ArchivDeutsches Ärzteblatt PP2/2019Burn-Out: Hohes Risiko für junge Therapeuten

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Burn-Out: Hohes Risiko für junge Therapeuten

PP 18, Ausgabe Februar 2019, Seite 82

MS

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Burn-Out zählt bei Psychotherapeuten zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Die australischen Psychologinnen Gabrielle Simionato und Susan Simpson von der University of South Australia haben jetzt untersucht, wie häufig Psychotherapeuten von Burn-Out betroffen sind und welche Faktoren dies begünstigen. Dazu werteten sie 40 einschlägige Studien aus und kamen zu folgenden Ergebnissen: 55 Prozent der befragten Therapeuten gaben an, im mittleren bis hohen Ausmaß von Burn-Out betroffen zu sein. „Vor allem junge Therapeuten fühlten sich erschöpft und ausgebrannt“, berichten Simionato und Simpson. Sie führen dies darauf zurück, dass Therapeuten in den ersten Berufsjahren noch nicht über genügend Routine, Berufserfahrung und Coping-Strategien verfügen und zu hohe Erwartungen an sich stellen, denen sie oft nicht entsprechen können. Zu den in der Persönlichkeit liegenden Risikofaktoren für Burn-Out zählten hoher Neurotizismus, rigides Denken, ein vermeidender Coping-Stil, starke Gewissenhaftigkeit in Verbindung mit einer hohen Involvierung in die Probleme der Klienten, Perfektionismus, Wettbewerbsorientierung, Egozentrismus und Introvertiertheit.

Die Autorinnen sind überzeugt, dass Trainings, die dabei helfen, sich über die persönlichen Stärken, Grenzen und Kapazitäten klar zu werden und die Vereinbarkeit von Person, Umfeld und Beruf zu ermöglichen, wesentlich zur Senkung des Burn-Out risikos beitragen können. Solche Programme sollten Therapeuten außerdem darin unterstützen, Selbstfürsorge zu erlernen, für eine ausgeglichene Work-Life-Balance zu sorgen, Humor einzusetzen und sich Hilfe zu suchen, wenn sie benötigt wird. ms

Simionato GK, Simpson S: Personal risk factors associated with burnout among psychotherapists. Journal of Clinical Psychology 2018; 74 (9): 1431–1456.

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