ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2018Intensivmedizin: Klinische Ernährung kann Prognose verbessern

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Intensivmedizin: Klinische Ernährung kann Prognose verbessern

Dtsch Arztebl 2018; 115(51-52): A-2432 / B-1986 / C-1956

Gießelmann, Kathrin

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Die neue Leitlinie geht noch ausführlicher als die bisherige auf Mikronährstoffe bei der enteralen und parenteralen Ernährung ein. Foto: sudok1/stock.adobe.com
Die neue Leitlinie geht noch ausführlicher als die bisherige auf Mikronährstoffe bei der enteralen und parenteralen Ernährung ein. Foto: sudok1/stock.adobe.com

Eine neue Leitlinie zur klinischen Ernährung kritisch kranker Patienten liegt vor. Die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin aktualisierten Empfehlungen ersetzen die neun beziehungsweise 15 Jahre alten Leitlinien zur parenteralen und enteralen Ernährung in der Intensivmedizin.

Voraussetzung für eine gute klinische Ernährung auf der Intensivstation und die erste von 69 Empfehlungen der Leitlinie sind das Protokoll und regelmäßige Kontrollen. Denn Studien belegen, dass die enterale Ernährung nicht nur früher beginnt, wenn ein Ernährungsprotokoll geführt wird, sondern dass auch die einzelnen Substrate (Proteine, Kohlenhydrate, Fette) häufiger in empfohlener Menge und Zusammensetzung zugeführt werden.

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Ebenso wichtig sei es, die Kalorien- und Nährstoffzufuhr den Krankheitsphasen anzupassen. Kritisch kranke Patientinnen und Patienten, bei denen in der Akutphase keine bedarfsdeckende orale Ernährung absehbar ist, sollten eine klinische Ernährungstherapie innerhalb von etwa 24 Stunden nach Aufnahme auf die Intensivstation erhalten. Die klinische Ernährung kann dabei in Abhängigkeit der Verdauungsfunktion enteral (mithilfe einer im Magen oder Dünndarm platzierten Sonde) oder parenteral (mithilfe eines in eine große Vene eingelegten Katheters) erfolgen.

Die neue Leitlinie liefert zudem zwei Grafiken, mit denen Ärztinnen und Ärzte die Substratzufuhr in Abhängigkeit der Insulinresistenz und der Phosphatkonzentration steuern können. Liegt die Phosphatkonzentration im Normbereich, ist empfohlen, die Steuerung am täglichen Insulinbedarf auszurichten.

Weit ausführlicher als die alten Leitlinien gehen die neuen Empfehlungen auf Mikronährstoffe ein. Bei parenteraler Ernährung sollten Vitamine und Spurenelemente immer substituiert werden, bei enteraler Ernährung nur dann, wenn der Tagesbedarf nicht gedeckt wird. Andere Empfehlungen gelten bei der hoch dosierten Pharmakotherapie mit Mikronährstoffen, die den Tagesbedarf überschreiten. gie

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