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Dtsch Arztebl 2019; 116(3): A-91

MW; RF; BS

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Effektive Besserung von Ekzemen und Juckreiz mit Dupilumab – Eine unkontrollierte atopische Dermatitis und der damit einhergehende Juckreiz kann die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken, erklärte PD Dr. med. Arnd Jacobi, Hamburg.

Die Zulassungsstudien mit dem monoklonalen Antikörper Dupilumab (Dupixent®, Sanofi Genzyme), der vor einem Jahr eingeführt wurde, demonstrierten bei moderater bis schwerer atopischer Dermatitis eine effektive Besserung von Hauteffloreszenzen und Juckreiz: In den Studien SOLO 1 und 2 sowie CHRONOS erreichten im Vergleich zu Placebo signifikant mehr Patienten unter Dupilumab einen EASI-75 (Verbesserung des Eczema and Serverity Index um 75 %) nach Woche 16 (p < 0,001). Die Studien zeigten außerdem einen sehr effektiven Rückgang des Juckreizes unter Dupilumab – dieser Effekt setzte bereits innerhalb von 3 bis 4 Tagen nach Beginn der Therapie ein. Der monoklonale Antikörper war dabei gut verträglich und sicher.

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Wie sich Dupilumab langfristig im therapeutischen Alltag bewährt, soll unter anderem das TREATgermany-Register zeigen. mw

„Dupilumab: 1 Jahr zielgerichtete Systemtherapie bei atopischer Dermatitis – Erfahrungen aus der Klinik und Praxis“, Veranstalter: Sanofi Genzyme

Insulintherapie: Tresiba® ist zurück – Das Basalinsulin Tresiba® (Insulin degludec, Novo Nordisk) ist nach 3 Jahren Vertriebspause seit Dezember 2018 hierzulande wieder erhältlich. Insulin degludec kann das Hypoglykämierisiko bei Typ-1- und Typ-2-Patienten deutlich senken.

Hypoglykämien treffen unter anderem 47 % der Typ-2-Patienten mit Insulin. Die Folgen reichen bis zu Herzrhythmusstörungen und Tod. Die Angst vor nächtlichen Hypoglykämien plagt auch Typ-1-Diabetiker (78 %). Viele erhöhen deshalb ihre Blutzucker-Zielwerte, wodurch das Risiko für Diabetesfolgeschäden steigt.

Insulin degludec hat ein flaches Wirkprofil und eine Wirkdauer von 42 Stunden im therapeutischen Dosierungsbereich. Im Vergleich zu Insulin glargin (100 E/ml) fiel damit das Hypoglykämierisiko von Typ-2-Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko (DEVOTE-Studie) und für den Typ 1 (LANE) viel niedriger aus: Typ-1-Patienten mit erhöhtem Hypoglykämierisiko verbuchten während der Erhaltungsphase eine signifikante Abnahme schwerer Ereignisse und nächtlicher symptomatischer Unterzuckerungen. Bei Typ-2-Patienten traten – bei ähnlichem HbA1c – schwere und nächtliche schwere Hypoglykämien um 40 und 53 % seltener auf (p < 0,001). BS

„Insulin degludec: Hypoglykämien von Anfang an im Fokus“, Veranstalter: Novo Nordisk

Esketamin nasal zur Behandlung therapieresistenter Depression – Bei der Behandlung therapiereresistenter Depressionen (TRD) besteht nach wie vor ein erheblicher medizinischer Bedarf, stellte Prof. Dr. med. Michael Bauer, Uniklinikum Dresden, fest. Diesen könnte wahrscheinlich nasales Esketamin (Janssen) teilweise decken, ein NMDA-Antagonist, der in das glutamaterge System eingreift. Esketamin ist als S-enantiomer eine Weiterentwicklung von Ketamin, das bereits als seit Langem als Narkotikum eingesetzt wird.

In der Kurzzeitstudie TRANSFORM-2 an 223 Patienten mit therapieresistenter Depression konnte das Esketamin Nasenspray nach 4 Wochen Behandlung eine signifikante Verbesserung auf dem MADRS Score von 4 Punkten versus Placebospray erzielen (p = 0,02) (1). In der Langzeitstudie SUSTAIN-1 wurde an 705 Teilnehmern gezeigt, dass Patienten, die stabil respondiert hatten (Verbesserung von mindestens 50 %) oder sich in Remission befanden (MADRS Score £ 12), diesen Status mithilfe von intranasalem Esketamin signifikant länger aufrechterhalten konnten als unter Placebospray (2).

Besonders beeindruckend fand Bauer den schnellen Wirkeintritt: bereits nach 2 Tagen war zu Placebo eine Differenz von 3,3 Punkten (MADRS) zu sehen. Esketamin Nasenspray ist zur Zulassung eingereicht. rf

„Aktuelle Daten und Stand der Versorgung von Patienten mit unipolarer Depression“, DGPPN-Kongress 2018, Veranstalter: Janssen

Daten bei Diabetes im Zusammenhang sehen – Das integrierte, Personalisierte Diabetesmanagement (iPDM) ist ein digital unterstützter, strukturierter Prozess. Er soll Arzt und Patient effiziente, personalisierte Therapieentscheidungen erleichtern. Beide können davon mehrfach profitieren – angefangen beim HbA1c bis hin zur Arzt-Patienten-Kommunikation.

Dafür sprechen Daten von 907 Typ-2-Patienten mit Insulintherapie aus dem PDM-ProValue-Studienprogramm. Bei ihnen wurde 12 Monate lang das iPDM oder das herkömmliche Vorgehen angewandt. Das integrierte, Personalisierte Diabetesmanagement umfasst unter anderem das wiederholte Einschätzen und Schulen des Patienten (wo steht er, was will er?), Glukoseselbstkontrolle, das Einbeziehen in die Analyse des Verlaufs und in die Modifikation der Therapie sowie ein regelmäßiges Feedback zu Adhärenz und Erfolg – alles strukturiert.

Der iPDM-Gruppe ging es besser: Ihr mittlerer HbA1c-Wert sank signifikant um 0,5 % und stärker als im Vergleichsarm. Sie erhielten auch häufiger Empfehlungen zur Änderung des Lebensstils und der Medikation – vielleicht, weil zum Beispiel die AccuChek® Smart Pix Software (Roche) die Datenanalyse beschleunigt. iPDM-Patienten und ihre Ärzte waren zudem zufriedener mit der Therapie. Die Ärzte bewerteten auch die Diskussion der Glukosedaten mit den Patienten besser. BS

„Integrated Personalised Diabetes Management: Connecting the Dots to Improve Outcames)“, EASD-Kongress Veranstalter: Roche Diabetes Care

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