ArchivDeutsches Ärzteblatt6/2019Öko­nomi­sierung: Kompetenzen zurückholen
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Der Autor stellt sehr überzeugend dar,wie die ideologisch gesteuerte Öko­nomi­sierung der Medizin über eine „Machtverschiebung von medizinischen zu ökonomischen Institutionen“ zu einer „Deregulierung“ und am Ende „Deprofessionalisierung“ des deutschen Gesundheitswesens geführt hat. Das macht sich in den Kliniken besonders stark bemerkbar, da der niedergelassene Praktiker, wenn er noch idealistisch eingestellt ist, durch vermehrten Einsatz die Nachteile der Öko­nomi­sierung einigermaßen kompensieren kann. In der Klinik ist das kaum möglich, denn wesentliche ökonomische Strukturen einschließlich des Abrechnungswesens sind festgelegt und zielen auf Gewinnmaximierung. Dadurch wird der ganze Krankenhausbetrieb zunehmend unpersönlich, und menschliche Wärme, die der Kranke so dringend braucht, geht oft verloren.

Ein Krankenhaus sollte dagegen wie ein gemeinnütziges Unternehmen geführt werden, das einen ausgeglichenen Haushalt erzielt und Überschüsse nur für den „Vereinszweck“ verwendet. Alle Kompetenzen müssen auf die ärztliche Ebene zurückverlagert werden. Dieses Ziel ist nur erreichbar, wenn die gesamte Ärzteschaft dafür kämpft, indem sie die Patienten und damit die Wähler mobilisiert. Nach meiner Erfahrung sind Politiker nicht durch rationale Argumente zu vernünftigem Handeln zu bewegen, sondern nur dann, wenn sie fürchten müssen,Wählerstimmen zu verlieren. Es wäre in erster Linie Aufgabe der ärztlichen Verbände, möglichst mit Unterstützung der Bundes­ärzte­kammer, solche Kampagnen zu organisieren, je früher desto besser.

Dr. med. Karl-Heinz Gebhardt, 76228 Karlsruhe

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