ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2019Diagnostik und Therapie der akuten Luxation des Acromio­clavicular­gelenks

MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Diagnostik und Therapie der akuten Luxation des Acromio­clavicular­gelenks

The diagnosis and treatment of acute dislocation of the acromioclavicular joint

Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 89-95; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0089

Martetschläger, Frank; Kraus, Natascha; Scheibel, Markus; Streich, Jörg; Venjakob, Arne; Maier, Dirk

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Hintergrund: Die Verletzung des Acromioclaviculargelenks (ACG) ist mit 4–12 % von allen Verletzungen des Schultergürtels und einer absoluten Inzidenz von 3–4/100 000 in der Allgemeinbevölkerung eine der häufigsten Verletzungen des Schultergürtels. Es wird kontrovers diskutiert, welche Standarddiagnostik sinnvoll ist, wann eine operative Therapie erfolgen sollte und welches Operationsverfahren überlegen ist.

Methode: Es wurde eine selektive Literaturrecherche durchgeführt.

Ergebnisse: Durch Gewalteinwirkung auf das ACG kann der ligamentäre Halteapparat zwischen Acromion, Clavicula und Processus coracoideus zerreißen. Je nach Verletzungsgrad sind unterschiedliche Interventionen indiziert. Seit einigen Jahren findet die horizontale Instabilitätskomponente zusätzlich zur vertikalen mehr Beachtung. Persistierende Instabilitäten können zur chronisch schmerzhaften Einschränkung der Schulterfunktion führen, vor allem bei Überkopfbelastung. Daher wird bei den hochgradigen Instabilitäten Typ Rockwood IV und V eine operative Stabilisierung empfohlen. Die modernen Rekonstruktionstechniken erlauben eine selektive vertikale und horizontale Behandlung der Instabilität und zeigten sich gegenüber herkömmlichen Techniken überlegen, insbesondere beim jungen Sportler. Als Vorteile der arthroskopisch gestützten Verfahren wurden geringere Invasivität, fehlende Notwendigkeit zur Materialentfernung und die Möglichkeit der eindeutigen Diagnostik und gegebenenfalls Therapie von Begleitläsionen herausgestellt. Die Operation sollte im Akutfall innerhalb von drei Wochen nach dem Trauma erfolgen. Bei chronischen Verletzungen ist die zusätzliche Sehnenaugmentation heute als Standard anzusehen.

Schlussfolgerung: Die hochgradige Instabilität des ACG ist eine komplexe und relevante Verletzung des Schultergürtels, die zu anhaltenden Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen führen kann. Die Evidenzlage in der Literatur ist hinsichtlich des optimalen Therapieverfahrens schwach. Prospektiv randomisierte Vergleichsstudien mit höheren Fallzahlen sind notwendig, um zukünftig einen klaren Therapiestandard definieren zu können.

LNSLNS

Durch äußere Gewalteinwirkung auf das Acromioclaviculargelenk (ACG) kann es dazu kommen, dass der ligamentäre Halteapparat zwischen Acromion, Clavicula und Processus coracoideus zerreißt. Dem Ausmaß der einwirkenden Kraft entsprechend gibt es unterschiedliche Schweregrade der Verletzung. Höhergradige Verletzungen mit kompletter Zerreißung des coracoclaviculären Bandapparates können dazu führen, dass die Schulterfunktion anhaltend beeinträchtigt ist. Darüber hinaus ist die laterale Clavicula im Seitenvergleich deutlich prominent, was bisweilen als kosmetisch störend empfunden wird.

Die korrekte Diagnostik und Therapie der akuten Verletzung des ACG diskutieren Orthopäden und Unfallchirurgen seit Jahrzehnten kontrovers. Mittels arthroskopisch gestützter Operationsverfahren kann die Verletzung heute weniger invasiv behandelt werden.

Im vorliegenden Artikel werden die aktuellsten Aspekte zu Diagnostik und Therapie der akuten Instabilität des ACG anhand einer selektiven Literaturrecherche dargestellt. Arbeiten mit hohem Evidenzlevel wurden, soweit sie vorlagen, besonders berücksichtigt.

Epidemiologie

Die akute Luxation des ACG betrifft überwiegend junge, sportlich aktive Erwachsene und zählt zu den häufigsten Verletzungen des Schultergürtels (4–12 %) (1). Die absolute Inzidenz beträgt etwa 3–4/100 000 Einwohner (2). Besonders bei risikobehafteten Kontakt- beziehungsweise Hochrasanzsportarten wie Eishockey, Rugby oder Handball kommt es gehäuft dazu, dass die nativen Stabilisatoren des Schultereckgelenks geschädigt werden (3). Im alpinen Skisport betreffen circa 20 % (77/393) aller Verletzungen des Schultergürtels das ACG (4).

Unfallmechanismus

Bei einem direkten Anpralltrauma gegen den Schultergürtel wirken die Kräfte unmittelbar auf das Schultereckgelenk und den acromioclaviculären (AC) und coracoclavikulären (CC) Bandapparat ein. Dem gegenüber wird bei einem Sturz auf den ausgestreckten Arm die Kraft indirekt auf das ACG geleitet. Der Humeruskopf drückt dabei so gegen das Acromion, dass von einer axialen Stauchung gesprochen werden kann.

Klinische Diagnostik und Untersuchung

Bei der klinischen Untersuchung der akuten ACG-Verletzung fällt häufig eine Schonhaltung des betroffenen Armes auf, der adduziert am Körper gehalten wird. Zudem kommt es zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung der betroffenen Schulter (vor allem bei einer Flexion und Abduktion über 90°). Neurologische Schädigungen des Plexus brachialis müssen ausgeschlossen werden. Bei der Inspektion ist auf Prellmarken, Abschürfungen und auf den pathognomischen Claviculahochstand zu achten. Dieser Hochstand ist als „Pseudohochstand“ beziehungsweise Skapulatiefstand zu sehen, der durch den Wegfall der „knöchernen Brücke“ zum Thorax zustande kommt. Der Bereich direkt über dem ACG reagiert schmerzhaft, der Cross-Body-Test (Horizontaladduktionstest) ist ebenfalls schmerzhaft. Die Prüfung der horizontalen Verschieblichkeit (antero-posteriore Translation) der Clavicula sowie die Prüfung der Reponierbarkeit des ACG sind weiterhin Teil der klinischen Erstuntersuchung (5). Eine starke Schmerzhaftigkeit kann hier einschränkend wirken. Insbesondere die horizontale Verschieblichkeit (vermehrte antero-posteriore Translation) im Seitenvergleich ist bei geringem Hochstand der lateralen Clavicula entscheidend (6).

Bei der chronischen Instabilität sind die Beschwerden unspezifischer Art, die Schmerzen können in den Oberarm und in den Nacken ausstrahlen. Hier steht die Untersuchung auf die Instabilität im Seitenvergleich im Vordergrund.

Klassifikation

1989 stellten Rockwood et al. eine radiologische Klassifikation der ACG-Verletzung vor, die noch heute verwendet wird (7). Danach entspricht Typ I einer Zerrung des acromioclaviculären Bandkomplexes und das Stadium II einem Riss desselben bei noch stabilen coracoclaviculären Bändern. Bei einer Typ-III-Verletzung liegt laut Rockwood eine komplette Zerreißung sowohl der AC-Bänder als auch der CC-Bänder vor. Hierbei ist die Deltotrapezoidfaszie jedoch nicht verletzt, sodass lediglich eine Luxation der Clavicula um eine Schaftbreite (25–100 % vermehrter CC-Abstand) besteht. Die Typ-IV-Verletzung beschreibt eine nach dorsal dislozierte laterale Clavicula. Ursache für diese Verletzung ist eine komplette Zerreißung der AC-Bänder und eine Teilruptur bzw. Ruptur der CC-Bänder. Der relative Hochstand der lateralen Clavicula variiert je nachdem, wie schwer die CC-Bandverletzung ist. Im Falle einer Typ-V-Verletzung liegt eine vollständige Zerreißung der AC- und CC-Bänder sowie eine Ruptur der Deltotrapezoidfaszie vor. In der Röntgendiagnostik ist ein Hochstand der lateralen Clavicula gegenüber dem Acromion um mehr als eine Schaftbreite (> 100 % vermehrter CC-Abstand) erkennbar. Die Typ-VI-Verletzung ist durch eine subacromiale oder subcoracoidale Lage der lateralen Clavicula gekennzeichnet (Grafik) (7).

Klassifikation der GRAFIK akuten ACGVerletzung nach Rockwood (mit Reprint Erlaubnis von [e7] (Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Springer Nature).
Klassifikation der GRAFIK akuten ACGVerletzung nach Rockwood (mit Reprint Erlaubnis von [e7] (Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Springer Nature).
Grafik
Klassifikation der GRAFIK akuten ACGVerletzung nach Rockwood (mit Reprint Erlaubnis von [e7] (Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Springer Nature).

Bildgebung

Die konventionelle radiologische Diagnostik bei klinischem Verdacht auf eine Instabilität des ACG sollte aus einer bilateralen, belasteten Zanca-Aufnahme (10 kg, „Wasserträger-Aufnahme“, Abbildung 1), einer axialen Aufnahme und einer Alexander-Aufnahme (Outlet-Aufnahme mit Cross-body-Maneuver) beidseits (Abbildung 2) bestehen (8). Unbelastete Zanca-Aufnahmen sollten nicht mehr verwendet werden, da sie dazu führen können, die Verletzung signifikant zu unterschätzen (9). Wegen der Strahlenhygiene sollte zudem keine Panoramaaufnahme erfolgen, sondern die selektive Darstellung beider ACG unter Ausschluss der oberen Thoraxapertur.

Bilaterale belastete Aufnahmen: „Wasserträgeraufnahmen“ zur Beurteilung der vertikalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Bilaterale belastete Aufnahmen: „Wasserträgeraufnahmen“ zur Beurteilung der vertikalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Abbildung 1
Bilaterale belastete Aufnahmen: „Wasserträgeraufnahmen“ zur Beurteilung der vertikalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Bilaterale belastete Alexander-Aufnahmen zur Beurteilung der horizontalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Bilaterale belastete Alexander-Aufnahmen zur Beurteilung der horizontalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Abbildung 2
Bilaterale belastete Alexander-Aufnahmen zur Beurteilung der horizontalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk

Durch diese spezifische Diagnostik können der relative Hochstand der lateralen Clavicula, eine nach dorsal dislozierte Clavicula sowie eine höhergradige horizontale Instabilität diagnostiziert werden (6, 10).

Die MRT-Diagnostik ist kein Standard-Diagnostikum und eignet sich daher nicht dazu, ACG-Verletzungen zu differenzieren. Sie kann allerdings zur genauen Beurteilung der Rissformen des Bandapparates (11) oder zum Ausschluss von Begleitverletzungen (12) herangezogen werden.

Therapie

Indikation

Obwohl die akute Verletzung des ACG eine hohe Prävalenz hat, gibt es nur wenige evidenzbasierte Therapieempfehlungen (13). Sie basieren im Wesentlichen auf der Rockwood-Klassifikation beziehungsweise auf der nach ISAKOS modifizierten Rockwood-Klassifikation, die jedoch eine nur geringe Inter- und Intraobserver-Reliabilität aufweisen (κ = 0,278 beziehungsweise 0,468) (6, 14, 15) .

