ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2019US-Ärzte: Analogie zum Tempolimit
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Beim Durchlesen des Kommentars von Dr. Gerste zum oben genannten Thema denken vermutlich die meisten: „Die spinnen die Amis.“ Wenn ich mich jedoch an eine Aussage von Ministerpräsident Kretschmann im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung zur letzten Bundestagswahl erinnere: „was den Amerikaner ihr Waffenrecht, ist den Deutschen ihr fehlendes Tempolimit auf deutschen Autobahnen“, denkt man über Analogien nach. Überhöhtes Tempo ist die dritthäufigste Ursache für circa 2,5 Millionen Unfälle mit mehr als 3 000 Toten und mehr als 390 000 Verunglückten, davon circa 66 000 Schwerverletzte. Bestimmte Autobahnen, wie die A 81 oder die A 96, sind aufgrund ihrer geografischen Lage regelmäßig Schauplatz von Autorennen, ebenso wie manche Innenstädte. Somit drängt sich einem die Frage auf: Wollen wir endlich wie auch die übrigen europäischen Länder ein generelles Tempolimit vor allem auf deutschen Autobahnen oder entscheiden wir uns dafür, dass es für uns „ethisch und moralisch in Ordnung ist“, dass Menschen sinnlos durch überhöhte Geschwindigkeit sterben oder schwere Verletzungen erleiden? Entscheidet man sich dagegen, muss die Überschrift lauten: Gegen die Autolobby. Bei den sich anschließenden Fragen: Wie viel kann die Ärzteschaft dazu beitragen, dass sich etwas ändert, lautet die Antwort: sehr viel. Und bei was hat die Ärzteschaft bisher dafür getan, muss es heißen: zu wenig.

Literatur beim Verfasser

Dr. med. Armin Schneider, 88239 Wangen

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