ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2019Bullöse Kontaktdermatitis nach Henna-Tattoo – ein ungewolltes Urlaubs-Souvenir

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Bullöse Kontaktdermatitis nach Henna-Tattoo – ein ungewolltes Urlaubs-Souvenir

Bullous contact dermatitis following a henna tattoo—an unwanted vacation souvenir

Dtsch Arztebl Int 2019; 116(8): 133; DOI: 10.3238/arztebl.2019.0133

Freitag, Ana Paula; Jalali, Bijan Koushk; Kreuter, Alexander

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Bullöse Kontaktdermatitis nach Henna-Tattoo – ein ungewolltes Urlaubs-Souvenir
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Bullöse Kontaktdermatitis nach Henna-Tattoo – ein ungewolltes Urlaubs-Souvenir

Eine 17-jährige Frau stellte sich mit stark juckenden, prallen Blasen an Finger- und Handrücken vor. Sie hatte sich etwa zwei Wochen zuvor während eines Urlaubes eine Henna-Tätowierung machen lassen. Im Gegensatz zur klassischen, permanenten Tätowierung werden beim Henna-Tattoo keine Farben in die Haut eingestochen, sondern nur aufgemalt und verblassen somit im Laufe der Zeit. Hautverzierungen mit Henna sind gerade bei jungen Menschen ein beliebtes Urlaubs-Souvenir. Allergische Reaktionen auf die Reinsubstanz Henna sind selten, zur Farbintensivierung und zum schnelleren Trocknen wird jedoch häufig das stark allergisierende Paraphenylendiamin (PPD) beigemengt. Einmal sensibilisiert, können Betroffene lebenslang bereits auf geringste Mengen von PPD schwere allergische Reaktionen entwickeln und müssen die Substanz daher strikt meiden. Das ist gar nicht so einfach, denn PPD kann in Haarfärbemitteln, Kosmetika, Textilien, Kunststoffen und unzähligen anderen Produkten enthalten sein. Unsere Patientin zeigte im Epikutantest nach 72 Stunden eine dreifach positive Reaktion auf PPD. Die Hautveränderungen bildeten sich nach Punktion der Blasen und anschließender Applikation topischer hochpotenter Glukokortikosteroide komplett zurück.

Dr. med. Ana Paula Freitag, Dr. med. Bijan Koushk Jalali, Prof. Dr. med. Alexander Kreuter, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Helios St. Elisabeth Krankenhaus Oberhausen, Universität Witten-Herdecke, a.kreuter@derma.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Freitag AP, Koushk Jalali B, Kreuter A: Bullous contact dermatitis following a henna tattoo—an unwanted vacation souvenir.
Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 133. DOI: 10.3238/arztebl.2019.0133

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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