ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Brustkrebsrisiko: Nach Geburt zunächst erhöht

MEDIZINREPORT

Brustkrebsrisiko: Nach Geburt zunächst erhöht

Dtsch Arztebl 2018; 115(51-52): A-2419 / B-1976 / C-1946

Meyer, Rüdiger

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Schwangerschaften schützen vor Brustkrebs, doch die protektive Wirkung setzt laut einer Studie in den Annals of Internal Medicine (2018; doi: 10.7326/M18–1323) erst nach vielen Jahren ein. In den ersten Jahren haben junge Mütter ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Hazel Nichols vom Lineberger Comprehensive Cancer Center in Chapel Hill und ihre Mitarbeiter haben die Daten aus 15 prospektiven Kohortenstudien ausgewertet.

Dort war es während einer Nachbeobachtung von 9,6 Millionen Personenjahren zu 18 826 Brustkrebserkrankungen gekommen. Die Zahl der Erkrankungen war so niedrig, da Brustkrebserkrankungen im gebärfähigen Alter insgesamt selten sind. Dass das Brustkrebsrisiko nach einer Geburt erhöht ist, konnte nur dank der hohen Teilnehmerzahl der Studie bewiesen werden.

Laut den von Nichols vorgestellten Daten steigt es nach der Geburt an und erreicht nach etwa 5 Jahren einen Gipfel (HR 1,80; 95-%-KI 1,63–1,99). Nach dem fünften Jahr geht das Risiko langsam zurück. Etwa 34 Jahre nach der Geburt erkranken Frauen dann zu 23 % seltener als Frauen ohne Kinder an Brustkrebs (HR 0,77; 95-%-KI 0,67– 0,88). Der Anstieg des Brustkrebsrisikos dürfte auf die vermehrte Östrogenproduktion während der Schwangerschaft zurückzuführen sein. Ein erhöhtes Risiko war auch nur für östrogenrezeptorpositive Mammakarzinome nachweisbar.

Allzu große Sorgen sollten sich junge Mütter jedoch nicht machen. Da Brustkrebs vor der Menopause selten ist, ist der absolute Risikoanstieg gering. Zwischen dem 41. und 45. Lebensjahr kommt es infolge einer Schwangerschaft nur zu 41 zusätzlichen Brustkrebserkrankungen auf 100 000 Frauen, die in den vorangegangenen 3 bis 7 Jahren geboren haben. Rüdiger Meyer

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