ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2019Gesundheitswesen: Bundesrechnungshof moniert schleppende Vernetzung

AKTUELL

Gesundheitswesen: Bundesrechnungshof moniert schleppende Vernetzung

Dtsch Arztebl 2019; 116(5): A-181 / B-157 / C-157

dpa; Krüger-Brand, Heike E.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Bundesrechnungshof (BRH) hat ein zu schleppendes Tempo bei der digitalen Vernetzung des Gesundheitswesens angeprangert. Er dringt auf ein stärkeres Eingreifen der Politik. 15 Jahre nach Beginn des Projektes der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) sei lediglich ein Teil der Praxen angeschlossen, heißt es in einem Bericht für den Deutschen Bundestag. Demnach habe die elektronische Gesundheitskarte bislang „keinen konkreten Mehrwert für Leistungserbringer und Versicherte, da Onlineanwendungen noch nicht etabliert sind“. Die Rechnungsprüfer kritisieren, dass „gegensätzliche Interessen“ der Akteure des Gesundheitswesens immer wieder zu Verzögerungen führten und Einführung und Anwendungen bremsten. Sie empfehlen, die „Allzuständigkeit“ der mit dem Aufbau der Datennetze beauftragten gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte zu durchbrechen. Vielmehr solle das Bundesministerium für Gesundheit „richtungsweisende Entscheidungen“ selbst treffen oder von einer seiner Organisationen treffen lassen. Die Rechnungsprüfer merkten zudem an, dass derzeit allein die Industrie über Entwicklung und Produktion notwendiger Komponenten und Dienste für die TI entscheidet. Dies kollidiere mit dem Auftrag der gematik, die TI aufzubauen und zu betreiben. Es könne daher gegebenenfalls hilfreich sein, „vom marktoffenen System abzuweichen“. Möglich seien etwa Ausschreibungen unter Beachtung des Vergaberechts oder weitere Produktions- und Leistungsanreize für die Industrie. dpa/KBr

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema