ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2019Luftschadstoffe: Erfreulich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Artikel „Die Krux mit den Grenzwerten“ ist erfreulich erhellend. Die von zwei unterschiedlichen Gremien festgelegten Grenzwerte für NO2 (40 Mikrogramm/m3 Außenluft, 950 Mikrogramm/m3 Arbeitsplatzkonzentration) berufen sich gleichermaßen auf eine wissenschaftliche Basis. Diese Basis existiert offenbar nicht. Unstreitig ist lediglich, daß beim Menschen in der Größenordnung von 4 000 Mikrogramm/m3 NO2 akut signifikante pulmonale Reaktionen auftreten. Bei Studien zu niedrigeren Konzentrationen sind die Qualitätskriterien ganz oder teilweise nicht erfüllt, die die Klinische Pharmakologie in den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts etabliert hat und die die Basis für den Wirksamkeitsnachweis eines Fremdstoffes bilden: Doppelblind, randomisiert und von einer unabhängigen Arbeitsgruppe bestätigt. Ein prinzipielles Problem stellt sich, wenn die Nichtwirksamkeit (fehlende Schädlichkeit) einer Substanz nachgewiesen werden soll: Je kleiner die Wirkung, umso größer muss die Nachweisempfindlichkeit der Methode sein. Damit ist klar, dass der Nachweis der Nichtwirksamkeit eine unendlich empfindliche Methode erfordert und wird damit zu einem transzendenten Problem (Stichwort Klimaschutzreligion, d. h. Glaube an die anthropogene Ursache des im Übrigen unbestrittenen Klimawandels). Es handelt sich also bei den o. a. Grenzwerten um Schätzwerte, die auf Extrapolationen von Studien oft zweifelhafter Qualität und Meinungen von Experten beruhen. Es ist deswegen auch nicht verwunderlich, dass die oben genannten Werte so unterschiedlich ausfallen. Auch in den USA hat man sich um die Festlegung eines Grenzwertes bemüht und ist auf 100 Mikrogramm/m3 gekommen. Damit wären wohl alle Straßensperrungen bei uns hinfällig. –Seit 20 Jahren (!) fallen die NO2-Konzentrationen in der Umgebungsluft kontinuierlich ab, pari passu mit der Verbesserung der Abgasreinigung der Pkw und Lkw. Durch laufende Erneuerung der Fahrzeugflotte mit besserer Abgasreinigung löst sich das Problem ganz offensichtlich von selbst. Aber das ist kein akzeptabler Lösungsvorschlag vor Europawahlen.

Prof. Dr. med. J. C. Frölich, 31832 Springe-Lüdersen

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige