ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2019Schwangerschaftsabbrüche: Streit um geplante Studie zu psychischen Folgen

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Schwangerschaftsabbrüche: Streit um geplante Studie zu psychischen Folgen

Dtsch Arztebl 2019; 116(7): A-292 / B-240 / C-240

Maybaum, Thorsten

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Eine bessere Qualifikation von Ärzten in Bezug auf Methoden des Schwangerschaftsabbruchs gehört ebenfalls zu den Vorhaben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums. Bis Jahresende sollen Vorschläge vorliegen. Foto: mauritius images
Eine bessere Qualifikation von Ärzten in Bezug auf Methoden des Schwangerschaftsabbruchs gehört ebenfalls zu den Vorhaben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums. Bis Jahresende sollen Vorschläge vorliegen. Foto: mauritius images

Eine von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) geplante Untersuchung zu psychischen Auswirkung für Frauen durch Schwangerschaftsabbrüche ist zu einem Streitthema der Großen Koalition geworden. Das Vorhaben hatte es nicht in den „Gesetzentwurf zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch“ geschafft. Mit der Reform des Werbeverbots nach Paragraf 219 a Strafgesetzbuch, die im Bundeskabinett verabschiedet wurde, sollen Ärzte, Kliniken und Einrichtungen künftig darüber informieren dürfen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Dennoch hält der Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter an der Studie fest – und bekommt dafür zwischen 2020 und 2023 zusätzliche fünf Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt. Das Geld hat das Bundeskabinett kürzlich bewilligt, wie ein Sprecher des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) dem Deutschen Ärzteblatt bestätigte. Derzeit liefen die Vorbereitungen für die Studie, hieß es. Wann diese starten werde, könne man noch nicht sagen. Die Pläne aus dem Ministerium sind bei Opposition und der SPD im Bundestag auf Widerstand gestoßen. „Ich bin schockiert über diese Entscheidung des Bundeskabinetts“, sagte Hilde Mattheis, Berichterstatterin der SPD für Frauengesundheit. Es sollten fünf Millionen Euro für eine wissenschaftlich unsinnige und ideologisch motivierte Studie vergeudet werden. Die Situation von Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen sei durch eine sehr umfangreiche Studienlage untersucht. Alle seriösen Untersuchungen zeigten, dass ein Post Abortion Syndrom nicht existiere. Kritik kommt auch von Grünen, Linken und FDP, die ebenfalls auf bestehende Studien verweisen. may

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