ArchivDeutsches Ärzteblatt7/2019Migräne: Patienten können von neuer Prophylaxe profitieren

AKTUELL

Migräne: Patienten können von neuer Prophylaxe profitieren

Dtsch Arztebl 2019; 116(7): A-294 / B-242 / C-242

Hillienhof, Arne

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Für Migränepatienten ist eine neue Prophylaxe verfügbar. Foto: hikdaigaku86/stock.adobe.com
Für Migränepatienten ist eine neue Prophylaxe verfügbar. Foto: hikdaigaku86/stock.adobe.com

Der CGRP-Antikörper Erenumab kann die Belastung durch Migräne bei Patienten verringern, bei denen andere, bisher zur Prophylaxe eingesetzte Arzneistoffe versagten oder nicht infrage kamen. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einer Nutzenbewertung. Im Unterschied zur Akutbehandlung gab es für die Prophylaxe der Migräne bislang keine speziellen Arzneistoffe. Wie die Auswertung der eingereichten Daten zeigt, konnten in der Erenumab-Gruppe bei mehr Teilnehmern die Zahl der Kopfschmerztage mindestens halbiert werden als in der Placebogruppe. Das gilt auch für die Zahl der Migräneanfälle. Das IQWiG sieht daher einen „Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen“ und beschränkt diesen nicht auf die episodische Migräne: Da die Unterscheidung zwischen episodischer und chronischer Form einzig auf der Zahl der Schmerztage beruhe und die Grenzen unscharf seien, gibt das IQWiG den Hinweis auch für die chronische Form. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hatte die neue Therapie bereits bewertet. Sie sieht einen wichtigen Vorteil in der Verträglichkeit. Die Fachgesellschaft warnt aber auch, dass bei aller Euphorie nicht vergessen werden sollte, dass nichtmedikamentöse Ansätze der Verhaltenstherapie und eine Modifikation des Lebensstils genauso wirksam seien wie eine medikamentöse Prophylaxe. hil

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Deutsches Ärzteblatt plus
zum Thema

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema