ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2019Psychische Gesundheit: Betriebssprechstunden bewähren sich

AKTUELL

Psychische Gesundheit: Betriebssprechstunden bewähren sich

PP 18, Ausgabe Januar 2019, Seite 5

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Zehn Jahre nachdem erste Betriebe eine Sprechstunde zur psychischen Gesundheit eingerichtet haben, hat sich dieses Versorgungsangebot laut der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) bewährt.

Auswertungen zeigten, dass knapp die Hälfte derjenigen, die eine solche Sprechstunde zur psychischen Gesundheit im Betrieb aufsuchen, dies aufgrund von Belastungen und Beanspruchungen am Arbeitsplatz tun. Genannt würden vor allem die Arbeitsmenge, erhöhte Arbeitszeiten, schlechte Beziehungen zu Arbeitskollegen sowie mangelnde Kommunikation, Partizipation und Wertschätzung durch die Führungskräfte. Im Privatbereich hingegen stünden vor allem Paarkonflikte, Probleme in der Kindererziehung und die Erkrankung von Angehörigen im Vordergrund, hieß es aus der Fachgesellschaft. Wichtig seien zudem die Einhaltung der Schweigepflicht des Betriebsarztes sowie der Ort der Sprechstunde auf dem Betriebsgelände, damit nicht deutlich werde, welche Mitarbeiter die Sprechstunde besuchten. Unerlässlich sei außerdem ein fortlaufendes Angebot von Workshops und Informationsveranstaltungen für die Beschäftigten.

Bei der Auftaktveranstaltung zur Etablierung einer Sprechstunde sollte die Unternehmensführung anwesend sein. „Nur wenn diese erkennbar hinter dem Thema steht und vermittelt, dass auch sie selbst oft Burnout-gefährdet ist, kommt es zu einer Akzeptanz der Beschäftigten und Führungskräfte“, so die DGAUM. Wichtig sei außerdem, dass Therapeuten aus der betrieblichen Sprechstunde eng mit dem übrigen Versorgungssystem vernetzt seien. „Gerade der Kontakt mit dem Betrieb vor der geplanten Entlassung aus einer teil-/stationären Behandlung ist eine der Voraussetzungen für einen gelingenden Return-to-work-Prozess. Die Sprechstunde könne dann für die Begleitung des Wiedereingliederungsprozesses genutzt werden. hil

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema