ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2019Medizinstudium: Bundesweite Proteste für ein faires Praktisches Jahr

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Medizinstudium: Bundesweite Proteste für ein faires Praktisches Jahr

Dtsch Arztebl 2019; 116(4): A-122 / B-106 / C-106

Richter-Kuhlmann, Eva

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Zu den Forderungen der Studierenden gehört eine Aufwandsentschädigung im PJ in Höhe des BAföG-Höchstsatzes. Foto: Fachschaft Medizin Köln
Zu den Forderungen der Studierenden gehört eine Aufwandsentschädigung im PJ in Höhe des BAföG-Höchstsatzes. Foto: Fachschaft Medizin Köln

Medizinstudierende haben bundesweit für bessere Arbeits- und Studienbedingungen im Praktischen Jahr (PJ) demonstriert. Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) will damit auf ungleiche Ausbildungsbedingungen und Vergütung an den einzelnen Standorten der Hochschulmedizin aufmerksam machen. „Wir fordern faire Bedingungen im Praktischen Jahr des Medizinstudiums“, ist ein Slogan, der auf vielen Plakaten zu lesen war. „Das letzte Jahr des Medizinstudiums erfährt in unserer ganzen Ausbildung am wenigsten Aufmerksamkeit“, sagte Jana Aulenkamp, ehemalige bvmd-Präsidentin und PJ-Studentin, dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) am Rande einer Demonstration in Berlin. Eine Struktur in der Ausbildung, faire Arbeitsunfähigkeitsregeln oder eine Vergütung seien selten ausreichend vorhanden. Unterstützung erhielten die Medizinstudierenden von der Bundes­ärzte­kammer, Lan­des­ärz­te­kam­mern und dem Marburger Bund. „Unbezahlte Arbeit ist Ausbeutung und unbezahlte akademische Arbeit ist ein Ausverkauf der akademischen Lehre“, sagte etwa der Präsident der Berliner Ärztekammer, Dr. med. Günther Jonitz, am Rande der Demonstration vor der Berliner Charité dem . Es sei unverständlich, warum Referendare in andern Berufen ein Gehalt erhielten, nicht jedoch Medizinstudierende im PJ. „Das ist eine Ungleichbehandlung des ärztlichen Berufs“, betonte Jonitz. Die Studierenden fordern bundesweit eine Aufwandsentschädigung im PJ in Höhe des BAföG-Höchstsatzes. Zudem verlangen sie mindestens vier Stunden Lehrveranstaltungen und acht Stunden Selbststudium pro Woche, einen persönlichen Zugang zum Patientenverwaltungssystem in der Klinik sowie Arbeitskleidung und Aufbewahrungsmöglichkeiten für Kleidung und persönliche Gegenstände in der Klinik. ER

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