ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2019Arbeitslast Krankenhäuser: Archaische Opfergabe
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Christoph Janke schildert Zustände in deutschen Krankenhäusern, die an Leibeigenschaft und südstaatliche Baumwollplantagen erinnern (und die Haftung bleibt trotz Zwangs selbstverständlichst auch noch kleben). Andreas Botzlar spricht davon, dass den Geschäftsführungen vieler Krankenhäuser ein Unrechtsbewusstsein fehle. Dirk Tenzer (Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände) kann diesen Vorwürfen gerade mal entgegensetzen, dass es andernfalls zu „erheblichen Einschnitten“ der Versorgung kommen könne.

2011 schrieb das über die Aussage von Reinhard Gaier, Richter des Bundesverfassungsgerichts: „Diese Freiheit (eines freien Berufes wie der des Arztes) könne aber eingeschränkt werden, fuhr Gaier fort, wenn dies beispielsweise dem Gemeinwohl diene. Im Fall des Arztes rechtfertige die Sicherung der finanziellen Stabilität der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung einen solchen Eingriff, meinte der Verfassungsrichter.“

Wo sind wir gelandet, wohin geht die Fahrt? Der alttestamentarische Gott forderte von Abraham die Bereitschaft, seinen Sohn Isaak zu opfern. Aber dieser Gott ließ dies dann gerade nicht zu!

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Opfert demgegenüber die heutige Arbeitssituation nicht den heutigen Göttern „Gesundheit“ und „Todesverhinderung“ in vorbiblischer, ägyptisch-grausamer Opfermanier? So sind Suizide auch Realität. Opferung für Götzen, heute ohne Einhalt gebietenden Engel; gleich wie im vorbiblischen Kult? Nicht „Zurück in die Zukunft“, sondern „Vorwärts ins Archaische“?

Dr. med. Alexander Ulbrich, 70599 Stuttgart

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