ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2019Digitalisierung: Wenig begeistert
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Hinter dem Titel „Ein guter Schritt nach vorn“ sollte meines Erachtens eher ein Fragezeichen stehen. ...

Es ist sicherlich richtig, dass die Niedergelassenen wenig begeistert sind, verschiede Formate von Gesundheitsakten zu bedienen. Nun ist es aber sicherlich nicht so, dass die anderen Lösungen (zum Beispiel Vivy) nur deshalb verschwinden oder auf das Format von TK-Safe umstellen, weil es TK-Safe gibt. Insofern sehe ich den Schritt nach vorn nicht.

Inwieweit die KV-Connect-Schnittstelle für TK-Safe und ähnliche Anwendungen tatsächlich geeignet ist, kann ich nicht beurteilen, ich bin nicht niedergelassen und kenne die Software daher nicht.

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Was in dem Artikel überhaupt nicht thematisiert wird, ist das mit der Datenübertragung auf das Smartphone und der dortigen Speicherung der Daten verbundene Risiko aufgrund von Sicherheitslücken in der verwendeten Software. Im Vortrag „All Your Gesundheitsakten Are Belong to Us“ auf dem gerade beendeten CCC-Kongress in Leipzig zeigte Martin Tschirsich gravierende Lücken vorrangig in Vivy auf, aber auch TK-Safe und andere Angebote haben Schwächen.

Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist: Ist der Komfortgewinn das Risiko wert, dass Gesundheitsdaten öffentlich werden könnten, und wie gehen wir damit um, wenn Gesundheitsdaten gegen den Willen des Patienten, zum Beispiel aufgrund der Ausnutzung einer Sicherheitslücke in der Software, eines Einbruchs in den Cloudspeicher etc. tatsächlich öffentlich werden?

Ich kann den in dem Artikel artikulierten Enthusiasmus bezüglich TK-Safe und anderer E-GAs leider nicht so recht teilen.

Dr. med. Björn Lotz, 86922 Eresing

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