ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Low Carb: Proteine begrenzen
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Keto ist „high fat“ – nicht „high protein“! Leider wird gerade von vielen Kollegen dieser wichtige Unterschied nicht verstanden. Das führt zu Gegenargumenten wie „zu viel Fleisch“ und damit unethisch/krebserzeugend, zu viel Protein und damit schlecht für die Niere etc.

Seit über drei Jahren lebe ich „low carb, high/healthy fat“ und habe noch nie so wenig Protein/Fleisch gegessen! Damit die sattmachende, heilsame Nahrungsketose (ß-Hydroxybutyrat von 0,5 bis max. 5; beim Fasten und nach Sport auch schon mal bis zu 7 mmol) überhaupt zustande kommt, muss neben den Kohlenhydraten nämlich auch Protein begrenzt werden. „Überschüssiges“ Protein wird sonst in Glukose umgewandelt („Glukoneogenese“).

Bei etwa 65 kg ist meine Proteinobergrenze 50–60 g. Eier haben etwa 7 g Protein, Fisch und Fleisch etwa 20 g/100 g. Also acht Eier oder ein 200–300 g Stück Fisch oder Fleisch – über den ganzen Tag verteilt. Meist weniger, weil ja noch Eiweiß von pflanzlichen Lebensmitteln, Milchprodukten und Nüssen dazu kommt.

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Wird man davon denn satt? Ja, sehr gut sogar, denn Ketone machen satt. Kohlenhydrate (und zu viel Protein) dagegen provozieren Insulin, der Blutzucker sinkt, die Fettverbrennung wird ausgebremst, schnell entstehen wieder Hunger und Gewichtszunahme!

Diabetes Typ II ist eine Krankheit von (zumindest zu Beginn) zu viel Insulin!

Ich wünsche mir (mit) -betroffene Kollegen, die wie ich ihren Diabetes mit LCHF/Ketogener Ernährung komplett verschwinden lassen – und ihre Patienten hoffentlich nie mehr anders als nach den von Hallberg und Lentzen-Schulte vorgestellten Prinzipien beraten werden.

Ruth Neubauer, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, 64372 Ober-Ramstadt

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