ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Randnotiz: Spielend zu Olympia
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Schon beim Schach scheiden sich die Geister, ob das Sport ist. Wen wundert es, dass es bei Sportwettkämpfen mit Video- und Computerspielen (E-Sport) genauso ist. Während Gegner sagen, E-Sport sei kein Sport, betonen Befürworter, körperliche und motorische Aktivität würden zwar nicht im herkömmlichen Sinne erfüllt. Es gebe jedoch andere motorische Abläufe wie Präzisionsbewegungen der Hände beim Spielen. Außerdem sei die Auge-Hand-Koordination mit der des Sportschießens gleichzusetzen. Das erklärten Petenten jetzt bei einer Anhörung des Petitionsausschusses des Bundestags. In der Petition ging es um das Anliegen, dass E-Sport als Sportart anerkannt und gefördert werden muss, weil die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) dafür vorgegebenen Kriterien erfüllt seien. Der Petitionsausschuss stellte sich fast geschlossen hinter die Anerkennung als eigene Sportart und die Öffnung der Sportförderprogramme. Die AfD findet die Anerkennung begrüßenswert, lehnt eine Förderung aber ab. Der Petitionsausschuss stützt mit dem Votum die im Koalitionsvertrag von Union und SPD verankerte Absicht, E-Sport „künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anzuerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive zu unterstützen“. Der DOSB hält davon gar nichts, auch wenn man E-Sport als Teil einer modernen Jugend- und Alltagskultur anerkennt. Wann E-Sport förderfähig und olympisch wird, ist zwar noch unklar. Für Spielebegeisterte gilt aber nun umso mehr: das Zimmer nicht mehr verlassen. Essen und Getränke an die Playstation liefern lassen und trainieren, trainieren, trainieren.

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