ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2019Bürokratie: Besonders lästig
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Rebecca Beerheide berichtet in ihrem Beitrag zur überschäumenden Bürokratie vorwiegend über Anforderungen aus der GKV und erwähnt nicht – sehr ärgerlich in der Nervenheilkunde – dass z. B. Anfragen von Versicherungen und Versorgungsverwaltungen über zuvor irgendwann behandelte Patienten verpflichtend beantwortet werden müssen. Dafür gibt es zwar eine extrabudgetäre Vergütung, es kommen aber unzumutbar viele Pseudopatienten in unsere Praxen, ausschließlich mit dem Ansinnen, dass danach das Versorgungsamt oder die Renten- oder Privatversicherung einen Befundbericht anfordern kann. Erstens erfolgt die Untersuchung dabei rechtswidrig auf Kosten des GKV-Budgets. Zweitens nehmen diese Leute ernsthaft kranken Menschen die knappen Termine weg. Drittens haben die Versorgungsverwaltungen bei den Finanzbehörden geschafft, dass dieser Bericht umsatzsteuerbefreit ist, obwohl er beileibe keine kurative Leistung darstellt. Für die „Bürokratie-Abbauabteilungen“ gibt es also noch weitaus mehr Betätigungsfelder, die bei konsequentem Vorgehen auch junge Kollegen leichter motivieren würden, unseren schönen Beruf auch in der Praxis auf dem flachen Land auszuüben. Dort ist überflüssige Bürokratie besonders lästig.

Dr. med. Hans Baiker, 34756 Detmold

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