ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Ambulante Versorgung: Neuer Streit um Sprechstundenzeiten

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Ambulante Versorgung: Neuer Streit um Sprechstundenzeiten

Dtsch Arztebl 2018; 115(51-52): A-2388

Maybaum, Thorsten; dpa

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Vertragsärzte bieten einer Umfrage zufolge im Schnitt 29 Stunden pro Woche Sprechzeit für Patienten an. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des GKV-Spitzenverbands unter 1 400 niedergelassenen Ärzten. Die Angaben beziehen sich jeweils auf die durchschnittlichen Sprechstunden pro Woche inklusive Hausbesuche in den befragten Einzelpraxen mit Vollzulassung. Ein Viertel der befragten Einzelpraxen mit Vollzulassung bietet demnach inklusive Hausbesuchen weniger als 25 Sprechstunden pro Woche an, acht Prozent weniger als 20 Stunden. Gesetzlich vorgeschrieben ist derzeit eine Mindestzahl von 20 Sprechstunden. Die Umfrage zeige, dass Ärzte schon heute im Schnitt deutlich mehr als 25 Wochenstunden Sprechzeit anböten, sagte der Vizechef des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg. Die Forderung der Ärzte nach mehr Geld sei „insofern nicht nachvollziehbar“. Weil aber ein nicht zu vernachlässigender Anteil der Ärzte weniger als 25 Sprechstunden anbiete, sei eine Erhöhung der Sprechstundenzahl wie im Terminservice- und Versorgungsgesetz vorgesehen, „absolut richtig und notwendig“. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) zeigte sich verwundert darüber, dass die Kassen Angaben zu Praxen machten, die weniger als 25 Sprechstunden pro Woche anbieten. „Offenbar kennen die Kassenfunktionäre ihre eigenen Vereinbarungen nicht. Im Bundesmantelvertrag ist eine Mindestzeit von 20 Wochenstunden aufgeführt“, sagte KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. med. Andreas Gassen. Praxen, die weniger als 20 Wochenstunden angegeben hätten, gebe es „nur sehr wenige“. „Und hier muss in jedem Fall hinterfragt werden, woran das liegt. Sprechstundenzeiten sind ja nicht gleichzusetzen mit Behandlungszeiten für Patienten“, sagte Gassen. Wenn ein Arzt viel operiere, könne er weniger Sprechzeiten anbieten. may/dpa

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