspekte für die Praxis

Diskussion

Die Sauerstofflangzeittherapie ist eine fest etablierte Behandlungsform bei Patienten mit Hypoxämie. Dem steht eine unzureichende Datenlage gegenüber, die sich hauptsächlich auf zwei randomisierte kontrollierte Studien mit COPD-Patienten aus den frühen 1980er Jahren bezieht – aus einer Zeit, zu der die COPD sowohl hinsichtlich der Grunderkrankung als auch der Komorbiditäten ganz anders behandelt wurde. Letztendlich kann daher nicht davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse in gleicher Form für die heutige Zeit Gültigkeit haben. Zudem bleibt auch die Empfehlung der Leitlinie für Patienten außerhalb der Gruppe der COPD-Patienten letztendlich schwach.

Eine neue, hochrangig publizierte Studie aus den USA (8) trägt weniger als erwartet zur Klärung bei und kann allenfalls auf Patienten mit milder Hypoxämie bezogen werden. Die gewählten Einschlusskriterien (SpO2: 89–93 % sowie Abfall bei Belastung für 10 Sekunden < 90 %) stellen keine konsentierten Kriterien für eine LTOT dar. Zudem weist diese Studie mehrere methodische Schwächen auf (Änderung des primären Endpunkts während der Studie, keine Blutgasanalyse, keine objektive Kontrolle über tatsächlich genutzte LTOT-Dauer, und weitere).

Für die Kurzzeiteffekte einer LTOT liegen überzeugende Daten vor. Diese schließen Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Oxygenierung sowie die Reduktion belastungsinduzierter Dyspnoe ein (15). Um den Stellenwert einer O2-Gabe bei Patienten mit rein belastungsinduzierter Hypoxämie zu untersuchen, sind einheitliche Belastungsprotokolle sinnvoll.

Bei Indikationsstellung für eine LTOT sind verschiedene Punkte zu beachten, für die es noch keine strukturierten oder konsentierten Antworten gibt.

Zudem ist es wichtig zu evaluieren, welche Flussraten in Ruhe, nachts und bei Belastung individuell benötigt werden. Häufig werden starre Flussraten über 24 Stunden verordnet, welche den Alltagsanforderungen nicht gerecht werden. Zudem ist zu beantworten, welche Applikationsform den Bedürfnissen der Patienten am ehesten entspricht. Hersteller sollten – da technisch möglich – die Compliance hinsichtlich der Gerätenutzung messbar machen. Zudem könnten modifizierte Applikationssysteme bei erhöhtem O2-Bedarf (zum Beispiel größerlumige Nasensonden mit O2-Reservoir) die Effizienz der LTOT steigern (29).

Bei COPD-Patienten mit Normoxämie kann in Anbetracht der fraglichen Effektivität, des erheblichen Ressourcenaufwandes und der möglicherweise auftretenden psychischen Belastung aktuell eine O2-Gabe bei körperlicher Belastung nicht empfohlen werden.

Ob die leitlinienkonforme, gezielte Therapie einer nächtlichen Hypoxämie prognoseverbessernd ist, muss als ebenso unbeantwortet angesehen werden, wie die Frage nach den Langzeiteffekten einer LTOT bei rein belastungsinduziertem O2-Mangel. Die British Thoracic Society empfiehlt daher, eine ausschließlich während körperlicher Belastung durchgeführte Sauerstofftherapie erst bei Nachweis gesteigerter körperlicher Leistungsfähigkeit (Evidenzgrad B) (4). Dieses Vorgehen erscheint sinnvoll (15). Bis zur Aktualisierung der deutschen Leitlinie (aktuell in Arbeit) behält die alte Leitlinie von 2008 ihre Gültigkeit für Deutschland.

Für andere chronische Erkrankungen, die mit einer Hypoxämie einhergehen, liegen für eine LTOT keine belastbaren Daten vor. Trotz fehlender Evidenz wird die Verordnung bislang analog zur COPD empfohlen.

Insgesamt ist insbesondere bei Grenzindikationen abzuwägen, ob eine Sauerstofftherapie mehr klinischen und prognostischen Nutzen als negative Beeinträchtigungen durch Schamgefühle, Ängste vor sozialer Ausgrenzung und Erschwernisse durch die Geräte selbst mit sich bringt. Hier empfehlen sich regelmäßige Verlaufskontrollen und Gespräche mit den Patienten..

Letztlich muss die zentrale Frage nach validen Langzeiteffekten auf Lebensqualität und Mortalität einer LTOT aktuell als nicht ausreichend geklärt angesehen werden.

