ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2019Leitliniengerechte Behandlung der Hypertonie: Erste Dreifach-Fixkombination mit Indapamid verfügbar

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Leitliniengerechte Behandlung der Hypertonie: Erste Dreifach-Fixkombination mit Indapamid verfügbar

Dtsch Arztebl 2019; 116(4): A-151

Walter, Monika

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Das Spektrum von 3-fach-Kombinationen zur Behandlung der Hypertonie hat sich mit Viacorind® erweitert. Vorbehandelte Patienten, die auf Perindopril/Amlodipin plus Indapamid umgestellt wurden, können von der Kombination mit einer zusätzlichen Senkung des Blutdrucks profitieren.

Die Fixkombination aus Perindopril/Amlodipin/Indapamid (Viacorind®) ist die erste und bisher einzige 3-fach-Kombination mit Indapamid. Die 3-fach-Kombination senkt den Blutdruck effektiv über 24 Stunden und ist eine Option für Hypertonie-Patienten mit Komorbiditäten wie zum Beispiel Diabetes, Adipositas und Koronare Herzerkrankung.

Zentrale Strategie bei einer unkomplizierten Hypertonie ist entsprechend der aktuellen ESC/ESH-Guideline eine initiale 2-fach-Kombination aus ACE-Hemmer (oder Sartan) und Calciumantagonist oder Diuretikum. Lassen sich die Blutdruckzielwerte damit nicht erreichen, kommen 3 Wirkstoffklassen (ACE-Hemmer, Calciumantagonist und Diuretikum) zum Einsatz. Dieser Algorithmus ist Prof. Dr. med. Roland Schmieder, Erlangen, zufolge auch für Patienten mit Hypertonieinduziertem Organschaden sowie bei zerebralen Erkrankungen, Diabetes oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit geeignet. Um die Compliance der Patienten zu verbessern, wird sowohl für die 2-fach- als auch die 3-fach-Kombination empfohlen, diese in einer Tablette zu verabreichen.

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Verbesserung der Therapietreue durch Fixkombination

Hintergrund der Priorisierung von Fixkombinationen ist Schmieder zufolge die geringe Therapietreue der Patienten: Bis zu 50 % der therapieresistenten Hypertoniker sind teilweise oder vollständig non-adhärent (1). Eine substanzielle Verbesserung durch Fixkombinationen bestätigen harte Endpunkte: Im Vergleich zur Therapie mit einer freien Kombination konnte mit einer fixen 2-fach-Kombination das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse um 13 % und das für Tod um 14 % gesenkt werden (p jeweils < 0,01) (2).

Für Patienten, die eine 3-fach-Kombination zur Behandlung ihrer Hypertonie benötigen, stand bisher nur eine beschränkte Auswahl zur Verfügung, betonte Prof. Dr. Peter Trenkwalder, Starnberg. Das hat sich verbessert: Seit Kurzem ist die erste Fixkombination aus dem ACE-Hemmer Perindopril (7 mg), dem langwirksamen Calciumantagonisten Amlodipin (5 mg) und dem direkt gefäßwirksamen Thiazid-Analogon Indapamid (2,5 mg) (Viacorind) verfügbar.

Alle 3 Substanzen sorgen für eine effektive Senkung des Blutdrucks (3). Die PAINT-Studie zeigt, dass vorbehandelte Patienten, die auf Perindopril/Amlodipin plus Indapamid umgestellt wurden, von der Kombination mit einer zusätzlichen Senkung des Blutdrucks profitieren – besonders deutlich jene mit einer Grad-3-Hypertonie: Bei diesen Patienten ging der systolische Blutdruck im Median um 45 mmHg zurück, der diastolische Blutdruck um 21 mmHg (4) .

Das in der fixen 3-fach-Kombination enthaltene Indapamid ist Hydrochlorothiazid (HCT) bei der Stärke der Blutdrucksenkung überlegen und weist einen über 24 Stunden anhaltenden Effekt auf (5). Auch beim Vergleich der Stoffwechselprofile unter der antihypertensiven Therapie zeigen sich Vorteile für Indapamid: Der HbA1c-Wert von Patienten mit Diabetes nahm unter Indipamid innerhalb eines Jahres um 0,46 % ab, während er unter HCT um 0,3 % anstieg (6). Auch andere Parameter wie Nüchternblutzucker, Harnsäure, LDL-Cholesterin und Triglyzeride besserten sich unter der Therapie mit Perindopril und Indapamid bei stabiler Elektrolytsituation leicht (7, 8).

Endpunkt-Studien bestätigen kardiovaskuläre Vorteile

Eine effektive Behandlung der Hypertonie ist für Patienten mit Co-Morbiditäten von besonderer Bedeutung: In der ADVANCE-Studie konnte bei über 11 140 Menschen mit Typ-2-Diabetes gezeigt werden, dass die Antihypertensiva Perindopril und Indapamid das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse signifikant senken (Gesamtmortalität –14 %, kardiovaskulärer Tod –18 %) (9). Eine Subgruppenanalyse der ADVANCE-Studie wertete Patienten aus, die zusätzlich zu Perindopril und Indapamid einen Calciumantagonisten erhalten hatten. Dabei zeigte sich bei Patienten, die mit Perindopril/Amodipin/Indapamid behandelt wurden, eine Verminderung des Mortalitätsrisiko um 28 % (10).

Vergleichbare Daten liefern die HYVET-Studie mit 3 845 Patienten über 80 Jahre und die PROGRESS-Studie mit 6 105 Patienten nach einem Schlaganfall (11,12).

Monika Walter

Quelle: „Pressegespräch zum Launch von Viacorind® – der einzigen 3-fach-Kombination mit Indapamid“, München, 12. September 2018. Veranstalter: Servier Deutschland GmbH

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit0419
oder über QR-Code.

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