ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2019Nicht metastasiertes Mammakarzinom mit erhöhtem Risiko: Bei Her2-positiven Tumoren vermindert Trastuzumab-Konjugat das Rezidivrisiko

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Nicht metastasiertes Mammakarzinom mit erhöhtem Risiko: Bei Her2-positiven Tumoren vermindert Trastuzumab-Konjugat das Rezidivrisiko

Meyer, Rüdiger

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Foto: Eraxion iStock
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Frauen mit Her2-positivem Brustkrebs, bei denen nach neoadjuvanter Chemo- und Anti-Her2-Therapie während der Operation noch residuales Tumorgewebe in Brust oder Lymphknoten gefunden wird, haben eine schlechtere Prognose als Patientinnen ohne Tumorrest.

Die Verbindung des Her2-Antikörpers Trastuzumab (T) mit dem Zytostatikum Mertansin (DM2), einem Mikrotubuli-Inhibitor, ist bislang zur Zweitlinientherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Her2-positiven Mammakarzinoms zugelassen, wenn zuvor erfolglos mit Trastuzumab und/oder einem Taxan behandelt wurde. In einer offenen Phase-3-Studie ist nun die Wirksamkeit des Trastuzumab-Konjugats (TDM2) bei nicht metastasiertem Her2-positivem Brustkrebs nach neoadjuvanter taxanbasierter Chemotherapie plus Trastuzumab untersucht worden.

Unter Federführung der German Breast Group nahmen an 273 Zentren in 28 Ländern 1 486 Patientinnen teil, bei denen Tumorzellen im Resektat ein erhöhtes Rezidivrisiko anzeigten. Sie erhielten 14 Zyklen T oder TDM2. Primärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben. 3 Jahre nach der Operation waren 88,3 % der Patientinnen, die mit TDM2 behandelt wurden, noch ohne Rezidiv gegenüber 77,0 % in der Trastuzumab-Gruppe. Die Hazard Ratio (HR) für eine invasive Erkrankung oder Tod betrug in der TDM2-Gruppe 0,50 (95-%-Konfidenzintervall [95-%-KI] [0,39; 0,64]; p < 0,001).

Auch der Anteil der Frauen, bei denen sich Fernmetastasen entwickelten, wurde von 15,9 % auf 10,5 % gesenkt. In der TDM2- Gruppe sind 42 Patientinnen (5,7 %) gestorben vs. 56 (7,5 %) im Trastuzumab-Arm (HR: 0,70; [0,47; 1,05]). Bislang sind keine Unterschiede im Gesamtüberleben nachweisbar. Die Patientinnen profitierten unabhängig vom Hormonrezeptor- oder vom Lymphknotenstatus oder von der Art der neoadjuvanten Therapie. Das Sicherheitsprofil von TDM2 entsprach dem aus früheren Studien.

Fazit: Das Trastuzumab-Konjugat TDM2 reduziert das Rezidivrisiko bei Her2-positivem Mammakarzinom und residualem Tumor nach einer neoadjuvanten Therapie effektiver als Trastuzumab alleine.

Rüdiger Meyer

von Minckwitz G, Huang CS, Mano MS, et al.: Trastuzumab emtansine for residual invasive HER2-positive breast cancer. N Engl J Med 2018; DOI: 10.1056/NEJMoa1814017.

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