ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2019Zweitmeinungsverfahren: Neue Entscheidungshilfen

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Zweitmeinungsverfahren: Neue Entscheidungshilfen

Dtsch Arztebl 2019; 116(5): A-216

Hillienhof, Arne

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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) unterstützt Patientinnen und Patienten bei der Entscheidung über bestimmte, nicht eilige Operationen mit sechs neuen Entscheidungshilfen. Vier von ihnen richten sich an Frauen, denen eine Entfernung der Gebärmutter empfohlen wird. Zwei weitere sind vor allem für Eltern gedacht, denen für ihre Kinder eine Mandeloperation nahegelegt wird. Alle Entscheidungshilfen sind als druckbares PDF verfügbar und sollen laut dem IQWiG regelmäßig aktualisiert werden. Ärzte können sie im Patientengespräch verwenden oder als weitere Information aushändigen.

„Vielleicht hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfohlen, die Mandeln Ihres Kindes operieren zu lassen, um häufigen Entzündungen vorzubeugen. Auf einen solchen Eingriff kann aber oft verzichtet werden“, heißt es in der Entscheidungshilfe zu den Mandeloperationen bei Kindern. „Die Behandlungsentscheidung hängt unter anderem davon ab, wie stark die Beschwerden Ihres Kindes sind, wie oft es Mandelentzündungen hat, wie die Erfolgsaussichten des Eingriffs sind und ob Ihr Kind weitere Erkrankungen hat“. Eine Rolle spiele auch, welche Operationstechnik infrage komme und ob der Eingriff ambulant oder im Krankenhaus durchgeführt werden soll. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass die Entscheidungshilfe ein Arztgespräch nicht ersetzen kann, es aber unterstützen soll.

Ende 2018 hatte der Gemeinsame Bundes­aus­schuss eine Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren beschlossen. Danach müssen Ärzte, die bestimmte planbare Operationen empfehlen, Patienten auf ihr Recht hinweisen, die Entscheidung für oder gegen den Eingriff noch einmal kostenlos mit einem unabhängigen, qualifizierten Facharzt zu besprechen. Gebärmutterentfernung und Mandeloperation sind die ersten Eingriffe, für die dieses Zweitmeinungsverfahren gilt. hil

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