ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2019GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Untersuchungen (2)

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GOÄ-Ratgeber: Geriatrisches Basis-Assessment – Untersuchungen (2)

Dtsch Arztebl 2019; 116(4): A-160 / B-136 / C-136

Pieritz, Anja

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Der Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) beinhaltet Abrechnungsziffern für das hausärztliche geriatrische Basis-Assessment. Diese Komplexleistungen stellen eine Art körperliches und geistiges Befunderhebungspaket (EBM-Nr. 03360) und zum anderen eine Art Beratungs- und Betreuungspaket (EBM-Nr. 003362) dar.

Bei den o. g. Komplexleistungen des EBM werden zahlreiche obligate und fakultative Leistungen mit einer Pauschale vergütet. Die Abrechnung über Pauschalen ist in der GOÄ ausgeschlossen. Aus diesem Grund wurde zu den in den EBM-Nummern aufgeführten Leistungen eine Zuordnung der Inhalte zu Leistungspositionen der GOÄ (soweit als möglich) hergestellt.

Die „normalen“ körperlichen Untersuchungen (Nrn. 5 und 7 GOÄ) wurden in einem eigenen Ratgeber in Heft 1-2/2019 ausführlich erläutert.

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Mit der Nr. 800 GOÄ kann die „Eingehende neurologische Untersuchung – gegebenenfalls einschließlich der Untersuchung des Augenhintergrundes –“ berechnet werden. Zum Inhalt der Nr. 800 GOÄ verweisen wir auf den GOÄ-Ratgeber „Eingehende neurologische Untersuchung“ (Heft 42/2007). Aus der Dokumentation sollte sich die eingehende neurologische Untersuchung nachvollziehen lassen. Eine symptombezogene neurologische Untersuchung wäre nach Nr. 5 GOÄ berechnungsfähig.

Mit der Nr. 801 GOÄ kann die „Eingehende psychiatrische Untersuchung – gegebenenfalls unter Einschaltung der Bezugs- und/oder Kontaktperson –“ abgerechnet werden. Zum Leistungsinhalt der Nr. 801 GOÄ verweisen wir auf den GOÄ-Ratgeber „Eingehende psychiatrische Untersuchung“ (Heft 44/2007).

Mit der Nr. 857 GOÄ wird die „Anwendung und Auswertung orientierender Testuntersuchungen (z. B. Fragebogentest nach Eysenck, MPQ oder MPI, Raven-Test, Sceno-Test, Wartegg-Zeichentest, Haus-Baum-Mensch, mit Ausnahme des sogenannten Lüscher-Tests), insgesamt“ vergütet. Die Beurteilung der Selbstversorgerfähigkeiten entspricht nicht im eigentlichen Sinne einem standardisierten, wissenschaftlich validierten Testverfahren. Die Bewertungsskalen wie z. B. Barthel-Index, Pflegegesetzadaptiertes geriatrisches Basis-Assessment (PGBA), Instrumental activities of daily living (IADL) nach Lawton/Brody, geriatrisches Screening nach (ACHS) könnten dann der Nr. 857 GOÄ analog zugeordnet werden, wenn man zu dem Schluss käme, dass das Ausfüllen dieser Bewertungsbögen eine selbstständige ärztliche Leistung darstellt, die nicht durch die Anamnese- und Beratungsleistung erfasst wäre. Auch Art, Kosten- und Zeitaufwand müssen mit den in der originären Nr. 857 GOÄ genannten Testungen vergleichbar sein, um eine Analogie herzustellen. Die Berechnung ist mit „insgesamt!“ auf einmal je Sitzung beschränkt (vergleiche auch GOÄ-Ratgeber „Leistungslegende (2)“, Heft 4/2005). Dr. med. Anja Pieritz

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