ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2019Gynäkologische Ursachen nicht vergessen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Mit dem Eintritt der Menopause fällt die gefäßdilatatorische Wirkung des Östrogens aus: eine kausale Behandlung mit einem Hormonersatzpräparat wäre oft zielführender als ein die Ursache verschleierndes Antihypertonikum. Nebenbei bestehen noch viele weitere Zusatznutzen wie Verbesserung der Stoffwechselsituation, Prävention von Gelenkerkrankungen und Osteoporose sowie eine Prävention gegen maligne Erkrankungen wie Darmkrebs und Vulvakarzinom. Ursache kann auch Schlafmangel sein, der durch Arbeitsbedingungen oder durch eine sich langsam einschleichende Änderung des persönlichen Lebensstils entstanden ist. Erwähnenswert ist die langjährige Nachtarbeit, wie sie im Gesundheitsbereich und in der Pflege üblich ist und vorrangig Frauen betrifft. Oftmals sind diese Frauen zusätzlich mit der Familien- und Haushaltsversorgung belastet. Die Annahme, dass der Körper Nachtarbeit 10 Jahre kompensieren kann, bedeutet nicht, dass dieses auch 20 Jahre gut geht. Dies kausal zu therapieren, hätte möglicherweise eine einschneidende Änderung des Lebensstils oder einen Wechsel des Arbeitsplatzes zur Folge: alles besser als mit einem Antihypertonikum diesen Zustand zu demaskieren, vielleicht mit foudroyantem Ausgang. Gibt es schon Anzeichen für Arteriosklerose, ist eine umgehende weiterführende kardiologische und angiologische Diagnostik angezeigt, um beispielsweise eine relevante Carotisstenose als Grund auszuschließen, bevor eine medikamentöse Einstellung erfolgt. Der erste ärztliche Gedanke bei der Therapie einer Hypertonie sollte nicht sein, welches Antihypertonikum wohl das richtige wäre, sondern es sollte das Bestreben sein, die speziellen Ursachen bei diesem ganz individuellen Patienten herauszufinden.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0070a

Dr. med. Swana Swalve-Bordeaux

Fachärztin für Gynäkologie & Geburtshilfe, Eckernförde

swalve.bordeaux@gmail.com

Interessenkonflikt

Die Autorin erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Jordan J, Kurschat C, Reuter H: Arterial hypertension—diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 557–68 VOLLTEXT
1.Jordan J, Kurschat C, Reuter H: Arterial hypertension—diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 557–68 VOLLTEXT

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige