ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2019Gesetzliche Krankenversicherung: Spahn will Liposuktion zur Kassenleistung machen

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Gesetzliche Krankenversicherung: Spahn will Liposuktion zur Kassenleistung machen

dpa; KNA; Maybaum, Thorsten

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Krankenkassen sollen nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Kosten für eine Liposuktion zur Behandlung des Lipödems übernehmen. Die Kassen weigerten sich, die Liposuktion zu bezahlen, weil „der Nutzen noch nicht hinreichend belegt“ sei, sagte Spahn kürzlich der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Betroffenen wolle man schnell und unbürokratisch helfen. Mit einem Ergänzungsantrag zum derzeit im Bundestag beratenen Terminservice- und Versorgungsgesetz will Spahn das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) allerdings auch grundsätzlich ermächtigen, alleine darüber zu entscheiden, welche Untersuchungs- und Behandlungsmethoden die Krankenkassen bezahlen müssen. Der Vorstoß stieß sowohl in der Großen Koalition als auch der Opposition und der Selbstverwaltung auf Kritik. Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, bezeichnete das Vorhaben als „vollständigen Systembruch“. Das Ministerium hätte die Liposuktion längst zur Kassenleistung machen können, es hätte dann aber auch für die nicht nachgewiesene Evidenz die Verantwortung tragen müssen. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Andreas Gassen, sprach von einem „schlechten Signal“. Patienten müssten sich darauf verlassen können, dass sie mit sicheren und evidenzbasierten Verfahren behandelt werden. dpa/kna/may

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