In Deutschland gilt bis heute die konservative Therapie der geringgradigen akuten ACG-Verletzungen vom Typ Rockwood I–II als Standard (16, 17). Für Rockwood-Typ-III-Verletzungen gibt es derzeit keine hinreichende Datenlage, um die operative oder konservative Therapie zu unterstützen (18). Prinzipiell wird jüngeren Patienten mit hohem Funktionsanspruch, regelmäßiger Ausübung schulterbelastender Tätigkeiten (beispielsweise Überkopfarbeit, Überkopfsport) und Verletzung des dominanten Armes eher zu einem operativen Vorgehen geraten. Demgegenüber wird die konservative Therapie häufiger bei älteren Patienten mit niedrigerem Funktionsanspruch und/oder Komorbiditäten angewendet (16). Zusätzlich beeinflusst die Subklassifikation der Rockwood-III-Verletzungen nach ISAKOS in Rockwood-IIIA und Rockwood-IIIB die Therapieentscheidung (6). Rockwood-IIIA-Verletzungen ohne dynamische Horizontalinstabilität des ACG gelten als unproblematischer und werden dementsprechend häufiger konservativ therapiert. Jedoch fehlt auch hierfür die wissenschaftliche Grundlage in der Literatur. Hingegen weisen Rockwood-IIIB-Verletzungen eine dynamische Horizontalinstabilität auf, die als unabhängiger Risikofaktor für ein schlechteres Funktionsergebnis identifiziert werden konnte (19).

Im deutschsprachigen und europäischen Raum ist man sich überwiegend darüber einig, dass hochgradige akute ACG-Verletzungen (Rockwood IV und V) eine relative OP-Indikation darstellen (20). Dennoch gilt auch hier, individuelle Faktoren, Ansprüche und Wünsche der Patienten in die Therapieentscheidung mit einzubeziehen (Kasten 1) (21).

Zusammenfassung Evaluation und Therapie der akuten ACG-Verletzung
Zusammenfassung Evaluation und Therapie der akuten ACG-Verletzung
Kasten 1
Zusammenfassung Evaluation und Therapie der akuten ACG-Verletzung

In den USA hingegen ist die operative Therapie akuter ACG-Luxationen mittlerweile eher die Ausnahme. Die Patienten werden dort erst bei fehlgeschlagener konservativer Therapie operativ versorgt, da Allografts gut verfügbar sind.

Hier sind in naher Zukunft Studien zu erwarten, die ein Fehlschlagen der konservativen Therapie untersuchen und somit die Indikationsstellung neu definieren können.

Versorgungszeitpunkt

Bei der operativen Therapie akuter ACG-Verletzungen stellt der Versorgungszeitpunkt einen klinisch relevanten Einflussfaktor dar. Experten gehen bis drei Wochen nach dem Unfall von einer akuten und ab sechs Wochen nach dem Unfall von einer chronischen Verletzung aus (LoE V) (22). Das subakute Stadium der Verletzung zwischen der 3. und der 6. Woche ist in der Literatur nicht näher klassifiziert.

Song et al. folgerten aus einer systematischen Literaturanalyse, dass eine frühe Versorgung innerhalb von drei Wochen möglicherweise zu besseren Ergebnissen hinsichtlich Schulterfunktion und Reposition führen könnten. Allerdings werden von den Autoren Studien mit höherem Evidenzlevel gefordert, um die These zu bekräftigen (LoE IV) (23). Eine französische Multicenterstudie definierte den kritischen Versorgungszeitraum sogar mit zehn Tagen (24). In Übereinstimmung hierzu beschreiben aktuelle histologische Grundlagenarbeiten eine sehr dynamische biologische Heilungsantwort der verletzten ligamentären Strukturen.

Wenngleich Studien mit hohem Evidenzlevel bislang fehlen, so ist aufgrund der beschriebenen Studienlage dennoch zu empfehlen, die operative Therapie akuter ACG-Verletzungen möglichst frühzeitig, spätestens jedoch innerhalb von drei Wochen nach dem Trauma durchzuführen.

Konservative Behandlung

Zur Frühphase der konservativen Therapie akuter ACG-Verletzungen gehören:

  • Schmerzadaptierte Immobilisation für maximal zwei Wochen
  • lokale Kühlung
  • bedarfsweise Einnahme von Analgetika.

Ab der 3. Woche beginnt die aktive Beübung des Schultergelenkes. Die Bewegungsumfänge werden schrittweise und schmerzadaptiert gesteigert, wobei während der ersten sechs Wochen ein Abduktionslimit von 90 ° in der Skapulaebene eingehalten werden sollte. Vermehrte Belastungen und insbesondere Hebetätigkeiten sollten während der ersten drei Monate vermieden werden. Ab dem 3. Monat kann der kontrollierte Aufbau von Schultergürtelmuskulatur und -belastung beginnen.

Die konservative Therapie von Rockwood-III-Verletzungen geht bei mehr als der Hälfte der Patienten mit der Entwicklung einer Scapuladyskinesie bis hin zur Ausbildung eines sogenannten SICK-Scapula-Syndroms einher (25). Bei der Scapuladyskinesie handelt es sich um eine veränderte Stellung und Bewegung des Schulterblattes in Relation zum Thorax (26). Das SICK-Scapula-Syndrom beschreibt ein Überlastungssyndrom mit muskulärer Ermüdung, Scapuladyskinesie und Schmerzen (27). Mit Hilfe eines spezifischen sechswöchigen Trainings- und Dehnungsprogramms für die scapulastabilisierende Muskulatur und Rumpfmuskulatur kann man die ACG-assoziierte Scapuladyskinesie in knapp 80 % der Fälle erfolgreich konservativ behandeln.

Operative Behandlung – Techniken

In der täglichen klinischen Praxis gelten sowohl die arthroskopisch-assistierte ACG-Stabilisierung mit sogenannten „Flaschenzugsystemen“ als auch die Hakenplattenversorgung als Standardverfahren. Bei der Hakenplattenstabilisierung wird das Implantat in einem offenen OP-Verfahren so eingebracht, dass der Haken der Platte unter dem Acromion zu liegen kommt, während die Platte mit Schrauben auf der Clavicula fixiert wird (eAbbildung 1). Bei der arthroskopisch gestützten ACG-Stabilisierung wird unter arthroskopischer Kontrolle ein transclaviculär-transcoracoidaler Bohrkanal angelegt und ein Fadenkonstrukt eingezogen, das sich mit zwei Titanplättchen unter dem Coracoid und über der Clavicula abstützt, um so die Reposition zu halten (28). Hierbei verwendet man heute vermehrt nur einen CC-Bohrkanal mit einem deutlich kleineren Durchmesser (2,4 mm), um das Frakturrisiko von Clavicula und Coracoid so gering wie möglich zu halten (eAbbildung 2) (29, 30).

Postoperatives Röntgenbild einer temporären Retention mittels Hakenplatte
Postoperatives Röntgenbild einer temporären Retention mittels Hakenplatte
eAbbildung 1
Postoperatives Röntgenbild einer temporären Retention mittels Hakenplatte
Postoperatives Röntgenbild einer arthroskopischen Stabilisation mittels Flaschenzug- Implantat-Technik
Postoperatives Röntgenbild einer arthroskopischen Stabilisation mittels Flaschenzug- Implantat-Technik
eAbbildung 2
Postoperatives Röntgenbild einer arthroskopischen Stabilisation mittels Flaschenzug- Implantat-Technik

Eine Umfrage von Balke et al. ergab, dass Schulterspezialisten die arthroskopische Stabilisierung bevorzugen, während die Hakenplatte zur Basisversorgung in der Breite am häufigsten angewendet wird (20). Beide Verfahren weisen verfahrenstypische Vor- und Nachteile sowie ein spezifisches Komplikationsprofil auf, was die individuelle Auswahl des Therapieverfahrens maßgeblich beeinflusst (Kasten 2 und 3) (31).

Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der Hakenplatte (aus [1–6])
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der Hakenplatte (aus [1–6])
Kasten 2
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der Hakenplatte (aus [1–6])
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der arthroskopischen Stabilisierung (aus [7–11])
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der arthroskopischen Stabilisierung (aus [7–11])
Kasten 3
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der arthroskopischen Stabilisierung (aus [7–11])

In jüngster Zeit wurde dieses rein coracoclaviculäre Verfahren aufgrund des hohen Risikos einer persistierenden dynamischen posterioren Translation (DPT) um eine additive AC-Cerclage ohne zusätzliche Zugangsmorbidität ergänzt. Nur dadurch war es möglich, biomechanisch eine native Stabilität wiederherzustellen (32). Klinische Vergleichsstudien müssen die Vorteile der technischen Weiterentwicklungen künftig noch belegen.

Ergebnisse

Klinische Ergebnisse der Typ-I- und -II-Verletzung nach Rockwood sind in der Literatur nicht hinreichend untersucht. Es wird davon ausgegangen, dass diese Verletzungen bei konservativer Therapie zumeist folgenlos ausheilen.

Daten aus retrospektiven Studien über Typ I- und II-Verletzungen zeigen jedoch nach 20 Monaten (33), 6,3 Jahren (34) und 10,2 Jahren (35) mögliche Komplikationen im Langzeitverlauf. Mouhsine et al. (34) fanden, dass 42 % der Patienten mit Typ-II-Verletzungen ihre Arbeit und Sportaktivitäten ändern mussten und 27 % der Patienten aufgrund anhaltender Beschwerden operativ behandelt wurden. Mikek et al. (35) zeigten bei 52 % der Studienteilnehmer anhaltende ACG-spezifische Beschwerden und Funktionseinschränkungen nach 10,2 Jahren. Dagegen beschrieben Shaw et al. (33) einen Rückgang der Beschwerden von 40 % nach sechs Monaten und auf 14 % nach 12 Monaten.

Zwei Studien mit schwachem Evidenzlevel (LoE IV) fanden allerdings signifikante Schulterschmerzen und Bewegungseinschränkungen innerhalb der ersten sechs Monate nach der Verletzung (36) und einen sekundär durchgeführten operativen Eingriff bei bis zu 27 % der Patienten (37).

Die Therapie der Rockwood-Typ-III-Verletzung wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Da es keine Evidenz für einen klaren Vorteil der operativen Therapie in der Literatur gibt, wird in den meisten Studien die konservative Therapie der Rockwood-Typ-III-Verletzung empfohlen (38, 39). Prospektiv-randomisierte Studien zum Vergleich der modernen OP-Techniken mit der konservativen Therapie sind für die Zukunft zu fordern, um auch hier eine bessere Evidenzlage zu schaffen.

Hochgradige ACG-Dislokationen (Typ IV bis Typ VI nach Rockwood) werden heute mehrheitlich operativ versorgt. Dementsprechend selten sind Erfahrungen mit konservativer Therapie zu finden. McKee et al. fanden im Rahmen einer Multicenterstudie Hinweise darauf, dass eine konservative Therapie hochgradiger Schultereckgelenkinstabilitäten im Vergleich mit einer temporären Hakenplattenretention nicht grundsätzlich mit einem schlechteren klinischen Ergebnis vergesellschaftet ist (McKee et al. 2012) (40). Sie konnten nicht feststellen, dass die temporäre Hakenplattenretention im Vergleich zur nichtoperativen Therapie hochgradiger Schultereckgelenksprengungen überlegen ist. Allerdings wurden in dieser Studie leider auch Rockwood-Typ-III- bis Typ-V-Verletzungen eingeschlossen, was wiederum den Wert der Studie mindert. Eine prospektiv randomisierte Studie zum Vergleich der arthroskopisch gestützten modernen Stabilisierung mit einer konservativen Therapie fehlt in der Literatur bislang.

Klinische Ergebnisse nach der akuten operativen Stabilisierung des Schultereckgelenkes werden in der Literatur unabhängig von der verwendeten Technik überwiegend als gut und sehr gut angegeben (19, e1e3). Ebenso technikunabhängig werden allerdings bei temporären Hakenplattenretentionen wie auch bei CC-Fadencerclagen oder minimalinvasiven Flaschenzugtechniken radiologische Repositionsverluste in 10–50 % der Fälle beschrieben. Diese radiologischen Beobachtungen korrelieren jedoch nicht mit dem klinischen Ergebnis, sodass sie keinen Grund zur Revision darstellen (3437).

Der Vergleich beider Verfahren beschränkte sich bislang auf retrospektive Studien und Metaanalysen (21, 31). Ein signifikanter Unterschied im Funktionsergebnis fand sich nicht, wobei tendenziell bessere Ergebnisse für die arthroskopischen beziehungsweise minimalinvasiven Verfahren berichtet wurden. Die subjektive Patientenzufriedenheit und die kosmetischen Ergebnisse nach arthroskopischer Versorgung fielen signifikant günstiger aus (31). Erste prospektiv randomisierte Studien (LoE I) konnten jüngst einen signifikanten Vorteil für die arthroskopischen Verfahren zeigen. Stein et al. untersuchten 29 Patienten nach arthroskopisch gestützter Stabilisierung (zwei Flaschenzugsysteme) und 27 Patienten nach Hakenplattenversorgung über einen Zeitraum von mindestens 24 Monaten nach. Sie fanden nach 24 Monaten bei allen klinischen Scores einen signifkanten Vorteil für die minimalinvasv versorgten Patienten (e4). In einer weiteren randomisierten Kontrollstudie von Müller et al. wurden 29 Patienten nach Hakenplattenversorgung mit 32 Patienten nach arthroskopisch gestützter Stabilisierung (zwei Flaschenzugsysteme) auf ihre Sportfähigkeit untersucht und mit einer Kontrollgruppe (n = 140) verglichen. Nach 24 Monaten zeigte sich auch hier für die minimalinvasiv operierte Gruppe ein klar erkennbarer Vorteil hinsichtlich Sportfähigkeit und wieder erlangtem Sportlevel (e5).

Die Verwendung einer zusätzlichen AC-Cerclage scheint zu einer Reduktion der dynamischen posterioren Translation zu führen (e6). Langzeitergebnisse aus prospektiv-randomisierten Vergleichsstudien bleiben abzuwarten, um den klinischen Nutzen einer zusätzlichen AC-Cerclage zu beweisen.

Fazit

Bei der aktuellen Diskussion der Therapieoptionen ist man sich im deutschsprachigen Raum darüber einig, dass hochgradige Instabilitäten akut stabilisiert werden sollten, um Spätfolgen und aufwendige Stabilisierungsoperationen bei chronischer Instabilität zu vermeiden. Bei chronischen Verletzungen (länger als drei Wochen nach dem Trauma) sollte eine Sehne als biologische Augmentation verwendet werden.

Prospektiv-randomisierte Studien und Grundlagenforschung sind dringend notwendig, um den optimalen OP-Zeitpunkt zu bestimmen und zu klären, ab wann eine Augmentation mittels Graft tatsächlich notwendig wird. Solange sollte die akute Verletzung schnellstmöglich operiert werden.

Die einzigen prospektiv-randomisierten Studien zum Vergleich der Hakenplattenversorgung mit dem arthroskopisch gestützten Verfahren zeigen Vorteile für die Verwendung der Arthroskopie (e4, e5).

Die arthroskopisch gestützten Verfahren erlauben es zudem, die horizontale Instabilität gezielt zu behandeln sowie intraartikuläre Begleitverletzungen direkt zu diagnostizieren und zu therapieren, ohne dass Implantatmaterial entfernt werden muss.

Interessenkonflikt

PD Dr. Martetschläger hat einen Berater- und Referentenvertrag mit der Firma Arthrex.

