ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Sichere Speicher für sensible Gesundheitsdaten

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Sichere Speicher für sensible Gesundheitsdaten

Dtsch Arztebl 2018; 115(51-52): [4]

Glöser, Sabine

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Foto: bigpa/stock.adobe.com
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In der Diskussion um die elektronische Patientenakte stellt sich oftmals die Frage nach der Datensicherheit. Forscher der Technischen Universität (TU) Darmstadt haben jetzt gemeinsam mit japanischen und kanadischen Partnern einen technologischen Prototypen entwickelt, der gewährleisten soll, dass sensible Gesundheitsdaten jahrzehntelang sicher gespeichert bleiben. Will heißen: Unabhängig von künftig verfügbaren Rechenkapazitäten und Algorithmen soll niemand Zugang zu den geschützten Daten bekommen oder diese verändern können.

„Alle heute genutzten Verschlüsselungsverfahren werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten unsicher“, sagte Prof. Johannes Buchmann von der TU Darmstadt und Sprecher des Sonderforschungsbereichs Crossing. „Die Rechenkapazitäten von Angreifern werden immer größer und ihre Angriffe besser. Wir können darum davon ausgehen, dass nach spätestens 20 Jahren alle verschlüsselten Daten offenliegen.“

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Langfristige Vertraulichkeit und Sicherheit soll den Wissenschaftlern zufolge eine Technologie namens „Secret Sharing“ ermöglichen: Dabei wird der Originaldatensatz so auf verschiedene Server aufgeteilt, dass einzelne Teile für sich genommen keinen Sinn ergeben. Erst wenn man genügend Teile, sogenannte Shares, übereinanderlegt, ergibt sich wieder der Originaldatensatz der Patientenakte. Sollte also einer der Server angegriffen werden, könnte der Eindringling mit dem erbeuteten Datensatz nichts anfangen. Zusätzlich sollen die Datensätze regelmäßig neu aufgeteilt werden und quantencomputer-resistente Signaturen, die regelmäßig ausgetauscht werden, für die Integrität der Daten sorgen.

„Der nachhaltige Schutz von elektronischen Patientenakten ist nur ein Beispiel, wo nachhaltige Sicherheit dringend benötigt wird“, betonte Buchmann. „In unserer digitalisierten Welt produzieren wir täglich eine unvorstellbare Anzahl sensibler Daten, die über lange Zeit vertraulich und unverändert bleiben müssen.“ sg

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