ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2019Heilmittelbericht der AOK: Mehr Entwicklungsstörungen bei Schulanfängern

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Heilmittelbericht der AOK: Mehr Entwicklungsstörungen bei Schulanfängern

PP 18, Ausgabe Januar 2019, Seite 4

KNA

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Der Bericht des WIdO zeigt einen hohen Anteil von Kindern mit Störungen bei der Sprech- und Sprachentwicklung.
Der Bericht des WIdO zeigt einen hohen Anteil von Kindern mit Störungen bei der Sprech- und Sprachentwicklung.

Die Zahl der diagnostizierten Entwicklungsstörungen bei Kindern zwischen fünf und sieben Jahren ist stark angestiegen. Sie habe sich in den vergangenen zehn Jahren um 26,5 Prozent erhöht, heißt es in einem aktuellen Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Der Anteil der Kinder mit einer Logo- oder Ergotherapie habe im gleichen Zeitraum jedoch nur um 8,2 Prozent zugenommen und sei seit 2015 sogar leicht rückläufig. Mehr als 82 Prozent der diagnostizierten Entwicklungsstörungen betreffen laut WIdO die Sprech- und Sprachentwicklung. Störungen der motorischen Entwicklung liegen mit gut 22 Prozent auf dem zweiten Platz. „Es ist unklar, ob die gestiegene Rate an dokumentierten Entwicklungsstörungen tatsächlich auf einen sich verschlechternden Entwicklungsstand der Kinder zurückzuführen ist“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des WIdO, Helmut Schröder. „Denn gleichzeitig wandeln sich die Anforderungen von Schule und Elternhaus an die Kinder sowie das ärztliche Diagnoseverhalten und die Therapiemöglichkeiten.“

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Die Schere zwischen der steigenden Diagnosehäufigkeit und der Verordnung von Heilmitteltherapien sei ein positives Zeichen dafür, dass Ärzte sehr genau hinschauten, wie sich ein Kind rund um die Einschulung entwickele und wann es therapeutische Begleitung brauche.

2008 wurde laut WIdO bei 27,5 Prozent der fünf- bis siebenjährigen Kinder eine Entwicklungsstörung diagnostiziert. Zehn Jahre später lag dieser Anteil schon bei 34,8 Prozent. Damals wie heute erhalten Jungen deutlich häufiger eine entsprechende Diagnose: 2017 waren es 41,3 Prozent der Jungen und 27,9 Prozent der Mädchen. kna

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