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Die Autoren erwähnen weder die in Deutschland geltenden Richtlinien (Disease Managment Programme[DMP]-Koronare Herzkrankheit [KHK] beziehungsweise DMP-Diabetes), die Nationalen Versorgungsleitlinien (Diabetes beziehungsweise KHK) noch die AWMF-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin zur kardiovaskulären Prävention (1, 2). Andererseits zitieren sie hauptsächlich die Leitlinie einer europäischen Kardiologen-Gesellschaft (ESC) mit hoher Industrie-Abhängigkeit (3). Wenn man internationale Empfehlungen für die breite Ärzteschaft referieren wollte, hätte man zusätzlich die ACP/AAFP-Guidelines (4) nennen müssen, die den Leser erkennen lassen, welche der Interventionen eine gute Datenlage und starke Empfehlung als Grundlage haben und welche der von den Autoren präferierten Vorschlägen Aktionismus darstellen. Im stationären Bereich sind Krankheitsprävalenzen und -schweregrade, aber auch Fragen der Haftung und Regresse ganz andere als im ambulanten hausärztlichen oder spezialistischen Bereich. Für die ambulante Praxis sind deswegen viele der im Artikel genannten Empfehlungen weder evidenzbasiert noch umsetzbar. Da bei Leitlinien der Grundsatz herrscht, dass diese von der Zielgruppe selbst erstellt sein sollte (und dementsprechend auch nur für diese gelten kann), ist davon auszugehen, dass die ESC-Leitlinie – und nachfolgend auch der Beitrag der im stationären Bereich tätigen Autoren – nur für im Krankenhaus tätige Kardiologen Geltung hat. Es bleibt unklar, warum eine Empfehlung für eine so kleine Anwendergruppe nicht als solche gekennzeichnet wurde, sondern sogar als cme-Artikel aufgewertet wurde.

DOI: 10.3238/arztebl.2019.0071a

Dr. med. Til Uebel und Kollegen 

Hausarztpraxen Ittlingen und Neckargemünd, Diabetologische Schwerpunktpraxis

til.uebel@t-online.de

Interessenkonflikt

Dr. Uebel ist ärztlicher Leiter der HD-MED-Fortbildungen, Gründungs-Mitglied einer Initiative für pharmafreie Fortbildung in Deutschland.

1.
Jordan J, Kurschat C, Reuter H: Arterial hypertension— diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 557–68 VOLLTEXT
2.
DEGAM-S3-Leitlinie 2017: Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention. www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053–024.html (last accessd on 1 September 2018).
3.
ESC-annual report 2017. www.escardio.org/static_file/Escardio/About%20the%20ESC/Annual-Reports/ESC-Annual-Report-2017.pdf (last accessd on 1 September 2018).
4.
Qaseem A, Wilt TJ, Rich R, et al.: Pharmacologic treatment of hypertension in adults aged 60 years or older to higher versus lower blood pressure targets: a clinical practice guideline from the American College of Physicians and the American Academy of Family Physicians. Ann Intern Med 2017; 166: 430–7 CrossRef MEDLINE
1.Jordan J, Kurschat C, Reuter H: Arterial hypertension— diagnosis and treatment. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 557–68 VOLLTEXT
2. DEGAM-S3-Leitlinie 2017: Hausärztliche Risikoberatung zur kardiovaskulären Prävention. www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053–024.html (last accessd on 1 September 2018).
3.ESC-annual report 2017. www.escardio.org/static_file/Escardio/About%20the%20ESC/Annual-Reports/ESC-Annual-Report-2017.pdf (last accessd on 1 September 2018).
4.Qaseem A, Wilt TJ, Rich R, et al.: Pharmacologic treatment of hypertension in adults aged 60 years or older to higher versus lower blood pressure targets: a clinical practice guideline from the American College of Physicians and the American Academy of Family Physicians. Ann Intern Med 2017; 166: 430–7 CrossRef MEDLINE

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