ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2019Datensicherheit: Initiative will Ende des Faxversands beschleunigen

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Datensicherheit: Initiative will Ende des Faxversands beschleunigen

Dtsch Arztebl 2019; 116(4): A-156 / B-132 / C-132

Krüger-Brand, Heike E.

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Unter dem Titel #faxendicke fordert die Initiative, den Faxversand medizinischer Daten einzustellen und ein neues, sicheres Standardmedium zu etablieren. Foto: fotofabrika/stock.adobe.com
Unter dem Titel #faxendicke fordert die Initiative, den Faxversand medizinischer Daten einzustellen und ein neues, sicheres Standardmedium zu etablieren. Foto: fotofabrika/stock.adobe.com

Faxgeräte bieten Hackerinnen und Hackern leichte Einstiegsmöglichkeiten in Netzwerke. Aufgrund der vorhandenen Sicherheitslücken will etwa der National Health Service in England bis 2020 Faxgeräte im Gesundheitsbereich abschaffen, und auch in Deutschland soll zügig das Ende des Faxversands im medizinischen Bereich eingeläutet werden. Das ist zumindest das erklärte Ziel der Initiative #faxendicke, die der Arzt und Unternehmensgründer Dr. med. Johannes Jacubeit mit einigen weiteren Beteiligten vor einiger Zeit gestartet hat.

In einer an das Ge­sund­heits­mi­nis­terium gerichteten Petition fordert die Initiative außerdem die Transformation vom Fax hin zu einem neuen Standardmedium in der Medizin und plädiert für eine finanzielle Vergütung von Ärztinnen und Ärzten für die Nutzung sicherer, digitaler Versandwege. Die Onlinepetition kann auf der Webseite Change.org unterzeichnet werden.

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Im Blog „Der digitale Patient“ der Bertelsmann-Stiftung erläutert Jacubeit, der selbst eine Anwendung zur elektronischen Übermittlung von medizinischen Daten entwickelt hat, die Hintergründe. Ihm zufolge werden in den meisten Medizineinrichtungen hierzulande sensible Patientendaten per Fax ver-sendet, ohne dass mögliche Sicherheitslücken dabei reflektiert werden. Dazu zählen im ambulanten Sektor insbesondere die innerärztliche Übermittlung von Arztbriefen, Befunde für den weiterbehandelnden Arzt, ebenso Bescheinigungen sowie Auskünfte des Arztes gegenüber Krankenkassen. Zuweilen werden auch Rezepte an koope-
rierende Apotheken gefaxt, obwohl dies unzulässig sei. Im Klinikumfeld werden insbesondere Arztbriefe, Anmeldungen für Untersuchungen, Laborergebnisse sowie EKGs per Fax verschickt.

Entgegen der Meinung vieler Nutzerinnen und Nutzer sei das Faxen zudem nicht rechtssicher. Der mit einem „OK“-Vermerk versehene Sendebericht begründe nicht den Beweis für den tatsächlichen Eingang bei der Empfängerin oder dem Empfänger, sondern belege nur das Zustandekommen einer Verbindung, nicht aber die erfolgreiche Übermittlung von Signalen. Auch sei das Fax unwirksam, wenn für eine Erklärung die Schriftform gewünscht ist.

Die Initiative #faxendicke soll für das Thema sensibilisieren und datenschutzkonforme Alternativen aufzeigen. KBr

www.change.org/faxendicke

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