ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/2019Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Indikatoren sollen geprüft werden

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Gemeinsamer Bundes­aus­schuss: Indikatoren sollen geprüft werden

Dtsch Arztebl 2019; 116(1-2): A-7 / B-7 / C-7

Beerheide, Rebecca

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Die Mitglieder des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses haben eine Überprüfung des Verfahrens der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren für Krankenhäuser in Auftrag gegeben. Ebenso wurde die Liste der Versorgung im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung erweitert.

Der Sitzungssaal des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses: Das höchste Gremium der Selbstverwaltung zieht Anfang 2019 um. Foto: G-BA
Der Sitzungssaal des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses: Das höchste Gremium der Selbstverwaltung zieht Anfang 2019 um. Foto: G-BA

Nach der ersten Veröffentlichung der planungsrelevanten Qualitätsindikatoren für Krankenhäuser soll es eine Prüfung und möglicherweise Überarbeitung der Richtlinie und des Verfahrens geben. Diesen Auftrag hat die Arbeitsgruppe im Unterausschuss Qualitätssicherung beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) Ende Dezember bekommen.

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In der Plenumssitzung des höchsten Gremiums der gemeinsamen Selbstverwaltung wurde darüber diskutiert, ob der Ende Oktober 2018 vorgelegte Bericht gestoppt werden sollte. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hatte vorgebracht, dass es eine „differenziertere Betrachtung der Ergebnisse“ geben müsse. Hintergrund ist die Medienberichterstattung in einigen Regionen, nachdem die Qualitätsberichte nach der gesetzlichen Vorgabe veröffentlicht wurden. „Insbesondere die Reaktionen der Presse auf die Veröffentlichung des Berichts zeigen, dass dringender Handlungsbedarf zur Überarbeitung des Verfahrens besteht“, erklärte DKG-Präsident Gerald Gaß im Anschluss an die Sitzung. „Wir wollen Transparenz, aber wir müssen die einzelnen Indikatoren und die Ergebnisse auch erklären, damit ihre wirkliche Aussagekraft deutlich wird.“ Damit ist allerdings nicht die Aussetzung oder das Rückziehen des Berichts beschlossen, wie es die DKG in einem Antrag gefordert hatte. In der Plenumssitzung hatten die Vertreter der DKG argumentiert, dass aufgrund der Medienberichterstattung der Bericht ausgesetzt werden solle. Der DKG geht es vor allem darum, dass die Bewertung „unzureichende Qualität“ nicht auf einen Einzelfall hin vergeben werden dürfen.

Kein Stopp des Berichts

Dazu hatten die Vertreter der Krankenkassen sowie der Unparteiische Vorsitzende des G-BA, Prof. Josef Hecken, eine klare Haltung. „Es wird mit jedem Haus vor Veröffentlichung der Ergebnisse sehr intensiv diskutiert. Aus meiner Sicht haben sich auch die lokalen Medien intensiv in die Thematik eingearbeitet. Da kann man nun nicht die Veröffentlichung des Berichts stoppen wollen“, sagte Hecken. Selbst wenn es um Einzelfälle bei der Geburtshilfe geht, gehe es auch immer um zwei Menschenleben, die bei mangelnder Qualität betroffen seien.

In der Sitzung beschlossen die G-BA-Mitglieder, dass Hauttumore künftig im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) versorgt werden können. Die Neuregelung gilt für Patienten mit bösartigen Melanomen der Haut – unter bestimmten Voraussetzungen auch Basaliomen – und auch Patienten mit primär kutanen Lymphomen. Das ASV-Kernteam muss aus Fachärzten für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie sowie Strahlentherapie bestehen. Bei Bedarf können auch Anästhesisten, Kardiologen, Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Nuklearmediziner oder Viszeralchirurgen hinzugezogen werden. Das ASV-Team muss zudem Mindestmengen nachweisen sowie eine 24-Stunden-Notfallversorgung und intensivmedizinische Behandlung ermöglichen.

Auch soll das PSA-Screening einem Bewertungsverfahren unterzogen werden. Dazu wurde ein Antrag der Patientenvertretung angenommen. „Wir brauchen für Deutschland klare Empfehlungen“, sagte Jens-Peter Zacharias vom Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe. Die Untersuchung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Zur Krebsfrüherkennung wird ein jährliches Abtasten der Prostata für Männer ab 45 Jahren bezahlt. Der PSA-Test wird als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) angeboten. Sein Nutzen zur Früherkennung ist bislang umstritten. Rebecca Beerheide

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