ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2019Bundesregierung: Verlässliche psychosoziale Beratung für Krebskranke

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Bundesregierung: Verlässliche psychosoziale Beratung für Krebskranke

PP 18, Ausgabe Februar 2019, Seite 54

Hillienhof, Arne; Bühring, Petra

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Die psychosoziale Beratung von Krebskranken und ihren Angehörigen steht in Deutschland offenbar auf wackligen Beinen. Dies soll sich nun ändern. Das verspricht die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag. Auf einen Zeitpunkt will sie sich dabei aber nicht festlegen. Rund die Hälfte der Betroffenen und ihrer Angehörigen litten unter erheblichen psychosozialen Belastungen, die eine entsprechende psychosoziale Krebsberatung erforderlich machten, heißt es in der Antwort. Der Umstand, dass in Deutschland rund eine halbe Million Menschen im Jahr neu an Krebs erkranken und rund vier Millionen Menschen nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts aktuell oder zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens an Krebs erkrankt waren, verdeutlicht die sozialmedizinische Dimension dieses Themas.“

Gleichwohl stehe die Finanzierung dieses Angebots auf wackligen Beinen: „Die Finanzierung der bundesweit circa 150 vorhandenen regionalen Krebsberatungsstellen erfolgt derzeit heterogen und ist in vielen Fällen nicht nachhaltig gesichert. Häufig sind die Beratungsstellen auf Spenden oder sonstige Fördergelder angewiesen“, heißt es in der Antwort. Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium habe daher das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im August 2016 mit einer empirisch belastbaren Bestandsaufnahme der ambulanten und stationären psychoonkologischen Versorgungsangebote beauftragt. Der Abschlussbericht liege dem Ministerium seit Dezember 2018 vor.

Sobald Beratungsergebnisse vorliegen, wolle die Bundesregierung diese auswerten und Regelungsvorschläge zur Finanzierung der psychoonkologischen Versorgung erarbeiten, schreibt sie, ohne sich auf einen Zeitpunkt festzulegen. Ziel sei und bleibe „die Sicherstellung einer bedarfsgerechten, qualitätsgesicherten und nachhaltig finanzierten ambulanten psychosozialen Krebsberatung und die Erhaltung bewährter Strukturen und Angebote“. hil/PB

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