ArchivDeutsches Ärzteblatt5/2019Nachsorge: Stoffwechselentgleisungen im Blick behalten

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Nachsorge: Stoffwechselentgleisungen im Blick behalten

Dtsch Arztebl 2019; 116(5): A-224 / B-188 / C-188

Hillienhof, Arne

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Ehemalige Krebspatienten sollten ihre Blutzuckerwerte und Schilddrüsenfunktion regelmäßig kontrollieren lassen. Foto: skyfotostock/stock.adobe.com
Ehemalige Krebspatienten sollten ihre Blutzuckerwerte und Schilddrüsenfunktion regelmäßig kontrollieren lassen. Foto: skyfotostock/stock.adobe.com

Ärztinnen und Ärzte sowie Patientinnen und Patienten sollten nach Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter den Stoffwechsel besonders im Auge behalten. Diesem wird laut dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in der Nachsorge häufig zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. „Ihre Schilddrüsenfunktion und ihre Blutzuckerwerte sollten Betroffene regelmäßig überprüfen lassen. Ehemalige Leukämiepatienten haben beispielsweise ein erhöhtes Risiko, Typ-2-Diabetes zu entwickeln, und nach einer Hautkrebserkrankung in jungen Jahren besteht eine Neigung zur Kropfbildung“, erläutert Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des wissenschaftlichen Beirats beim BVKJ.

Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auf eine dänische Studie mit 32 548 jugendlichen und jungen erwachsenen Krebsüberlebenden. Danach hatten diese Patienten ein 73 Prozent höheres Risiko für Stoffwechselerkrankungen im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne durchgemachte Krebserkrankung (DOI: 10.1001/jamanetwor kopen.2018.0349). Spätfolgen bei früh an Krebs erkrankten Jugendlichen und jungen Erwachsenen hätten laut BVKJ bislang wenig Aufmerksamkeit erhalten.

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Der Verband verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Probleme, die sich beim Übergang von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin immer wieder ergeben: „Diese Patienten brauchen eine besondere Betreuung und Nachsorge, die individuelle Krankheitsrisiken berücksichtigen. Wie bei chronisch kranken Jugendlichen ist ein nahtloser Übergang in die Erwachsenenmedizin besonders wichtig“, betont Nentwich. Diesen sollten Eltern und Jugendliche mit einem pädiatrischen Spezialisten und entsprechenden Fachärzten in der Erwachsenenmedizin rechtzeitig planen. „Sogenannte Übergangssprechstunden, bei denen alle Parteien die Fortsetzung der Nachsorge besprechen, sind bisher eher die Ausnahme und hängen von der Eigeninitiative des Patienten ab“, bedauert der BVKJ-Experte. hil

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