ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Insuffizienzfraktur nach Fitness-Walking

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Insuffizienzfraktur nach Fitness-Walking

Insufficiency fracture following power walking

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(51-52): 877; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0877

Korsten, Peter; Staab, Wieland; Vasko, Radovan

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Die Magnetresonanztomografie (MRT [T1 TSE sagittal]) zeigt eine die Kortikalis und die subkortikalen Trabekel durchziehende Hypointensität als Korrelat einer Fraktur der posterioren Tibia
Die Magnetresonanztomografie (MRT [T1 TSE sagittal]) zeigt eine die Kortikalis und die subkortikalen Trabekel durchziehende Hypointensität als Korrelat einer Fraktur der posterioren Tibia
Abbildung
Die Magnetresonanztomografie (MRT [T1 TSE sagittal]) zeigt eine die Kortikalis und die subkortikalen Trabekel durchziehende Hypointensität als Korrelat einer Fraktur der posterioren Tibia

Eine 62-jährige Frau stellte sich mit seit einer Woche bestehenden Schmerzen im linken Sprunggelenk nach Fitness-Walking vor. Die konventionelle Röntgenaufnahme ergab einen unauffälligen Befund. Wegen anhaltender Beschwerden wurde eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt; diese zeigte eine Fraktur der distalen Tibia. Die Knochendichtemessung ergab eine Osteopenie, die Blutuntersuchung zeigte erniedrigte Osteocalcin-Spiegel (Knochenbildungsmarker). Die Patientin war drei Jahre zuvor wegen einer Leukämie mit Steroiden/Chemotherapie behandelt und 20 Jahre zuvor wegen eines Zervixkarzinoms radikal hysterektomiert worden. Eine Chemotherapie, insbesondere in Kombination mit wiederholten und langzeitigen Steroidgaben, induziert Störungen der Osteoblastenfunktion. Diese experimentell belegte Spätfolge einer antineoplastischen Therapie ist von besonderer Bedeutung in vulnerablen Populationen, wie postmenopausalen Frauen oder jungen Patienten mit akuten Leukämien. Insuffizienzfrakturen liegt eine pathologische Knochenbeschaffenheit zugrunde; dagegen können Stressfrakturen bei Überlastung auch an gesunden Knochen auftreten.

Dr. med. Peter Korsten, Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, Georg-August-Universität Göttingen

PD Dr. med. Wieland Staab, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Georg-August-Universität Göttingen

PD Dr. med. Radovan Vasko, Klinik für Nephrologie und Rheumatologie, Georg-August-Universität Göttingen, vaskorad@gmail.com

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Korsten P, Staab W, Vasko R: Insufficiency fracture following power walking. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 877. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0877

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

Die Magnetresonanztomografie (MRT [T1 TSE sagittal]) zeigt eine die Kortikalis und die subkortikalen Trabekel durchziehende Hypointensität als Korrelat einer Fraktur der posterioren Tibia
Die Magnetresonanztomografie (MRT [T1 TSE sagittal]) zeigt eine die Kortikalis und die subkortikalen Trabekel durchziehende Hypointensität als Korrelat einer Fraktur der posterioren Tibia
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Die Magnetresonanztomografie (MRT [T1 TSE sagittal]) zeigt eine die Kortikalis und die subkortikalen Trabekel durchziehende Hypointensität als Korrelat einer Fraktur der posterioren Tibia

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