Prof. Scheibel erhält Lizenzgebühren von der Firma Arthrex. Er hat einen Berater- und Referentenvertrag mit der Firma Arthrex.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 9. 8. 2018, revidierte Fassung angenommen: 22. 11. 2018

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. med. Frank Martetschläger
Deutsches Schulterzentrum
ATOS Klinik München
Effnerstraße 38, 81925 München
martetschlaeger@atos.de

Zitierweise
Martetschläger F, Kraus N, Scheibel M, Streich J, Venjakob A, Maier D: The diagnosis and treatment of acute dislocation of the acromioclavicular joint. Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 89–95. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0089

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
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Zusatzmaterial
Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
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eAbbildungen:
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Deutsches Schulterzentrum, ATOS Klinik München, Abteilung für Sportorthopädie, Klinikum rechts der Isar, Technische Universität München: PD Dr. med. Frank Martetschläger
Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Universitätsmedizin Greifswald: Dr. med. Natascha Kraus
Abteilung Obere Extremität, Schulthess Klinik Zürich; Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC), Charité - Universitätsmedizin Berlin: Prof. Dr. med. Markus Scheibel
Alfried Krupp Krankenhaus Essen, Klinik für Orthopädie: Dr. med. Jörg Streich
Marienkrankenhaus Kaiserswerth, Klinik für Sportorthopädie: Dr. med. Arne Venjakob
Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Freiburg: Prof. Dr. med. Dirk Maier
Die Autoren sind Mitglieder des Schulterkomitees der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA).
Bilaterale belastete Aufnahmen: „Wasserträgeraufnahmen“ zur Beurteilung der vertikalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Bilaterale belastete Aufnahmen: „Wasserträgeraufnahmen“ zur Beurteilung der vertikalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Abbildung 1
Bilaterale belastete Aufnahmen: „Wasserträgeraufnahmen“ zur Beurteilung der vertikalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Bilaterale belastete Alexander-Aufnahmen zur Beurteilung der horizontalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Bilaterale belastete Alexander-Aufnahmen zur Beurteilung der horizontalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Abbildung 2
Bilaterale belastete Alexander-Aufnahmen zur Beurteilung der horizontalen Stabilität im Acromioclaviculargelenk
Klassifikation der GRAFIK akuten ACGVerletzung nach Rockwood (mit Reprint Erlaubnis von [e7] (Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Springer Nature).
Klassifikation der GRAFIK akuten ACGVerletzung nach Rockwood (mit Reprint Erlaubnis von [e7] (Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Springer Nature).
Grafik
Klassifikation der GRAFIK akuten ACGVerletzung nach Rockwood (mit Reprint Erlaubnis von [e7] (Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Springer Nature).
Zusammenfassung Evaluation und Therapie der akuten ACG-Verletzung
Zusammenfassung Evaluation und Therapie der akuten ACG-Verletzung
Kasten 1
Zusammenfassung Evaluation und Therapie der akuten ACG-Verletzung
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der Hakenplatte (aus [1–6])
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der Hakenplatte (aus [1–6])
Kasten 2
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der Hakenplatte (aus [1–6])
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der arthroskopischen Stabilisierung (aus [7–11])
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der arthroskopischen Stabilisierung (aus [7–11])
Kasten 3
Vor- und Nachteile sowie spezifisches Komplikationsprofil der arthroskopischen Stabilisierung (aus [7–11])
Postoperatives Röntgenbild einer temporären Retention mittels Hakenplatte
Postoperatives Röntgenbild einer temporären Retention mittels Hakenplatte
eAbbildung 1
Postoperatives Röntgenbild einer temporären Retention mittels Hakenplatte
Postoperatives Röntgenbild einer arthroskopischen Stabilisation mittels Flaschenzug- Implantat-Technik
Postoperatives Röntgenbild einer arthroskopischen Stabilisation mittels Flaschenzug- Implantat-Technik
eAbbildung 2
Postoperatives Röntgenbild einer arthroskopischen Stabilisation mittels Flaschenzug- Implantat-Technik
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