ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2019GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Untersuchungen (1)

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GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Untersuchungen (1)

Dtsch Arztebl 2019; 116(1-2): A-42 / B-34 / C-34

Pieritz, Anja

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Das hausärztliche geriatrischen Basis-Assessments wurde vor einiger Zeit in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) implementiert. Diese Komplexleistungen beinhalten eine Art körperliche und geistige Befunderhebung (EBM-Nr. 03360) und eine Art Beratungs- und Betreuungspaket (EBM-Nr. 003362).

Bei den Komplexleistungen des EBM werden zahlreiche obligate und fakultative Leistungen mit einer Pauschale vergütet. Pauschalen sind in der GOÄ jedoch ausgeschlossen. Aus diesem Grund wurde zu den in den EBM-Nummern aufgeführten Leistungen eine Zuordnung der Inhalte zu Leistungspositionen der GOÄ (soweit möglich) hergestellt.

Für die physische und psychische Befunderhebung sind in verschiedenen Abschnitten der GOÄ Gebührenpositionen aufgeführt.

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Die körperliche Untersuchung kann je nach Umfang mit den Nrn. 5 (symptombezogen) oder 7 GOÄ (vollständiges Organsystem) sowie je nach Indikation nach den Nrn. 800 (eingehende neurologische Untersuchung) und/oder 801 GOÄ (eingehende psychiatrische Untersuchung) angesetzt werden. Beispielswiese könnte die Überprüfung der Mobilität eine symptombezogene Untersuchung darstellen. Die Nr. 5 GOÄ ist obligater Bestandteil des Hausbesuches nach Nr. 50 GOÄ und daher nicht daneben berechnungsfähig. Zum Ansatz der Nr. 5 GOÄ ist auf die Allgemeinen Bestimmungen des Abschnitts B. Grundleistungen und allgemeine Leistungen, hier Bestimmung Ziffer 2, „Die Leistungen nach den Nrn. 1 und/oder 5 sind neben Leistungen nach den Abschnitten C bis O im Behandlungsfall nur einmal berechnungsfähig.“ zu achten. Weiterhin heißt es in der Bestimmung Ziffer 3: „Die Leistungen nach den Nummern 1, 3, 5, 6, 7 und/oder 8 können an demselben Tag nur dann mehr als einmal berechnet werden, wenn dies durch die Beschaffenheit des Krankheitsfalls geboten war. Bei mehrmaliger Berechnung ist die jeweilige Uhrzeit der Leistungserbringung in der Rechnung anzugeben. Bei den Leistungen nach den Nummern 1, 5, 6, 7 und/oder 8 ist eine mehrmalige Berechnung an demselben Tag auf Verlangen, bei der Leistung nach Nummer 3 generell zu begründen.“

Mit der Nr. 7 GOÄ wird die „Vollständige körperliche Untersuchung mindestens eines der folgenden Organsysteme: das gesamte Hautorgan, die Stütz- und Bewegungsorgane, alle Brustorgane, alle Bauchorgane, der gesamte weibliche Genitaltrakt (gegebenenfalls einschließlich Nieren und ableitende Harnwege) – gegebenenfalls einschließlich Dokumentation –“ abgerechnet. Weitere Hinweise, z. B. welcher Umfang je Organsystem beinhaltet ist, sind den ergänzenden Bestimmungen zu Nr. 7 GOÄ zu entnehmen. Hilfreich für die erstattende Stelle kann die explizite Nennung des jeweils untersuchten Organsystems (z. B. Herz/Lunge oder Skelettsystem) auf der Rechnung sein. Dr. med. Anja Pieritz

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