ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2019Migräne: Patienten können von neuer Prophylaxe profitieren

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Migräne: Patienten können von neuer Prophylaxe profitieren

Hillienhof, Arne

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Für Migränepatienten ist eine neue Prophylaxe verfügbar. Foto: hikdaigaku86/stock.adobe.com
Für Migränepatienten ist eine neue Prophylaxe verfügbar. Foto: hikdaigaku86/stock.adobe.com

Der CGRP-Antikörper Erenumab kann die Belastung durch Migräne bei Patienten verringern, bei denen andere, bisher zur Prophylaxe eingesetzte Arzneistoffe versagten oder nicht infrage kamen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer Nutzenbewertung. Im Unterschied zur Akutbehandlung gab es für die Prophylaxe der Migräne bislang keine speziellen Arzneistoffe. Wie die Auswertung der eingereichten Daten zeigt, konnten in der Erenumab-Gruppe bei mehr Teilnehmern die Zahl der Kopfschmerztage mindestens halbiert werden als in der Placebogruppe. Das gilt auch für die Zahl der Migräneanfälle. Das IQWiG sieht daher einen „Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen“ und beschränkt diesen nicht auf die episodische Migräne: Da die Unterscheidung zwischen episodischer und chronischer Form einzig auf der Zahl der Schmerztage beruhe und die Grenzen unscharf seien, gibt das IQWiG den Hinweis auch für die chronische Form. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hatte die neue Therapie bereits bewertet. Sie sieht einen wichtigen Vorteil in der Verträglichkeit. Die Fachgesellschaft warnt aber auch, dass bei aller Euphorie nicht vergessen werden sollte, dass nichtmedikamentöse Ansätze der Verhaltenstherapie und eine Modifikation des Lebensstils genauso wirksam seien wie eine medikamentöse Prophylaxe. hil

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