ArchivDeutsches Ärzteblatt26/1996Stavudin: Zur HIV-Therapie bei Versagen von AZT

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Stavudin: Zur HIV-Therapie bei Versagen von AZT

Korzilius, Heike

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LNSLNS Zur Behandlung von HIV-infizierten Patienten, für die AZT nicht oder nicht mehr geeignet ist, hat die Euro- päische Kommission den Reverse-Transkriptase-Hemmer Stavudin (Zerit®, d4T) der Firma Bristol-Myers Squibb zugelassen. Bis das Medikament in Deutschland regulär vom Arzt verschrieben werden kann, können Patienten es in einem gesetzlich vorgeschriebenen Sonderverfahren erhalten.
In klinischen Studien ist ein therapeutischer Vorteil von Stavudin gegenüber AZT nachgewiesen worden. In die Bewertung eingeschlossen sind die klinischen Endpunkte Überlebenszeit und AIDS-definierendes Ereignis, AIDS-Demenz sowie immunologische und virale Parameter. Von den antiretroviralen Mitteln hat Stavudin die am längsten anhaltende Wirkung sowohl auf die Virusbeladung als auch auf die immunologischen Parameter. In der Prophylaxe der HIV-assoziierten Enzephalopathie scheint Stavudin ebenfalls wirksam zu sein. In der BMS-019-Studie traten in der mit Zerit® behandelten Gruppe keine Fälle von AIDS-Demenz auf. In der AZTGruppe wurden vier Fälle gezählt. Bei der Behandlung mit Stavudin traten bislang nur selten Resistenzen auf (bei AZT europaweit 15 Prozent). Die Verträglichkeit des antiviralen Wirkstoffs wurde an rund 13 000 Patienten getestet. Seine hauptsächliche Nebenwirkung, periphere Neuropathien, tritt selten auf und ist in der Regel nach Unterbrechung der Behandlung reversibel. Die Patienten können anschließend meist mit niedrigen Dosen weiterbehandelt werden.
Zur Zeit läuft ein Studienprogramm, um die Rolle von Stavudin in der Kombinationstherapie mit anderen Nukleosidanaloga zu bestätigen. Ebenfalls geprüft wird die Zugabe eines Protease-Inhibitors zur Kombinationsbehandlung auf der Basis von Zerit®. Studien zur Prävention der HIV-Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind sind geplant. Die Plazentagängigkeit von Stavudin beträgt rund 50 Prozent der Plasmakonzentration.
Zerit® ist nach Videx® das zweite Virostatikum von Bristol-Myers Squibb. Videx® (Didanosin, ddI) ist zur Behandlung der fortgeschrittenen HIV-Infektion zugelassen. Ergebnisse der Studie AI 460-001 belegen, daß die Kombination von Zerit® und Videx® die Virusbeladung im Plasma wirksam reduziert. HK
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