ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2019Ärztemangel: Spahn will Abwanderung über EU-Regelungen eindämmen

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Ärztemangel: Spahn will Abwanderung über EU-Regelungen eindämmen

Dtsch Arztebl 2019; 116(4): A-121 / B-105 / C-105

dpa; Maybaum, Thorsten

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1 965 in Deutschland tätige Ärzte gingen 2017 ins Ausland (59,3 Prozent deutsche Ärzte). Die Schweiz war das beliebteste Auswanderungsland. Foto: Tobias.S/stock.adobe.com
1 965 in Deutschland tätige Ärzte gingen 2017 ins Ausland (59,3 Prozent deutsche Ärzte). Die Schweiz war das beliebteste Auswanderungsland. Foto: Tobias.S/stock.adobe.com

Die Abwanderung deutscher Ärzte und Pflegekräfte in die Schweiz und andere Länder sollte nach Ansicht von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) mithilfe neuer EU-Regeln eingedämmt werden. Klar sei, „dass diese Fachleute in Deutschland fehlen“, sagte er kürzlich der Schweizer Zeitung SonntagsBlick. In Deutschland arbeiteten dann wiederum polnische Ärzte, die wiederum in Polen fehlten. Das könne so nicht richtig sein. „Deshalb sollten wir darüber nachdenken, ob wir die Abwerbung von Fachleuten aus bestimmten Berufsgruppen innerhalb der EU nicht neu regeln müssen. Und das, ohne die Freizügigkeit in Europa grundsätzlich infrage zu stellen.“ Entsprechende Abkommen gebe es bereits in der Welt­gesund­heits­organi­sation, sagte der CDU-Politiker. Auf jeden Fall hätte er die in die Schweiz abgewanderten deutschen Ärzte und Pflegekräfte „gerne zurück“. Für die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) liegt die Lösung auf der Hand. „Nur mit guten Rahmenbedingungen lassen sich die so dringend benötigten Ärzte und Pflegekräfte in Deutschland halten“, sagte KBV-Chef Dr. med. Andreas Gassen. Es sei notwendig, den Standort Deutschland attraktiv zu gestalten, weil man im internationalen Wettbewerb stehe. Gassen forderte erneut, dass erbrachte Leistungen vollständig und attraktiv vergütet werden. Die Ausübung des Berufs dürfe zudem nicht durch überbordende Gesetze gegängelt werden. dpa/may

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