ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2019Digitalisierung: Handlungsempfehlungen für die Nutzung von Algorithmen im Gesundheitswesen

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Digitalisierung: Handlungsempfehlungen für die Nutzung von Algorithmen im Gesundheitswesen

Dtsch Arztebl 2019; 116(3): A-98 / B-82 / C-82

Gießelmann, Kathrin

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Die Handlungsempfehlungen leiten sich ab aus der im Rahmen der ceres-Studie erfolgten Literaturrecherche sowie der Analyse ethischer Herausforderungen. Foto: ktasimar/stock.adobe.com
Die Handlungsempfehlungen leiten sich ab aus der im Rahmen der ceres-Studie erfolgten Literaturrecherche sowie der Analyse ethischer Herausforderungen. Foto: ktasimar/stock.adobe.com

Algorithmen finden immer häufiger Anwendung in der Gesundheitsversorgung. Eine zunehmende Bedeutung prognostizieren Forscherinnen und Forscher der Universität zu Köln unter anderem bei der Präzisionsmedizin, der Diagnosestellung, dem Monitoring von Vitalwerten, in der Radiologie, Anästhesie, Intensivmedizin und Pathologie. Im Rahmen der ceres-Studie hatten sie eine Literaturrecherche im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zur Nutzung von Algorithmen in der Gesundheitsversorgung publiziert und dabei (ethische) Herausforderungen analysiert sowie Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet.

Durchsucht wurden vier Datenbanken, aus denen jeweils 150 Artikel in der Auswertung berücksichtigt wurden: Web of Science und Google Scholar (fachübergreifend) sowie PubMed (fachspezifisch Medizin) und PhilPapers (fachspezifisch Philosophie/Ethik). Ergänzend erfolgte eine Recherche über verschiedene Internetsuchmaschinen, um relevante Unternehmenstätigkeiten und Forschungsprojekte zu identifizieren.

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Die Handlungsempfehlungen sollen dabei helfen, den Einsatz von Algorithmen im Gesundheitswesen praktisch umzusetzen. In Anwendungsszenarien machen die Autorinnen und der Autor der Studie zudem deutlich, wie weit das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten von Algorithmen reicht – von der Vorhersage psychischer Erkrankungen bei Nutzerinnen und Nutzern sozialer Medien über die datenbasierte Unterstützung ärztlicher Therapieentscheidungen bis zur Mobilisierung gelähmter Menschen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die ethischen Fragestellungen, beispielsweise nach Verteilungsgerechtigkeit und der Haftung für algorithmenbasierte Entscheidungen.

Die Autoren erwarten, dass Algorithmen verstärkt an Krankenhausinformationssysteme angeschlossen werden, um Patientinnen und Patienten rund um die Uhr überwachen zu können. Sie halten es auch für wahrscheinlich, dass Algorithmen Handlungen nicht nur empfehlen, sondern etwa in der Intensivmedizin auch eigenständig veranlassen, heißt es im Kapitel Zukunftsaussichten. gie

http://daebl.de/YM77

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