ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2019Sexueller Missbrauch: Sachsen-Anhalt unterstützt Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“

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Sexueller Missbrauch: Sachsen-Anhalt unterstützt Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“

PP 18, Ausgabe Februar 2019, Seite 52

Hillienhof, Arne

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Die Kampagne bietet Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, therapeutische Hilfe an.
Die Kampagne bietet Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, therapeutische Hilfe an.

Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit für das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“, um die Bürgerinnen und Bürger des Landes auf Hilfsangebote aufmerksam zu machen. „Prävention ist der beste Opferschutz. Jede verhinderte Tat schützt ein Kind“, so Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Das bundesweit an elf Standorten tätige Netzwerk bietet Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, therapeutische Unterstützung. Betroffene in Sachsen-Anhalt können sich beispielsweise kostenfrei und anonym an die umliegenden Standorte wie die Universitätsklinik Leipzig, die Medizinische Hochschule Hannover oder die Charité – Universitätsmedizin Berlin wenden.

Die Kampagne macht mit der Fragestellung „Lieben Sie Kinder mehr, als Ihnen lieb ist?“ auf sich aufmerksam. Betroffene Männer sollen die Botschaft erhalten: „Du bist nicht schuld an Deinen sexuellen Gefühlen, aber Du bist verantwortlich für Dein sexuelles Verhalten! Es gibt Hilfe! Werde kein Täter!“

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Seit Anfang 2018 wird die Therapie in dem Netzwerk im Rahmen eines Modellvorhabens als Gesundheitsleistung anerkannt. Die gesetzlichen Krankenkassen finanzieren sie mit 2 000 Euro pro Patient und pro Quartal. Im April 2018 konnte Prof. Dr. med. Dr. phil. Klaus Beier, Sprecher des Netzwerks „Kein Täter werden“ und Leiter des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Daten einer Berliner Nachuntersuchung von 56 Teilnehmern des Präventionsprojekts präsentieren. Diese zeigten, dass nahezu alle Therapieteilnehmer (98 Prozent) eine nachhaltige Verhaltenskontrolle aufbauen konnten. „Es ist uns gelungen, sexuellen Kindesmissbrauch zu verhindern“, betonte Beier. hil

www.kein-taeter-werden.de

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