ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Ärztemangel: Verantwortungsbewusstsein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Was viele Kollegen der Generation 50+ (zu der ich übrigens auch gehöre) entweder absichtlich verschweigen oder unbeabsichtigt verdrängt haben, ist, dass der Grund dafür, dass sie sich in PJ, AiP und ungezählten (weder finanziell noch durch Freizeit ausgeglichenen) Bereitschaftsdiensten haben ausbeuten lassen, weniger in der Sorge um den Patienten begründet war, als in der panikartigen Angst um den Job. Aufmucken bedeutete, dass der befristete Vertrag nicht verlängert wurde, sondern an einen der vielen Ärzteschwemme-Kollegen ging, die darauf warteten, von der Straße wegzu- kommen.

Wenn die jungen Kollegen heute ihre Position der Stärke, die die Arbeitsmarktsituation mit sich bringt, nutzen, hat das nichts mit zurückgegangenem Verantwortungsbewusstsein zu tun, sondern genau im Gegenteil mit dem Bewusstsein der Verantwortung gegenüber ihrer eigenen Arbeitsfähigkeit, ihren Familien und nicht zuletzt auch ihren Patienten.

Marcus Herud, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, 51375 Leverkusen

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige