ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2019Pharmakotherapie der arteriellen Hypertonie bei gebrechlichen, älteren Patienten

MEDIZIN: Originalarbeit

Pharmakotherapie der arteriellen Hypertonie bei gebrechlichen, älteren Patienten

Ein systematisches Review

The pharmacological treatment of arterial hypertension in frail, older patients—a systematic review

Dtsch Arztebl Int 2019; 116(3): 23-30; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0023

Mühlbauer, Viktoria; Dallmeier, Dhayana; Brefka, Simone; Bollig, Claudia; Voigt-Radloff, Sebastian; Denkinger, Michael

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Hintergrund: Es wird kontrovers diskutiert, ob für ältere Patienten mit Bluthochdruck dieselben Therapieziele und Entscheidungsalgorithmen gelten wie für jüngere Patienten. Die amerikanischen und europäischen Leitlinien überlassen die Entscheidung über die antihypertensive Therapie gebrechlicher, institutionalisierter Personen dem behandelnden Arzt. Wir untersuchten deshalb systematisch die Literatur zur Pharmakotherapie der arteriellen Hypertonie körperlich gebrechlicher Patienten.

Methode: Es erfolgte eine systematische Literatursuche in den Datenbanken MEDLINE, Embase und Central nach randomisierten kontrollierten Studien (RCT), und non-RCT inklusive Beobachtungsstudien zur Pharmakotherapie der arteriellen Hypertonie älterer Menschen seit Einführung des Begriffes Gebrechlichkeit (englisch: „frailty“) aus dem Zeitraum 1992 bis 2017.

Ergebnisse: Aus 19 282 Zitaten für RCTs und 5 659 Zitaten für non-RCTs und Beobachtungsstudien konnten vier RCTs und drei Beobachtungsstudien in die Auswertung eingeschlossen werden. Die eingeschlossenen RCTs zeigen tendenziell, dass auch körperlich gebrechliche Patienten von der pharmakologischen Behandlung der Hypertonie im Hinblick auf Mortalität, kardiovaskuläre Erkrankungen, Funktionalität und Lebensqualität profitieren könnten. Demgegenüber weisen die Beobachtungsstudien zum Teil auf eine geringere Sturzrate und Sterblichkeit ohne antihypertensive Behandlung hin.

Schlussfolgerung: Aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse zwischen RCTs und non-RCTs, der geringen Repräsentation gebrechlicher Teilnehmer in den RCTs und eines hohen Verzerrungsrisikos in den non-RCTs sind die Resultate der eingeschlossenen Studien für die Ableitung von streng evidenzbasierten Therapieempfehlungen nicht geeignet. Als Richtwert schlagen die Autoren vor, bei einer Gehgeschwindigkeit < 0,8 m/s einen systolischen Blutdruck von < 150 mm Hg anzustreben; bei nicht oder nur leicht gebrechlichen Patienten > 80 Jahre sollte ein systolischer Wert von 130–139 mm Hg anvisiert werden.

LNSLNS

Die derzeitigen Empfehlungen für Zielblutdruckwerte und eine Pharmakotherapie der arteriellen Hypertonie bei älteren Menschen sind heterogen (1, 2). Die Leitlinie des American College of Cardiology von 2017 empfiehlt für zu Hause lebende Personen ≥ 65 Jahre einen neuen systolischen Blutdruckzielwert von < 130 mm Hg (3). In den aktuell vorgestellten Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) werden für dieselbe Altersgruppe systolische Zielwerte von 130–139 mm Hg angegeben (Evidenzgrad A) (4). Die Deutsche Hochdruckliga und die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) empfehlen auch bei Älteren einen Zielblutdruck < 140/90 mm Hg (57). Allerdings bezeichnet die DEGAM die Datenlage zur antihypertensiven Therapie bei älteren Personen als unzureichend (6). Gerade bei gebrechlichen älteren Menschen stellt die Hypertonietherapie bezüglich Verträglichkeit und Komplikationen eine besondere Herausforderung dar. Die aktuelle amerikanische Leitlinie (3) unterscheidet primär bei Älteren nach Morbidität, Alter und Institutionalisierung, jedoch nicht nach Gebrechlichkeit (englisch „frailty“). Im Gegensatz dazu differenziert die aktuelle ESC-Leitlinie zwischen leistungsfähigen und gebrechlichen Patienten (4). Während davon ausgegangen werden kann, dass ältere, nichtgebrechliche Hypertoniker analog zu jüngeren behandelt werden können, stellt sich bei körperlich gebrechlichen Patienten die Frage, ob sie von einer solchen Therapie profitieren (8).

Was aber ist Gebrechlichkeit? Der Begriff ist auch viele Jahre nach seiner Einführung um 1992 nicht eindeutig definiert und wird weiterhin kontrovers diskutiert. Während das Erklärungsmodell nach Fried et al. (9) über Messungen wie Handkraft, ungewollten Gewichtsverlust, Erschöpfung, körperliche Aktivität und Gehgeschwindigkeit vorrangig die körperliche Gebrechlichkeit abbildet, fließen in den Frailty Index (FI) nach Rockwood et al. (10) auch kognitive Parameter, Komorbiditäten und Malnutrition ein. Um eine vergleichbare Charakterisierung älterer Teilnehmer in randomisierten kontrollierten Studien (RCT) bezüglich derer körperlichen Gebrechlichkeit zu erreichen, wurde 2015 von der European Medicines Agency (EMA) die Messung der Gehgeschwindigkeit und die Durchführung der Short Physical Performance Battery (11) vorgeschlagen.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird die Entscheidung über eine antihypertensive Therapie gebrechlicher Personen in den amerikanischen und europäischen Leitlinien dem behandelnden Arzt überlassen (3, 4). Obwohl der Aspekt Gebrechlichkeit bereits in Leitlinien-Empfehlungen eine Rolle spielt, betrachteten systematische Reviews bislang nur den Aspekt Alter. Deshalb bewerten wir in der vorliegenden Arbeit systematisch die Evidenz für die Pharmakotherapie der arteriellen Hypertonie unter Einbeziehung der körperlichen Gebrechlichkeit.

Methode

Die elektronische Literatursuche erfolgte in den Datenbanken MEDLINE, Embase und Central von 01.01.1992 bis 31.12.2017 (PROSPERO CRD42017067253) (12). Zwei Reviewer (VM, SB) führten unabhängig voneinander folgende Schritte durch:

  • Auswahl der Studien
  • Datenextraktion
  • Bewertung des Biasrisikos der Primärstudien.

Unstimmigkeiten bei den Ergebnissen wurden durch Diskussion oder durch eine dritte Person (MD, DD) gelöst. In die Auswertung wurden RCTs eingeschlossen, die die Effekte einer antihypertensiven Pharmakotherapie auf die Endpunkte Funktionalität, Mortalität, Morbidität oder Lebensqualität in Abhängigkeit von körperlicher Gebrechlichkeit untersuchten. Nichtrandomisierte kontrollierte Studien (non-RCTs) wurden eingeschlossen, wenn diese für die genannten Endpunkte die körperliche Gebrechlichkeit als Effektmodifikator einer antihypertensiven Behandlung analysierten (weitere Details sind im eMethodenteil zu finden). Die körperliche Gebrechlichkeit wurde anhand der verfügbaren Funktionsassessments (zum Beispiel zur Mobilität oder zu Aktivitäten des täglichen Lebens [ADL]) systematisch bewertet (13).

Ergebnisse

Basierend auf Titel und Abstract wurden aus 19 282 Treffern zu RCTs 39 potenziell relevante Zitate ausgewählt, bei den non-RCT und Beobachtungsstudien waren es 41 potenziell relevante Zitate aus 5 659 Treffern. Davon konnten 4 RCTs (1419) und 3 prospektive longitudinale Kohorten-Studien eingeschlossen werden (2022). Eine Reanalyse eines RCTs (23) wurde durch die zusätzliche Suche nach Zitaten der Erst- und Letztautoren der eingeschlossenen Studien identifiziert und eingeschlossen. Eine Charakterisierung der Studien und die Ergebnisse sind in der Tabelle 1 und ergänzend in der eTabelle 1 dargestellt, die Biasbewertung der RCTs in der eTabelle 2.

Randomisierte kontrollierte Studien

Vier RCTs wurden identifiziert (Tabelle 1, eTabelle 1):

  • HYVET (HYpertension in the Very Elderly Trial) (16, 17),
  • DANTE (Discontinuation of Antihypertensive Treatment in Elderly People) (18),
  • SHEP (Systolic Hypertension in the Elderly Program) (19), und
  • SPRINT (Systolic Blood Pressure Intervention Trial) (14, 15, 23) .

In HYVET wurde bei Patienten ≥ 80 Jahre mit einem systolischen Blutdruck > 160 mm Hg die Interaktion zwischen medikamentöser Behandlung (Kombination retardiertes Indapamid 1,5 mg ± Perindopril 2–4 mg) und Gebrechlichkeit untersucht (16). Hier gibt es Hinweise darauf, dass – bezogen auf die Anzahl der Schlaganfälle sowie tödlicher und nichttödlicher kardiovaskulärer Ereignisse – der protektive Effekt einer antihypertensiven Behandlung bei zunehmender Gebrechlichkeit stärker sein könnte. Eine weitere Analyse der HYVET-Daten mit Fokus auf die Veränderung der Gebrechlichkeit während der ersten 24-Monate als Endpunkt gab keinen Hinweis auf einen signifikanten Unterschied, der Interventionsarm schnitt jedoch tendenziell besser ab (17). Die Biasbewertung für HYVET zeigte ein überwiegend niedriges Risiko. Die Beschreibung der Randomisierungsmethode (24) war unzureichend (eTabelle 2).

In DANTE konnte ein vorübergehendes Absetzen der antihypertensiven Therapie bei ≥ 75 Jährigen mit leichten kognitiven Defiziten (Mini-Mental-Status-Test(MMSE)-Score von 21–27) die Kognition oder Funktionalität (ADL) nach 16 Wochen nicht verbessern (18). Die Hochdruckbehandlung zeigte auch keine unterschiedlichen Effekte auf Kognition in Subgruppen mit und ohne eingeschränkte Alltagsfunktionalität. Die Biasbewertung ergab ein überwiegend niedriges Risiko, allerdings mit einer fehlenden Verblindung der Ärzte und Patienten (18) (eTabelle 2).

SHEP war 1991 die erste amerikanische RCT, die den protektiven Effekt einer antihypertensiven Behandlung (Chlorthalidone ± Atenolol) gegenüber einem Placebo auf tödliche und nichttödliche Schlaganfälle gezeigt hatte (25). In einer Post-hoc-Analyse 25 Jahre nach Abschluss der Studie konnte keine Effektmodifikation durch selbstberichtete funktionelle Einschränkungen beobachtet werden (19). Für die sekundären Endpunkte Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Mortalität, Herzinfarkt und Stürze ergaben sich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko durch die Therapie bei funktionell eingeschränkten Patienten. Die Biasbewertung zeigte ein überwiegend niedriges Risiko mit unklarem Risiko bei der Randomisierung und hohem Risiko für die Endpunkterhebung (eTabelle 2).

In SPRINT wurde in einer Subgruppenanalyse die Auswirkung einer intensiven Blutdrucktherapie (< 120 mm Hg) im Vergleich zu einer Standardtherapie (< 140 mm Hg) auf die primären Endpunkte Mortalität sowie kardiovaskuläre Erkrankungen bei Patienten ab 75 Jahre untersucht (14). Eine intensive Blutdrucksenkung schützte die Patienten vor kardiovaskulären Ereignissen unabhängig von der Gehgeschwindigkeit. Weitere Analysen der SPRINT-Daten zeigten keinen Unterschied zwischen den Gruppen bezüglich der Abnahme der Gehgeschwindigkeit über die folgenden drei Jahre (15). Bei Patienten ohne Mobilitätseinschränkung war das Mortalitätsrisiko bei intensivierter Behandlung geringer. Bei Patienten mit Mobilitätseinschränkung war der gezeigte protektive Effekt allerdings nicht signifikant. Diejenigen, die eine schlechtere körperliche Lebensqualität zu Studienbeginn berichteten, zeigten einen schnelleren Rückgang der Gehgeschwindigkeit in der intensiviert behandelten Gruppe als diejenigen, die sich besser einschätzten (15). Stratifiziert nach Gebrechlichkeit beobachtete man keinen signifikanten Unterschied bei der subjektiv wahrgenommen Lebensqualität zwischen beiden Gruppen (23). Die Biasbewertung ergab ein überwiegend unklares Risiko durch die unzureichende Beschreibung der Randomisierung sowie die unzureichende Verblindung (eTabelle 2) (26, 27).

Nichtrandomisierte kontrollierte Studien

In die Auswertung eingeschlossen wurden Analysen aus der Health, Aging, and Body Composition Study (Health ABC) (21), dem Medicare Current Beneficiary Survey (20) und der Jerusalem Longitudinal Study (22) (Tabelle 1, eTabelle 1) (zur Qualität der Studien siehe eMethodenteil).

In der Health ABC Study wurde die Assoziation zwischen der Einnahme von Antihypertensiva und wiederholten Stürzen bei 2 948 Teilnehmern ohne funktionelle Einschränkung über einen Zeitraum von sieben Jahren untersucht (21). Im Rahmen einer Sensitivitätsanalyse konnte keine Effektmodifikation durch die Gehgeschwindigkeit gesehen werden. Das Biasrisiko wurde als moderat beurteilt.

In einer Analyse des Medicare Current Beneficiary Surveys wurde gezeigt, dass eine intensive antihypertensive Medikation (> 2,5 Tagesdosen) mit einem erhöhten Risiko für schwere Verletzungen durch Stürze in 4 961 Medicare Patienten ≥ 70 Jahre assoziiert war (20). Das Risiko war signifikant höher bei Patienten mit körperlicher Gebrechlichkeit (definiert durch Stürze im letzten Jahr), allerdings unterschied sich das Risiko zwischen den Gruppen mit moderater oder intensiver Blutdrucksenkung nicht mehr wesentlich (20). Das Biasrisiko wird als schwerwiegend beurteilt.

In der Jerusalem Longitudinal Study wurde der Zusammenhang zwischen medikamentöser Behandlung der arteriellen Hypertonie und Gesamtmortalität bei über 90-Jährigen in Abhängigkeit von Gebrechlichkeit gemessen mittels ADL und Handkraft untersucht (22). Nichtmedikamentös behandelte Hypertoniker hatten ein tendenziell geringeres Sterberisiko, behandelte Hypertoniker ein tendenziell höheres Sterberisiko im Vergleich zu Personen mit normalen Blutdruckwerten ohne Therapie. Der protektive Effekt ohne Behandlung war ausgeprägter bei den Teilnehmern mit besserer körperlicher Funktion (22). Das Biasrisiko wurde als moderat beurteilt.

Diskussion

Obwohl der Begriff Gebrechlichkeit (englisch „frailty“) bereits 1992 eingeführt wurde (28), konnten wir in unserem Review nur wenige Studien identifizieren, die ihre Teilnehmer in dieser Hinsicht charakterisierten. Die eingeschlossenen RCTs weisen darauf hin, dass auch körperlich stärker gebrechliche Patienten von einer Behandlung der Hypertonie im Hinblick auf Mortalität, kardiovaskuläre Erkrankungen, Funktionalität und Lebensqualität profitieren könnten. Da das Biasrisiko jedoch häufig als unklar bewertet wurde, zumeist der Anteil funktionell stärker eingeschränkter Menschen in den Studien gering und die Heterogenität der eingeschlossenen Studien groß war, reicht die Qualität der Evidenz nicht aus, um therapeutische Empfehlungen abzuleiten. Die Qualität der identifizierten non-RCTs ist ebenfalls unzureichend, um beurteilen zu können, ob körperliche Gebrechlichkeit als Effektmodifikator gewertet werden kann.

Angesichts der vorhandenen Literatur können HYVET und SPRINT bei unserer Fragestellung als Landmark-RCTs bezeichnet werden, da sie zum ersten Mal die Studienteilnehmer genauer bezüglich Gebrechlichkeit charakterisierten (eTabelle 3). Die Ergebnisse zeigen auch bei körperlich gebrechlichen älteren Patienten einen protektiven Effekt der antihypertensiven Behandlung. Allerdings fehlt bei den Subgruppenanalysen die notwendige statistische Power für belastbare Aussagen. Darüber hinaus ist fraglich, inwieweit die ausgewählten Patientenpopulationen der RCTs die Verordnungsrealität abbilden. So wurden Patienten mit Diabetes, symptomatischer Herzinsuffizienz, orthostatischer Hypertonie, Demenz oder Pflegeheimbewohner aus SPRINT ausgeschlossen (29, 30). Auch in HYVET waren Demenz und der Bedarf an einer 24-Stunden-Pflege als Ausschlusskriterien definiert (16).

SPRINT weist ein überwiegend unklares Biasrisiko mit unzureichender Beschreibung der Randomisierung und unzureichender Verblindung der Studienassistenten auf (26, 27). Gehgeschwindigkeit und Mobilitätseinschränkung waren im registrierten Studienprotokoll (ClinicalTrials.gov Identifier: NCT01206062) von Anfang an nicht als Endpunkte definiert. Da sämtliche Ergebnisse der Studien breite Konfidenzintervalle aufweisen, ist die Präzision des Effektschätzers gering. Sowohl HYVET als auch SPRINT wurden vorzeitig beendet, sodass der Effekt der Intervention möglicherweise überschätzt wird (31). Der zur Charakterisierung der Funktionalität verwendete FI wurde in HYVET zudem auch bei Teilnehmern berechnet, bei denen nicht alle beziehungsweise mindestens die Hälfte der Items vorhanden war (16). Somit könnte die Klassifizierung der Teilnehmer in dieser Hinsicht Fehler aufweisen.

Zusätzlich muss in non-RCTs von einem erhöhten Biasrisiko ausgegangen werden. Die dargestellten Ergebnisse können bei der Frage nach einer differenzierten Therapie auf Basis körperlicher Gebrechlichkeit wenig beitragen. Auch hier ist die Studienpopulation oft nicht oder gering funktionell eingeschränkt (21). Während die bekannten Risiken einer höheren Sturzrate bei intensiverer Blutdrucktherapie bestätigt werden, scheint eine funktionelle Einschränkung das Risiko weiter zu erhöhen (20). Viele non-RCTs konnten nicht in die Auswertung eingeschlossen werden, da sie entweder nur den gemessenen Blutdruck als Surrogat für eine antihypertensive Behandlung nutzten oder weder stärkere funktionelle Einschränkungen noch körperliche Gebrechlichkeit als Effektmodifikator untersuchten. Lediglich die PARTAGE-Studie betrachtete die Interaktion zwischen dem systolischen Blutdruck und der Anzahl der antihypertensiven Medikamente bei Menschen aus Pflegeheimen. Sie zeigte, dass Patienten mit systolischen Blutdruckwerten < 130 mm Hg und mindestens zwei Antihypertensiva das höchste Sterblichkeitsrisiko hatten (32). Eine weitere Stratifizierung nach körperlicher Gebrechlichkeit wurde leider nicht vorgenommen, sodass diese Studie nicht eingeschlossen werden konnte.

Die Erkenntnisse aus PARTAGE decken sich mit weiteren epidemiologischen Studien, die eine J-förmige Assoziation zwischen Blutdruck und Mortalität postulieren. Hier besteht allerdings die große Gefahr einer umgekehrten Kausalität. So konnte bei über 80-Jährigen in Großbritannien zwar ein erhöhtes Mortalitätsrisiko bei einem systolischen Blutdruck < 120 mm Hg gesehen werden (33). Bei Betrachtung der Blutdruckverläufe fiel jedoch insbesondere in den letzten zwei Jahren vor dem Tod ein deutlicher Blutdruckabfall auf, unabhängig von einer antihypertensiven Therapie. Somit kann auch ein pathophysiologisch noch nicht geklärter Blutdruckabfall bis zu zwei Jahre vor dem Tod und nicht die Therapie des Blutdrucks oder der Blutdruck bei Studienbeginn den Zusammenhang erklären (33, 34). Ohne Sensitivitätsanalysen zum Ausschluss einer umgekehrten Kausalität sollten Ergebnisse demnach immer kritisch betrachtet werden. Allerdings weisen diese Analysen auf ein grundsätzliches Problem hin: Begonnene Therapien werden bei nicht mehr vorhandener Indikation oder fehlendem Therapiebedarf in den Monaten vor dem Tod nicht beendet (33).

Die Zielwerte der neuen ESC-Leitlinie für über 80-Jährige von 130–139 mm Hg systolisch können für stark und sehr stark eingeschränkte Patienten dennoch weiter kritisch diskutiert werden (4). So wurde in HYVET eine Mortalitätsreduktion für Zielwerte < 150 mm Hg gezeigt (16). Inwieweit eine weitere Reduzierung auf Zielwerte < 140 mm Hg protektiv ist, sollte weiter untersucht werden. Auch die noch laufende INFINITY-Studie („Intensive Versus Standard Blood Pressure Lowering to Prevent Functional Decline in Older People”, clinicaltrials.gov NCT01650402) wird bei funktionell stark bis sehr stark eingeschränkten Menschen wenig Neues bringen, da Patienten mit Anzeichen von körperlicher Gebrechlichkeit, (SPPB-Score < 10 Punkte) ausgeschlossen wurden.

Stärken und Limitationen der Studie

Die Stärke dieser systematischen Übersichtsarbeit liegt darin, dass zum ersten Mal die Literatur zur Hypertonietherapie unter dem Aspekt der körperlichen Gebrechlichkeit systematisch aus RCTs und non-RCTs inklusive Beobachtungsstudien aufgearbeitet wurde. Durch die Überprüfung der Referenzlisten systematischer Übersichtsarbeiten zu antihypertensiver Behandlung bei Älteren (3537) sowie weiterer Landmark-Studien (eTabelle 3) haben wir versucht, alle relevanten Artikel zu identifizieren. Nichtsdestotrotz besteht ein geringes Risiko, dass eine Subgruppenanalyse übersehen wurde. Ein kritischer Punkt ist die Art der Identifikation körperlich gebrechlicher, funktionell eingeschränkter Patienten. Durch die Heterogenität der Definition von Gebrechlichkeit werden große Unterschiede zwischen funktionsorientierten Assessments, kognitionsorientierten Assessments und Defizitmodellen, wie dem kumulativen FI nach Rockwood (ein Assessment, das in SPRINT und HYVET genutzt wurde), deutlich. So weist der FI in SPRINT kaum Aspekte der körperlichen Funktion auf. Zusätzlich schränken Post-hoc-Subgruppen-Analysen die Belastbarkeit der Ergebnisse ein. In non-RCTs können zumeist nicht alle Störfaktoren berücksichtigt werden. Durch die geringe Anzahl an identifizierten Studien war die Überprüfung auf einen Publikationsbias nicht möglich.

Resümee

Auch nach systematischer Aufarbeitung der Studienlage unter dem Aspekt der körperlichen Gebrechlichkeit bleiben Fragen offen. Mit Blick auf SPRINT und HYVET erscheint selbst in dieser Gruppe eine leitliniengerechte Blutdrucktherapie sinnvoll. Ob auch stark körperlich gebrechliche Patienten in den Studien zu finden waren, ist aufgrund des dort genutzten defizitorientierten FI nicht sicher. Ferner sind beide Studien aufgrund von Ausschlusskriterien nicht repräsentativ. Im Bereich der non-RCTs findet man nur wenige Studien, die sowohl die medikamentöse Behandlung als auch die körperliche Funktion differenziert analysiert haben. Um eine verlässliche Charakterisierung zu garantieren und eine Vergleichbarkeit zwischen Studien zu ermöglichen, sollten neben dem immer wieder geforderten Einschluss älterer Personen in künftige Studien auch systematisch validierte geriatrische Funktionsassessments genutzt werden. Nur dadurch können Effekte in Abhängigkeit von körperlicher Gebrechlichkeit differenziert beurteilt werden. Darüber hinaus sollten zur Beantwortung der in den aktuellen Leitlinien dargestellten Evidenzlücken neben klassischen klinischen Studien auch Deprescribing-RCTs sowie neue methodischen Ansätze inklusive prospektiver Metanalysen in etablierten Forschungsnetzwerken durchgeführt werden.

Danksagung

Wir danken den Mitgliedern der MedQol Gruppe für die bereichernden und ergänzenden Diskussionen sowie die gute Kooperation im Rahmen der weiteren Fragestellungen zu Diabetes, Demenz und Depression: Ruprecht Karls Universität Heidelberg: Walter E. Haefeli, Hanna M. Seidling (Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie), Jürgen M. Bauer, Annette Eidam (AGAPLESION Bethanien Krankenhaus Heidelberg); Albert-Ludwigs Universität Freiburg: Claudia Bollig, Gabriel Torbahn, Sebastian Voigt-Radloff (Institut für Evidenz in der Medizin [für Cochrane Deutschland Stiftung], Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät); Universität Ulm: Simone Brefka, Dhayana Dallmeier, Michael D. Denkinger, Viktoria Mühlbauer (AGAPLESION BETHESDA KLINIK, Geriatrie der Universität Ulm und Geriatrisches Zentrum Ulm/Alb-Donau), Carlos Schönfeldt-Lecuona (Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III, Universitätsklinikum Ulm), Christine von Arnim (Klinik für Neurologie, Universitätsklinikum Ulm), Stefan Klöppel (Universitäre Psychiatrische Dienste Bern (UPD), Universitätsklinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie, Universität Bern).

Finanzierung

Diese Arbeit wurde als Teil des Verbundvorhabens „Medikation und Lebenssituation im Alter“ durch die offene Förderlinie der Sonderlinie Medizin des Hoch­schul­finan­zierungsvertrags Baden-Württembergs finanziert.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 13. 9. 2018, revidierte Fassung angenommen: 4. 12. 2018

Zitierweise
Mühlbauer V, Dallmeier D, Brefka S, Bollig C, Voigt-Radloff S,
Denkinger M: The pharmacological treatment of arterial hypertension in frail,
older patients—a systematic review. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 23–30. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0023

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit0319 oder über QR-Code

eMethodenteil, eKästen, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/19m0023 oder über QR-Code

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* Die beiden Autorinnen teilen sich die Erstautorenschaft.
Geriatrie der Universität Ulm und Geriatrisches Zentrum Ulm/Alb-Donau,
AGAPLESION BETHESDA KLINIK: Viktoria Mühlbauer, PD Dr. med. Dhayana Dallmeier,
Ph.D., Simone Brefka, Prof. Dr. med. Michael Denkinger
Institut für Evidenz in der Medizin (für Cochrane Deutschland Stiftung), Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: Claudia Bollig, M.Sc., Dr. Sebastian Voigt-Radloff, M.Sc.
Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg, Universitätsklinikum Freiburg,
Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg: Dr. Sebastian Voigt-Radloff, M.Sc.
Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Michael Dieter Denkinger
Geriatrie der Universität Ulm
und Geriatrisches Zentrum Ulm/Alb-Donau
Agaplesion Bethesda Klinik
Zollernring 26
89073 Ulm
michael.denkinger@bethesda-ulm.de

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