ArchivDeutsches Ärzteblatt PP1/2019Kulturkalender: Von Mysterien und Meisterwerken

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Kulturkalender: Von Mysterien und Meisterwerken

Schuchart, Sabine

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Jeden Monat stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN

Bis 3. März 2019:

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Rendezvous

Meisterstücke von Jean-Jacques de Boissieu, François Boucher, François Clouet, Jean-Honoré Fragonard, Claude Gellée (genannt le Lorrain), Nicolas Poussin sowie Hyacinthe Rigaud und Jean-Antoine Watteau – im Berliner Kupferstichkabinett ist eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen französischer Zeichnungen versammelt. Unter dem Titel „Rendezvous“ zeigt das Museum eine exquisite Auswahl seiner „schönsten Franzosen“: circa 100 herausragende Blätter, zwischen der Renaissance und der französischen Revolution entstanden – ein reiches Panorama der Zeichenkunst, das sich vom 16. bis zum 18. Jahrhundert erstreckt.

Kupferstichkabinett, Matthäikirchplatz, Di.–Fr. 10–18, Sa./So. 11–18 Uhr

BONN

Bis 25. August 2019:

Lebenswelten im frühen Mittelalter

© LVR-Landes-Museum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-Landes-Museum Bonn
© LVR-Landes-Museum Bonn. Foto: J. Vogel, LVR-Landes-Museum Bonn

Die fränkische Grabstele von Niederdollendorf aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. (Bild) ist eines von rund 300 kostbaren kulturhistorischen Exponaten, die Einblick geben in die um 500 n. Chr. beginnende Epoche nach dem Ende des weströmischen Reichs. Die hochkarätigen Objekte zeichnen ein eindrucksvolles Bild des vielfältigen kulturellen, religiösen und ökonomischen Austausches der spätantiken und frühmittelalterlichen Regionen zwischen Irland und Spanien im Westen und Ägypten und Ungarn im Osten. Es war eine hochdynamische Zeit voller politischer Umbrüche, in der Mobilität schon einmal das Gebot der Stunde war.

LVR-LandesMuseum Bonn, Colmantstr. 14–16, Di.–Fr. + So. 11–18, Sa. 13–18 Uhr

FRANKFURT/MAIN

Bis 17. März 2019:

Lotte Laserstein

Die Retrospektive lenkt den Fokus auf die 1898 in Ostpreußen geborene Malerin Lotte Laserstein, deren ausdrucksstarke Porträts in der Weimarer Republik gefeiert wurden. Zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten, wurde Lasersteins Œuvre in den letzten Jahren wiederentdeckt. Ihre Bilder beschreiben die Geburt einer emanzipierten, selbstbewussten Städterin. Ihre eigene Karriere kam zum Stillstand, als sie 1937 nach Schweden emigrieren musste.

Städel Museum, Schaumainkai 63, Di./Mi./Sa./So. 10–18, Do./Fr. 10–21 Uhr

HAMBURG

Bis 10. März 2019:

Der Landschaft auf der Spur

Obwohl Heinrich Reinhold, der 1825 an Tuberkulose starb, nur 36 Jahre alt wurde, gehört er zu den bedeutendsten deutschen Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts. Seine Arbeiten entstanden vor allem in Rom, am Golf von Neapel und auf Sizilien und reichen von Feder- und Bleistiftzeichnungen bis hin zu innovativen Ölstudien. Mit der Klassik Stiftung Weimar zeigt die Hamburger Kunsthalle im Rahmen ihrer Triologie zu Europas Landschaftsmalern der Goethezeit rund 120 Werke des hochbegabten Künstlers.

Hubertus-Wald-Forum/Kunsthalle, Glockengießerwall 1, Di.–So. 10–18, Do. 10–21 Uhr

MÜNCHEN

Bis 10. März 2019:

Weltempfänger

Sie wollten Geistiges und Übernatürliches auf Leinwand und Papier verewigen: Die drei außergewöhnlichen Künstlerinnen Georgiana Houghton (Großbritannien), Hilma af Klint (Schweden) und Emma Kunz (Schweiz) wirkten zwischen Mitte des 19. und Mitte des 20. Jahrhunderts unabhängig voneinander, aber waren durch eine gemeinsame Mission verbunden. Auf der Basis ihrer spirituellen Erfahrungen entwickelten sie eine abstrakte, moderne, mit Bedeutung aufgeladene Bildsprache. Sie verstanden sich als Botschafterinnen einer höheren Welt und schufen so Zukunftsvisionen.

Kunstbau im Lenbachhaus, Luisenstr. 33, Di. 10–20, Mi.–So. 10–18 Uhr

Sabine Schuchart

Der besondere Tipp

Heil- und Schutzzauber gegen das Sterben

© LWL-Museum für Archäologie
© LWL-Museum für Archäologie

Um das Mysterium des Todes ranken sich seit jeher irrationale Vorstellungen und Überlieferungen, die trotz aller Erkenntnisse von Wissenschaft und Medizin und christlich-religiöser Überzeugungen zum Teil bis heute fortwirken. Der Ruf der Ringeltaube zum Beispiel wurde als Ankündigung der Totenfrau („Tutenfru“) aufgefasst – und damit als Vorzeichen eines Todesfalls. Dieses und viele weitere Mythen zum Sterben untersucht diese hochinteressante Ausstellung. Tiere wie Raben, Katzen, Hasen und Maulwürfe galten ebenfalls als Unheilsbringer und es gab unzählige todbringende Objekte und Situationen, gegen die Heil- und Schutzzauber bis hin zu skurrilsten Bräuchen wie dem Trinken von Sargspänen mit Schnaps eingesetzt wurden (Bild: Schmuckanhänger mit phallischem Symbol, 1. Jahrzehnt v. Chr.).

„Tutenfru – Über Aberglaube und Tod“, Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstr. 25–27, Kassel, Di.–So. 10–17, Mi. 10–20 Uhr (bis 17. März 2019).

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