Ausblick

Aufgrund der dargestellten Datenlage sind in Zukunft hochwertige Studien dringend erforderlich, die für die noch unbeantworteten Fragen im Zusammenhang mit der LTOT Antworten geben müssen. Dies ist in Hinblick auf den dazu notwendigen enormen Studienumfang und den damit verbundenen hohen Kosten allerdings nur schwer möglich. Die Frage nach einem Überlebensvorteil für die Sauerstoffsubstitution wird nur schwerlich in wissenschaftlich-ethisch vertretbarer Form zu klären sein. Umso wichtiger erscheint es, patientenrelevante Erfolgskriterien, wie zum Beispiel die Verbesserung von subjektivem Befinden, Leistungsfähigkeit, sozialer Teilhabe und somit der gesamten Lebensqualität der betroffenen Patienten, bei der LTOT-Indikation in den Vordergrund zu rücken.

Interessenkonflikt
Prof. Kenn erhielt Honorare für eine Beratertätigkeit, Erstattungen für Teilnahmegebühren sowie Reise- und Übernachtungskosten von RESMED. Für die Vorbereitung von wissenschaftlichen Fortbildungsveranstaltungen wurde er honoriert von Linde, RESMED, Heinen + Löwenstein. Für ein von ihm initiiertes Forschungsvorhaben erhielt er Gelder von Linde, RESMED und Heinen + Löwenstein.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten eingereicht: 4. 5. 2018, revidierte Fassung angenommen: 19. 9. 2018

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. A. Rembert Koczulla
Philipps-Universität Marburg (Standort Schönau)
Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL)
Schön Klinik Berchtesgadener Land
Malterhöh 1, 83471 Schönau am Königssee
rkoczulla@schoen-klinik.de

Zitierweise
Koczulla AR, Schneeberger T, Jarosch I, Kenn K, Gloeckl R: Long-term oxygen therapy—current evidence and practical, day to day considerations. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 871–7. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0871

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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*die beiden Autoren teilen sich die Letztautorenschaft.
Forschungsinstitut für Pneumologische Rehabilitation, Schön Klinik Berchtesgadener Land,
Schönau am Königssee: Prof. Dr. med. Andreas Rembert Koczulla; Tessa Schneeberger, MSc. PT; Dr. rer. med. Inga Jarosch, Prof. Dr. med. Klaus Kenn, Dr. phil. Rainer Gloeckl
Philipps-Universität Marburg (Standort Schönau), Deutsches Zentrum für Lungenforschung (DZL) Marburg: Prof. Dr. med. Andreas Rembert Koczulla, Tessa Schneeberger, MSc. PT; Prof. Dr. med. Klaus Kenn
Zentrum für Prävention, Rehabilitation und Sportmedizin, Technische Universität München (TUM): Dr. phil. Rainer Glöckl
Effekte einer Langzeitsauerstofftherapie bei hypoxämischen COPD-Patienten aus den „Medical Research Council (MRC)“ und „Nocturnal Oxygen Therapy Trial (NOTT)“-Studien
Effekte einer Langzeitsauerstofftherapie bei hypoxämischen COPD-Patienten aus den „Medical Research Council (MRC)“ und „Nocturnal Oxygen Therapy Trial (NOTT)“-Studien
Grafik 1
Effekte einer Langzeitsauerstofftherapie bei hypoxämischen COPD-Patienten aus den „Medical Research Council (MRC)“ und „Nocturnal Oxygen Therapy Trial (NOTT)“-Studien
76 % der COPD-Patienten mit belastungsinduzierter Hypoxämie zeigen während des 6-Minuten-Gehtests bei fixer Gabe von 2 L Sauerstoff einen relevanten Abfall der SpO2 (15)
76 % der COPD-Patienten mit belastungsinduzierter Hypoxämie zeigen während des 6-Minuten-Gehtests bei fixer Gabe von 2 L Sauerstoff einen relevanten Abfall der SpO2 (15)
Grafik 2
76 % der COPD-Patienten mit belastungsinduzierter Hypoxämie zeigen während des 6-Minuten-Gehtests bei fixer Gabe von 2 L Sauerstoff einen relevanten Abfall der SpO2 (15)
Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) – a) Blutgasanalyse in Ruhe und b) Blutgasanalyse unter Belastung (19)
Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) – a) Blutgasanalyse in Ruhe und b) Blutgasanalyse unter Belastung (19)
Grafik 3
Langzeitsauerstofftherapie (LTOT) – a) Blutgasanalyse in Ruhe und b) Blutgasanalyse unter Belastung (19)
Alltagsrelevante Aspekte für die Praxis
Alltagsrelevante Aspekte für die Praxis
Kasten
Alltagsrelevante Aspekte für die Praxis
Übersicht identifizierter Unterschiede zwischen der BTS- (British Thoracic Society) und DGP- (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin) Leitlinien für LTOT (nach Magnet et al. [20])
Übersicht identifizierter Unterschiede zwischen der BTS- (British Thoracic Society) und DGP- (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin) Leitlinien für LTOT (nach Magnet et al. [20])
Tabelle
Übersicht identifizierter Unterschiede zwischen der BTS- (British Thoracic Society) und DGP- (Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin) Leitlinien für LTOT (nach Magnet et al. [20])
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